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Nach dem Teamwechsel greift Marcel Meisen an

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
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„Hochsprung“ auf zwei Rädern: Marcel Meisen im bayrischen Döhlau auf dem Weg zur deutschen Vizemeisterschaft.
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Edelmetall in der Hand: Marcel Meisen mit der Silbermedaille, die er bei der Radcross-DM gewann.

Stolberg. Die Zeiten, in denen Querfeldein-Rennfahrer ihre Räder schulterten, um ein künstliches Hindernis, zum Beispiel einen Balken, „per Pedes“ zu überwinden, sind vorbei. Bis zu 40 Zentimeter hoch sind die hölzernen Barrikaden, die einem Radprofi wie dem Stolberger Marcel Meisen in den Weg gebaut werden.

„Die überspringst du locker auf dem Rad sitzend“, sagt der 25-Jährige, der sich inzwischen einen festen Platz erkämpft hat im Feld der Radcross-Weltelite.

Nach der Deutschen Meisterschaft am letzten Wochenende im bayerischen Döhlau, bei der sich Meisen hinter seinem ewigen Rivalen und engen Freund Philipp Walsleben wie schon 2013 Platz zwei sicherte, und vor der Weltmeisterschaft im niederländischen Hoogerheide (1./2. Februar), wirkt Meisen im Gespräch sehr ausgeglichen, aber nicht ganz zufrieden. „Ich hatte mit ganz klar vorgenommen, die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Aber Philipp fährt eine unheimlich starke Saison, hat im Gegensatz zu mir in Döhlau keine Fehler gemacht“, sagt er.

Wenn es Anfang Februar um den WM-Titel geht – da ist Meisen Realist genug –, wird es keinen Podiumsplatz für ihn geben. „Wenn ich aber besser fahre als bei der letzten WM, bin ich zufrieden“, sagt er. Im Vorjahr fuhr er in der Gruppe der rund 50 weltbesten Crosser immerhin auf Platz 16. Auch dann wird aus deutscher Sicht Walsleben (WM-5.) wieder sein Konkurrent sein. „Aber dann, bei einer WM, sind wir im deutschen Trikot eigentlich Teamkollegen und fahren nicht gegen- sondern füreinander“, sagt Meisen. „Die Deutsche Meisterschaft ist mir eigentlich nicht so superwichtig. Ich habe andere schöne Rennen gewonnen. Und gegen Philipp zu verlieren, ist keine Schande.“

Aber Meisen ist stärker geworden seit er das belgische Profiteam BKCP-Powerplus jüngst verlassen hat. Dort ist Walsleben neben dem Überflieger der Sparte, Niels Albert aus Belgien, nach wie vor einer der Leistungsträger. Der Stolberger trägt nun das Trikot des belgischen Rennstalls Kwadro-Stannah. Die im vorigen Jahr gegründete Equipe aus zunächst vier Fahrern hat seit Anfang Januar zehn Radrenner unter Vertrag und ist mit dem UCI-Status eines Continental-Teams ausgestattet.

Marcel Meisens Wechsel-Entscheidung ist nachvollziehbar: „Bei Kwadro-Stannah fahre ich nicht mehr im Schatten eines Niels Albert. Wenn er Zweiter und ich Fünfter war, hieß es, es war ein schlechter Tag. Wenn er gewann und ich 27. wurde, dann war es ein guter Tag“, gewährt er Einblick in seine zuweilen situationsbedingt etwas getrübte Gemütslage. Nun, glaubt und hofft der trainingsfleißige Meisen, kommen mehr gute Tage für ihn: „Der Wechsel hat den Vorteil, dass ich nun besser die eigenen Chancen nutzen kann.“

Sportlich unterstützt wird Meisen nach wie vor von Vater Jupp Meisen und seinem Aachener Heimtrainer Christoph Lörcks, nun aber auch von seinem neuen sportlichen Leiter Marc Herremans, „einem unglaublich guten Motivator“, wie Meisen sagt. Der 40-jährige Herremans, belgischer Triathlon-Meister 1998 und 1999 sowie WM-Sechster 2001 des Ironman auf Hawaii, sitzt nach einem schweren Unfall beim Radtraining seit 2002 querschnittsgelähmt im Rollstuhl. 2006 wurde Herremans auf Hawaii in seiner Schadensklasse mit reiner Armkraft Weltmeister.

Meisen, der auch als erfolgreicher Straßenfahrer unterwegs ist und 2013 bei der DM überraschend hinter André Greipel, Gerald Ciolek und John Degenkolb auf Platz vier fuhr, wäre glücklich mit einem „WM-Platz unter den Top Ten. Aber das wird schwierig auf internationalem Niveau. Und ob das realistisch ist, wird sich zeigen“, sagt Meisen nach vier Straßensiegen 2013 und zwei Cross-Erfolgen in der laufenden Saison 2013/14. Für sein neues Team Kwadro-Stannah war er es, der den ersten Sieg überhaupt für die Equipe einfuhr: „Das war fantastisch. Für mich, für das neue Team, und auch für Marc Herremans“, sagt er.

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