Aachen - Mark Flekken: Jüngste Nummer 1 in Alemannias Historie

Mark Flekken: Jüngste Nummer 1 in Alemannias Historie

Von: Klaus Schmidt
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Die Nummer 12 ist ab sofort die Nummer 1: Mark Flekken, 194 Zentimeter groß. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zwischen den Jahren ist ja nun auch der Hauptsponsor abgesprungen, die Mannschaft müsste am Samstag (13 Uhr) im Zweitrundenspiel des FVM-Pokals beim Regionalliga-Dritten Viktoria Köln nicht mehr Werbung machen für das Unternehmen aus der Sicherheits-Branche. Doch es wird wohl so kommen.

Selbst für einen neuen Trikotsatz mit blanker Brust haben sie bei Alemannia Aachen natürlich kein Geld; die Jerseys mit dem Schriftzug „Klömpchensklub“, die die Spieler vor dem Saisonstart getragen hatten, sind zum großen Teil längst verschenkt – mal davon abgesehen, dass es putzig gewesen wäre, auf das inzwischen auch geschlossene Vereinslokal hinzuweisen. Und die Beflockung der Trikots einfach mit Klebeband zu versehen, dafür war „keine Zeit“, wie Manager Uwe Scherr sagt.

Mark Flekken ist es ziemlich egal, wie die Vorderseite seiner Oberbekleidung aussieht. Der Torhüter ist am vorläufigen Ziel seiner Träume: Er wurde von Trainer René van Eck als Michael-Melka-Nachfolger zur neuen Nummer 1 befördert. „Darauf hatte ich gehofft, dafür habe ich das ganze Jahr trainiert“, sagt der Niederländer, geboren in Kerkrade, aufgewachsen in Bocholtz, 2009 von Roda an den Tivoli gewechselt. Flekken schreibt auf seine Art ein Stück Vereinsgeschichte: Mit 19 Jahren ist er wohl der jüngste Stammkeeper in Schwarz-Gelb.

Groß und reaktionsschnell

Stephan Straub überbrachte am Donnerstag die frohe Kunde. „Mark hat eine gute fußballerische Ausbildung, er ist groß, hat ein gutes Stellungsspiel und ist reaktionsschnell“, sagt der Torwarttrainer. Viele Eigenschaften, die die Hoffnung nähren, „dass aus ihm ein richtig Guter werden kann“. Spielpraxis sammelte Flekken in dieser Saison neun Mal bei der „Zweiten“ in der Mittelrhein-Liga und in Tests, in der Dritten Liga saß er bei allen 20 Partien auf der Bank.

Sein für dieses Alter erstaunlich ausgeprägte Selbstvertrauen holt sich Flekken im Training, „das muss man sich erarbeiten“. Schon der ehemalige Torwart-Coach Hans Spillmann, der entscheidend am Wechsel nach Aachen beteiligt war, hatte große Stücke auf Flekken gehalten und frühzeitig angekündigt, dass sein Landsmann in nicht allzu ferner Zukunft Alemannias Nummer 1 werde.

Nun also heute das Pflichtspiel-Debüt bei den Profis, zu einer Phase, in der der ganze Verein auf tönernen Füßen steht. Mark Flekken („Mein großes Vorbild war immer Edwin van der Sar“) lässt die negativen Strömungen nicht an sich ran. „Man muss sich damit befassen, was man gut kann, sonst wird es auch für einen persönlich immer schwieriger.“

Er bekommt jetzt seine Chance, nicht nur für ein Spiel, er wird das neue finanzielle Angebot des insolventen Klubs annehmen „und auf jeden Fall das nächste halbe Jahr hierbleiben und meine Spiele machen“. Sollte sein Vertrag (bis 2014 plus ein Jahr Option) dann noch etwas wert sein, wäre das auch eine feine Sache für den Verein, ja geradezu eine sensationelle Nachricht: Dann gäbe es auch in der nächsten Saison Drittliga-Fußball in Aachen.

Das ist weit vorausgeblickt, kurzfristig geht es darum, bei Viktoria Köln zu bestehen und die Chance zu wahren, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. „Ein Sieg“, sagt Mark Flekken, „wäre wichtig für den ganzen Verein.“ Und am besten – das sollte bei einem Torhüter auch niemanden wundern – „zu null“.

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