Aachen - „Mr. Volleyball” zieht sich zurück

„Mr. Volleyball” zieht sich zurück

Von: Heribert Förster
Letzte Aktualisierung:
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Nachdenklich: Der Abschied von „seinen” Erstliga-Volleyballerinnen am Samstag wird André Schnitker nicht leichtfallen. Foto: Guido Jansen

Aachen. Man muss kein Prophet sein: Der Abschied wird tränenreich. Wenn am Samstag ab 18 Uhr in der Halle an der Neuköllner Straße Alemannia Aachens Bundesliga-Volleyballerinnen ihr letztes Saisonspiel gegen den Köpenicker SC bestreiten, wird das Sportjahr in Aachen einen seiner vielleicht emotionalsten Augenblicke erleben.

Denn Aachens „Mr. Volleyball” wird letztmals als Manager bei diesem Spiel anwesend sein. André Schnitker (48) räumt das Feld.

Freiwillig, und nicht im Zorn, „auch wenn ich mir manchmal im Verein noch mehr Unterstützung gewünscht hätte. Nach sieben intensiven Jahren bin ich total leer, ausgebrannt und ausgepowert”, sagt Schnitker, für den sich viele Teilchen zu einem Puzzle zusammengefügt haben. Am Ende stand der Entschluss: Ich höre auf!

Die Familie, die Gesundheit, die Doppelbelastung: Manager bei der Alemannia und Beruf. Seit zehn Monaten ist Schnitker wieder Vollzeit-Angestellter bei der Bezirksregierung in Köln, nachdem er ein Jahr lang „nur” eine Halbtagsstelle „bearbeitet” hatte. „Es sind viele verschiedene Gründe”, sagt Schnitker, der natürlich nicht nur Manager (offiziell: Koordinator der Volleyball-Abteilung) ist. Gäbe es den Begriff „Mädchen für alles” noch nicht...

André Schnitker hat vor diesem Schritt lange überlegt, denn dieser Schritt ist auch mit viel Herzschmerz verbunden. „Es fällt mir sehr, sehr schwer, mein Team, eine Erste Bundesliga, dieses tolle Umfeld, die fantastischen Fans, die Atmosphäre, die Heimspiel-Besonderheit und nicht zuletzt die vielen Menschen zu verlassen, die mir innerhalb der Volleyball-Familie etwas bedeuten.”

Ohne Schnitker, das ist sicher, würde es Bundesliga-Volleyball in Aachen nicht geben. Dass es ihn weiter geben wird, hofft der scheidende Manager, dessen Aufgaben und die des Familienunternehmens Schnitker (seine Frau betreibt bei Heimspielen auch nur noch einmal die Cafeteria, seine Schwägerin betreut am Samstag letztmals den VIP-Bereich) auf verschiedene Schultern verteilt werden dürften.

Nachfragen sind beim Multitalent jederzeit möglich, denn Schnitker verlässt ja nicht die Alemannia. Er bleibt weiter Hallensprecher, und er übernimmt die vierte „Frauschaft” als Trainer in der Landesliga. Dort, wo einst alles anfing 1986, als Alemannias Erste noch in der Landesliga schmetterte und baggerte, bevor mit dem Trainer André Schnitker der Aufstieg begann und die Sportart in Aachen aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde.
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