Mutige Aachener punkten zum Auftakt

Von: Christoph Pauli
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Alemannias Junior Torunarigha kann Mönchengladbachs Torhüter Nicolas nicht überwinden. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Für Dieter Hecking und Dirk Bremser war es eine Reise in die Vergangenheit. Die beiden sind Alemannias letzte Profi-Trainer, die einen Aufstieg feierten. Freitagabend besuchten sie ihren Ex-Verein am neuen Tivoli, und das hatte auch viel mit der Gegenwart zu tun.

Die Unzertrennlichen leiten inzwischen Borussia Mönchengladbach an, und Regionalligist Alemannia Aachen traf zum Saisonauftakt auf die Nachwuchsmannschaft des Bundesligisten. Hecking und Bremser sahen ein 1:1, was nach Lage der Dinge den Gästen durchaus schmeichelte.

Fuat Kilic hatte eine Überraschung im Vorfeld angedeutet, und der Aachener Trainer holte die Dreierkette heraus, die in der Vorbereitung nur selten vorgeführt wurde. Matti Fiedler kam als dritter Innenverteidiger auf das Spielfeld. „Wir wollen eine mutige Mannschaft werden“, hatte Abwehrchef Maurice Pluntke schon vor Tagen gesagt. „Mut“ soll das Kennzeichen dieser neuformierten Mannschaft werden. Und so war die Aufstellung dann auch durchaus exemplarisch: Die beiden Außenverteidiger Nils Winter und Tobias Mohr rückten bei eigenen Angriffen weit mit auf, sollten für Überzahl im Mittelfeld sorgen.

Zweikampf ist Trumpf

Zuletzt waren die Aachener eher mit Fehlstarts aufgefallen, an diesem Abend ließen sie keine Zweifel aufkommen, dass sie sich etwas vorgenommen hatten. Sie suchten die Zweikämpfe, als ob es dafür eine Extraprämie geben würde. Die erste Aufregung entstand nach einer Kollision im Fünfmeterraum zwischen Daniel Hammel und Gladbachs Kapitän Oliver Stang, die aber folgenlos blieb. Nur ein paar Sekunden später ackerten sich die Aachener Angreifer wieder durch den Strafraum, Torunarigha legte für Hammel auf, der knapp vorbeispitzelte (24.).

Die Gastgeber hatten die besseren Gelegenheiten, auch wenn ihr Offensivspiel phasenweise überhastet war. Meik Kühnel hätte seine Mannschaft in Führung bringen können, nachdem ihm Nils Rütten den Ball unfreiwillig vorgelegt hatte. Der Aachener Mittelfeldspieler scheiterte mit einem harmlosen Linksschuss aus zwölf Metern freistehend (38.). Die technisch versierten Gäste blieben dem fremden Strafraum weitgehend fern. Mike Feigenspann (13.), Oliver Stang (18.) oder auch Aaron Herzog (29.) versuchten es erfolglos aus der Ferne. Die letzten Minuten vor der Pause gehörten dann Schiedsrichter Bastian Börner, der seine Gelbe Karte ausprobierte und ratzfatz vier Strafmandate verteilte.

Die meisten Spieler hatten noch nie vor einer solchen Kulisse gespielt. 9100 Zuschauer bildeten einen prächtigen Rahmen, mehr Zuschauer wurden am letzten Wochenende in der 3. Liga nur an zwei Spielorten registriert. Es blieb eine muntere Veranstaltung: Torunarigha hätte fast spektakulär von sich reden gemacht, sein Fallrückzieher verfehlte aber das Ziel (47.). Die Gäste entdeckten erstmals den anderen Strafraum, der Kopfball von Nils Rütten flog knapp über das Tor (54.). Mit der ersten Großchance zog kurzfristig Konfusion ins Aachener Spiel. Pütz misslang ein Seitenwechsel, die Fohlen konterten, und Torjäger Thomas Kraus vollendete aus 16 Metern zum 0:1 (55.). Depta war da chancenlos, der 19-Jährige verhinderte danach bei einem Weitschuss von Marcel Benger die Entscheidung (59.).

Die Partie hätte zum ersten Stimmungskiller werden können, aber Alemannias U 23 meldete sich zurück. Mergim Fejzullahu holte den Zirkel heraus und bugsierte einen Freistoß filigran ins Tor zum 1:1 (64.).

Die Aachener hätten das Spiel drehen können, eigentlich müssen. Hammel, freigespielt von Fejzullahu, schaffte es nicht, Gladbachs Torwart Nicolas zu überwinden (75.). Es blieb beim Remis in einem Duell, das die Aachener über weite Strecken durchaus zur Eigenwerbung nutzten.

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