Mit nur drei Neuzugängen in die Regionalliga

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:
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Mit einem 4 : 1 Erfolg über Viktoria Arnoldsweiler sicherte sich Mittelrhein Ligist FC Wegberg Beeck die Meisterschaft und gleichzeitig den Aufstieg in die Regionalliga West. nach dem Spiel feierte die Mannschaft samm5 Trainer und Betreuer den zweiten Aufstieg in die Regionalliga.
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FVM-Boss Alfred Vianden ehrt die Spieler. Foto: Günter Passage
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Friedel Henßen und Dirk Ruhrig bei der Arbeit. Foto: Günter Passage
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Nach vielen Jahren beim FC Wegberg Beeck -lange Jahre als Kapitän- beendete Arian Berkigt im letzten Spiel der Saison 2016/17 seine aktive Laufbahn, Beecks Geschäftsführer Thomas Klingen (links und Vereinschef Günter Stroinski (rechts), verabschieden den sympatischen Sportsmann als Ehrenspielführer.

Beeck. Es war eine lange Nacht. „Es ist spät geworden“, sagte Friedel Henßen. Trainer, Spieler, Funktionäre und Anhang hatten den Aufstieg des FC Wegberg-Beeck in die Fußball-Regionalliga gebührend gefeiert. Nach dem finalen 4:1-Erfolg gegen Viktoria Arnoldsweiler und dem Gewinn des Meistertitels in der Mittelrheinliga kannte der Jubel kaum noch Grenzen.

Es war der Rahmen, der einem Champion angemessen war. Rund 1000 Zuschauer im Waldstadion, Sommerwetter und die überraschende Teilnahme eines Landesliga-Aufsteigers. Es stand 2:1, als der Bezirksliga-Zweite Union Schafhausen im Planwagen am Stadion andockte. Knapp zwei Minuten später sorgte Simon Küppers mit dem Treffer zum 3:1 für die Vorentscheidung. „Das passte“, lächelte Trainer Henßen. „Simon Küppers ist ein Schafhausener Jung.“

Am Mittwochmorgen hob der Flieger mit der Beecker Mannschaft an Bord nach Mallorca ab. „Das hat aber mit dem Aufstieg nichts zu tun“, sagt der Trainer. „Diese Tour war schon lange geplant.“ Die meisten Spieler leiten mit den Tagen auf der Balearen-Insel ihren Urlaub ein. Denn der wird nicht allzu lang sein. Schon am 2. Juli wird Henßen seinen Kader zum Auftakt der Saisonvorbereitung auf den Trainingsplatz bitten. Denn schon am letzten Juli-Wochenende startet die Regionalliga West in die Spielzeit 2017/18. „Da sind wir schon im Nachteil“, kann Henßen der Terminplanung nicht viel abgewinnen. „Normalerweise braucht man vier Wochen Urlaub und mindestens fünf Wochen Vorbereitung.“ Doch diese Zeit hat man in Beeck nicht.

Dabei war man bis vor wenigen Wochen entschlossen, nicht aufsteigen zu wollen. „Wir haben zwar die Lizenz beantragt, aber ich habe immer gesagt, dass wir nicht in die Regionalliga gehen, wenn kein Sponsor hinzukommt“, betont FCW-Vorsitzender Günter Stroinski. „Und dann kam noch einer.“ Also sind die Mehrkosten bei stabilem Spieleretat gedeckt. Ein finanzielles Abenteuer wollte man in Beeck nicht auf sich nehmen.

Ein Jahr nach dem Abstieg sind die Beecker also wieder zurück in der vierthöchsten Spielklasse. Nach einer Saison in der Mittelrheinliga, in der es nicht immer so aussah, als könnte es mit der sofortigen Rückkehr klappen. Vor allem im April, als der FC vier Heimspiele in Folge verlor, wackelte das Ganze doch mächtig. Doch vor allem die Siege in Alfter und Herkenrath wirkten, brachten das Team wieder auf den rechten Weg. Und am Ende stand die Meisterschaft.

„Das ist für einen Absteiger nicht selbstverständlich“, rückt Henßen die Leistung ins rechte Licht. „Es gibt genügend Beispiele, dass man dann durchgereicht wird. Wir hatten auch die Meisterschaft nicht als Ziel ausgegeben. Wir wollten im oberen Drittel mitspielen.“ Zumal es auch einen personellen Umbruch gab. Mit Johannes Walbaum und Dominik Bischoff beispielsweise verließen zwei feste Größen den Klub. Junge Spieler kamen dazu. „Das hat alles sehr gut gepasst“, urteilt Henßen. Und der Vorsitzende meint: „Was mich besonders freut, ist die Tatsache, dass keiner – einschließlich der Vorstandsmitglieder – von diesem Erfolg überrascht ist.“

Nun also wieder Regionalliga. Zum zweiten Mal. Und keiner beim FCW lässt sich vom Ende der ersten Saison in dieser Klasse schrecken. Obwohl das Team vor Jahresfrist mit 16 Punkten als abgeschlagener Tabellenletzter das Abenteuer beendete. Die Ziele für die nächste Saison werden nicht zu hoch gesteckt. „Unsere letzte Regionalliga-Saison unterteile ich in drei Drittel“, führt Henßen aus. „Im ersten waren wir absolut chancenlos, im zweiten konnten wir schon mithalten, und im dritten waren wir konkurrenzfähig.“ Und – darauf legt man in Beeck viel Wert – es ist im Verein und im Umfeld immer ruhig geblieben. Die gängigen Mechanismen der Szene wie Trainerentlassung standen zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion.

Das soll auch im zweiten Regionalliga-Anlauf so bleiben. Und um ein deutliches Signal zu setzen, wurden die Verträge mit Henßen und seinem Assistenten Dirk Ruhrig vorzeitig bis zum 30. Juni 2019 verlängert. Beide hatten ohnehin noch zwölf Monate Vertrag.

Der Aufstieg zieht keine Welle von Neuverpflichtungen nach sich. Mit Naoya Tawaraishi (23/FC Viersen), Mark Szymczewski (28/Bor. Freialdenhoven) und Shpend Hasani (Helmond Sport) ist das Kapitel Zugänge bereits beendet. Henßen, ab dem 1. Juli wieder Teamchef – als Trainer wird Ruhrig fungieren – wird mit dem 23-köpfigen Kader und einem Durchschnittsalter von 23 Jahren in die Vorbereitung gehen. Und ein Großteil seiner Kicker hat schon das letzte Regionalliga-Jahr mitgemacht. „Diese Erfahrung müssen wir einbringen“, fordert Henßen.

Er ist nicht so vermessen, den Klassenerhalt als Saisonziel auszugeben. Aber 30 Punkte (16 waren es 2015/16) sollten es am Ende schon sein. „Vielleicht gelingt es uns ja diesmal, Platz 14 im Auge zu behalten.“ Die Zahl der wöchentlichen Trainingseinheiten wird auf vier erhöht. Aber bei allem „sind und bleiben wir Feierabend-Fußballer. Das wichtigste ist es, dass man es realistisch einschätzt.“

Das Waldstadion wird nun einen neuen Rasen bekommen. Und der Verein muss noch einen Sicherheitsdienst verpflichten, die letzten organisatorischen Dinge regeln. Dann kann es am 30. Juli losgehen. Und zum ersten Spiel wird der FC aus dem Trainingslager in Simonskall heraus starten.

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