Whistler - Maria Riesch: „Der größte Tag in meinem Leben”

Maria Riesch: „Der größte Tag in meinem Leben”

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
Vancouver 2010 - Ski alpin Maria Riesch
Maria Riesch mit ihren Goldmedaillen. Foto: dpa

Whistler. Nach der Goldmedaille in der Super-Kombination hat Skirennfahrerin Maria Riesch auch den Olympiasieg im Slalom geholt. Die 25-Jährige ist wie Katja Seizinger und Rosi Mittermaier Doppel-Olympiasiegerin. Dagegen schied ihre Schwester Susanne mit einer Medaille vor Augen aus und vergoss bittere Tränen.

„Ich leide mit ihr”, sagte die Goldmedaillengewinnerin.

Haben Sie vom Ausscheiden ihrer Schwester vor ihrem Lauf etwas mitbekommen?

Riesch: „Zum Glück nicht. Ich habe keine Informationen bekommen, dass sie ausgeschieden war. Meine einzige Chance, eine Medaille oder die Goldmedaille zu gewinnen, war, voll zu attackieren. Ich habe nicht auf die äußeren Umstände geachtet, sondern nur auf meinen Lauf. Ich habe es geschafft.”

Bei Ihnen und Ihrer Schwester lagen Freud und Leid sehr nah beieinander...

Riesch: „Natürlich ist es für mich irgendwo ein Zwiespalt. Es ist der größte Tag in meinem Leben, ich mach mein zweites Gold bei Olympia und bei meiner Schwester, die auch auf Medaillenkurs war, ist eine Welt zusammen gestürzt. Ich leide mit ihr. Für sie ist es auch schwierig, sie würde sich bestimmt auch gerne mit mir freuen.”

Wie groß ist die Freude, dass Sie jetzt gleich zwei Goldmedaillen haben?

Riesch: „Ich kann es nicht beschreiben. Sicher wurde ich in den Medien als Medaillenkandidatin in allen Disziplinen gehandelt. Aber um eine Medaille zu gewinnen muss alles passen an einem Tag. Die Speedrennen waren nicht so gut und im Riesenslalom habe ich nicht wirklich mit einer Medaille gerechnet. Gold in der Kombination ist sehr gut, aber im Slalom auch noch zu gewinnen, ist unbeschreiblich.”

Lindsey Vonn ist heute wieder ausgeschieden. Wie haben Sie ihre Leistungen bei Olympia gesehen?

Riesch: „Ich denke, dass Lindsey viel Pech hatte. Mit ihrem Sturz im Riesenslalom, wo sie sehr schnell unterwegs war und dann hat sie sich noch verletzt. So war es hart für sie im Slalom zu starten. Ihr Selbstvertrauen war damit nicht das Beste. Und mit einem gebrochenen Finger die Stangen wegzustoßen ist sehr schmerzhaft. Ich denke, sie ist sehr froh mit ihrer Goldmedaille und Bronzemedaille. Vielleicht wurde etwas mehr erwartet, aber gemessen an den Umständen ist sie sicher zufrieden damit.”

Sie sind in allen Alpin-Disziplinen gestartet. Hatten Sie eigentlich auch mal frei?

Riesch: „Nicht so viel. Ich hier seit fast drei Wochen und ich hatte nur zwei Tage, an denen ich keine Skischuhe an hatte. Der erste war als ein Training ausgefallen war, der andere nach dem Super-G. Ich habe das wirklich genossen, denn auch das Wetter war sehr schön. Und wann der nächste freie Tag ist - ich weiß es nicht.”

Olympia ist vorbei, der Weltcup dauert noch bis Mitte März an...

Riesch: „Ich werde das Ende der Saison einfach genießen. Olympia war das große Event, hier haben die deutschen Alpin-Damen drei Goldmedaillen gewonnen. Niemand hat damit gerechnet. Ich denke, dass es schön wäre, die Slalomkugel und vielleicht sogar den Gesamtweltcup zu gewinnen, das wäre noch eine Zugabe. Besser als zwei Goldmedaillen geht es nicht.”

Die deutschen Alpinen stellen zwei Weltmeister, zwei Olympiasieger mit dreimal Gold - wie bewerten Sie den Stellenwert?

Riesch: „Es liegen ein paar sehr schwere Jahre hinter uns, nachdem ein paar Leute zurückgetreten waren. Und jetzt haben wir drei Goldmedaillen gewonnen in den letzten vier Olympia-Entscheidung. So schnell kann sich alles ändern. Wir hatten hohe Erwartungen, aber man weiß nie, was bei Olympischen Spielen passiert.”

Die Homepage wurde aktualisiert