Michael Mronz: „Deswegen bleiben wir neugierig und motiviert“

Michael Mronz: „Deswegen bleiben wir neugierig und motiviert“

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Das Mobiltelefon ist sein ständiger Begleiter: Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH. Foto: Michael von Fisenne

Der Turniervermarkter Michael Mronz fühlt sich am Ende der Generalprobe für die Europameisterschaft bestätigt: Eine Mischung aus hochkarätigem Sport und Event.

Die Woche begann mit einer WM-Titel für Deutschland. Die mediale Begeisterung schwappte bis Mitte der Woche über, hat der CHIO darunter gelitten?

Mronz: Natürlich hatten wir im Vorfeld nicht die Mediendurchdringung wie in anderen Jahren, aber ich freue mich über den Titel für das Fußball-Team, weil es auch unser Credo unterstreicht: In der Kontinuität und nicht in der Schnelligkeit liegt der Erfolg.

Es könnte sein, dass der Fußball sich noch breiter macht und die Nischen für andere Sportarten kleiner werden. Was kann der ALRV gegen diesen Trend ausrichten?

Mronz: Mehr Fußball kann man kaum noch übertragen. Wir müssen als Turnier so attraktiv sein und bleiben, dass wir unseren Platz in den Medien behalten. Diese Woche hat unseren Weg bestätigt. Wir wollen die besten Reiter hier haben und die Veranstaltung als Event positionieren. Diesen Weg gehen wir konsequent. Deswegen ist es nicht unsere Sorge, dass wir vom Fußball verdrängt werden.

Ist absehbar, wie die präsent die Europameisterschaft 2015 sein wird?

Mronz: Wir stimmen uns gerade mit dem Fernsehen ab. Wir haben die Zusage, dass es eine umfangreiche, flächendeckende Bericht­erstattung geben wird.

Geht ein normaler CHIO zu Ende?

Mronz: Es war schon ein besonderer, weil wir einiges für die Europameisterschaft 2015 vorgestellt haben, wie die neue Tribüne im Deutsche Bank Stadion. Und wir fühlen uns bestätigt, dass wir aus dem FEI-Nationenpreis ausgeschert sind und nun so starke Equipen wie Kanada einladen konnten.

Was wird sich 2015 im Vergleich zu diesem Jahr ändern?

Mronz: Wir werden neben der Europameisterschaft (11.-23. August), die erstmals in fünf Disziplinen ausgetragen wird, noch den Großen Preis von Aachen im Mai ausrichten. Wir wollen den Menschen etwas Besonderes bieten.

Wie ist die Nachfrage für die Euro?

Mronz: In manchen Disziplinen sind wir bereits ausverkauft. Wir gehen davon aus, dass wir 450000 Besucher hier begrüßen dürfen.

Wird es bis dahin noch bauliche Veränderungen geben?

Mronz: Die Aachen-Münchner-Tribüne wird kernsaniert, wir planen weitere sanitäre Anlagen. Und es wird mehr behindertengerechte Wege ohne Split geben.

Wird die Digitalisierung des Sports hier vorangetrieben?

Mronz: Definitiv. Wir prüfen gerade einige Ideen, um komplexe Abläufe deutlicher zu machen. Wo ist zum Beispiel die ideale Absprunglinie vor einem Hindernis, wie kann man das technisch besser darstellen? So eine digitale Linie wäre eine Hilfe für die Zuschauer, aber auch für die Aktiven. Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Sport attraktiver zu machen. Deswegen gab es in diesem Jahr auch die Judging-App, die Möglichkeit, selbst in der Dressur und beim Voltigieren zu urteilen. Einerseits war das Entertainment, andererseits konnten auch Experten hier mitmachen.

Gibt es eine Resonanz?

Mronz: Mir liegen dazu noch keine Zahlen vor. Eine andere Zahl: Für das freie WLAN hatten sich bis Mittwoch schon drei Mal so viele Menschen registriert wie beim kompletten CHIO 2013. Solche Wege werden wir weiter entwickeln. Das gehört zu einer modernen Veranstaltung dazu.

Der Veranstalter feilt immer an Kleinigkeiten, was steht auf Ihrer To-Do-Liste am Ende der Woche?

Mronz: Kleinigkeiten. Unterm Strich sind mir sehr viele schöne Dinge haften geblieben. Im Soerser Bereich zum Beispiel kann man jetzt aus dem Zelt den Fahrern zusehen. Es gibt viel Programmangebote hier, da wollen wir an vielen Orten kleine Erholungsoasen errichten. Das hat es schöne Veränderungen geben.

Die Reiter betonen ungefragt, wie toll dieses Turnier ist. Führt dieses Dauer-Lob nicht dazu, dass die Macher irgendwann selbstgefällig und zufrieden werden?

Mronz: Die Gefahr besteht, aber wir haben immer neue Ideen, sind nie mit dem Status zufrieden.

Welche Ziele gibt es über 2015 hinaus?

Mronz: Wenn man sich die großen Sportveranstaltungen weltweit anguckt wie Augusta für die Golfer oder Wimbledon für die Tennisspieler, geht es immer um den Mythos. Dazu gehört die Einmaligkeit, Legenden, die Historie und: Diese Veranstaltungen sind jeden Tag ausverkauft. An diesem Thema arbeiten wir.

Wie ist die Auslastung diesmal?

Mronz: In der Dressur bei 94 Prozent mit erhöhter Kapazität und im Springen bei 89 Prozent. Das Team bleibt hungrig. Ein anderes Ziel ist es, die Qualität der internationalen Berichterstattung deutlich zu erhöhen oder im Marketing überregional besser repräsentiert zu sein. Wir sehen uns nicht in Wettbewerb zu anderen Reitsportveranstaltungen, sondern zu anderen Events. Deswegen bleiben wir neugierig und motiviert.

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