NetAachen-Domspringen: Rekordjagd diesmal auf dem Marktplatz

Von: Robert Flader
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Hoch hinaus im Schatten des Ra
Hoch hinaus im Schatten des Rathauses - diesmal jedoch auf der anderen Seite: Das 7. NetAachen-Domspringen wird am 7. September auf dem Aachener Marktplatz ausgetragen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein bisschen ungläubig schaut Wout van Wengerden über den Aachener Marktplatz. Dorthin, wo gerade noch der Wochenmarkt seine Zelte aufgeschlagen hat, Fisch, Brot und Reibekuchen an den Mann und die Frau gebracht werden. Dort also, genauer zwischen Karlsbrunnen und Rathaus, soll am 7. September das 7. NetAachen-Domspringen über die Bühne gehen.

Wout van Wengerden, niederländischer Stabhochspringer und in den Vorjahren Publikumsliebling in Aachen, aber muss sich an die neue Umgebung erst noch gewöhnen. „Da drüben war das schon echt klasse”, sagt er.

Da drüben, damit meint der 24-Jährige aus Geleen den Katschof, auf dem das Domspringen bislang stattfand und den bis zu 5000 Zuschauer bei Wind und Wetter in einen wahren Hexenkessel verwandelten. Die spektakulären Sprünge im Schatten des Doms fallen in diesem Jahr umfangreichen Bauarbeiten zum Opfer. „Auch wenn wir eine sportverrückte Stadt sind: Vor allem durch die Kanalverlegungen und Baumaßnahmen an der Rückseite des Rathauses ist es nicht möglich, diesen Höhepunkt am Katschhof auszutragen”, entschuldigt sich Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. Immerhin: Es soll ein einmaliges Ausweichen bleiben. Philipp: „Das verspreche ich.”

Michael Leers, Leiter der Leichtathletikabteilung von Alemannia Aachen, die das Domspringen mit der Kölner Agentur MMP auf die Beine stellt, sagt über die Springen: „Die Atmosphäre zwischen Rathaus und Dom ist einmalig.” Doch klagen wollen die Veranstalter nicht, „auch der Markt wird sicher aus allen Nähten platzen”, hofft MMP-Geschäftsführer Michael Mronz auf ähnlich viele Zuschauer wie in den Vorjahren. So soll die 5000er Grenze wieder erreicht, aus Sportlersicht an der sensationellen 5,90-Sprung-Marke von Malte Mohr aus dem Vorjahr zumindest gekratzt werden.

Zahlreiche Änderungen

Und doch wird sich beim 7. Domspringen, das seine Bezeichnung trotz des Umzugs behalten wird, einiges ändern: Statt zwei, wird es nur noch eine Tribüne geben, diese allerdings deutlich mehr Zuschauer fassen können. Der Anlaufsteg soll nicht mehr 1,20 Meter hoch sein, sondern nur noch etwa 30 bis 40 Zentimeter. Der Eintritt bleibt frei. NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider hofft auf eine „ähnliche Enge” wie auf dem Katschhof.

Für die Sportler ist das Domspringen, wie Wout van Wengerden es ausdrückt, „eine riesige Herausforderung. Vor allem, um für eine gute Stimmung zu sorgen.” Der Niederländer (Aachen-Bestleistung: 5,55 Meter, 2009) besitzt laut Michael Leers eine „Startgarantie”, das gelte auch für die deutsche Elite um Tim Lobinger und Björn Otto. Die weiteren Stars werden durch die im Vorfeld stattfindende Leichtathletik-WM in Südkorea „in Topform sein”, hofft Michael Leers auf ein prominentes zwölfköpfiges Starterfeld. „Vielleicht können wir sogar den Weltmeister in Aachen begrüßen.”

Wout van Wengerden, der 2010 beim Domspringen mit 5,51 Metern den fünften Platz belegte, wird bei der Rekordjagd am 7. September (Start 17.30 Uhr) voraussichtlich mit einem ganz besonderen Ziel antreten: „Falls ichs vorher nicht schaffe, werde ich mir 5,60 Meter vornehmen.” Ungewohnte Umgebung hin oder her.
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