Aachen - Ludger Beerbaum: „Ich habe nicht gedopt”

Ludger Beerbaum: „Ich habe nicht gedopt”

Von: rau
Letzte Aktualisierung:
Ludger Beerbaum
Der deutsche Springreiter Ludger Beerbaum. Foto: dpa

Aachen. „Ich habe noch nicht einmal in meinen kühnsten Träumen damit gerechnet, dass ich mit meinen Äußerungen so eine Lawine lostreten würde”, gesteht Springreiter Ludger Beerbaum, der von den Reaktionen und Interpretationen überrascht wurde.

„Ich habe mich darin eingerichtet, auszuschöpfen, was geht”, hatte der vierfache Olympiasieger der Springreiter Ende Mai in einem Interview gesagt. „In der Vergangenheit hatte ich die Haltung, erlaubt ist, was nicht gefunden wird. Das ist heute nicht mehr aufrechtzuerhalten.” Seine Aussage schlug hohe Wellen, sie wurde gleichgesetzt mit einem Doping-Geständnis.

Beerbaum stellt im Vorfeld des Aachener CHIO (27. Juni bis 5. Juli) in einem exklusiven Gespräch mit unserer Zeitung klar: „Ich habe all das genauso gesagt wie zitiert, habe aber meine Aussagen in den Kontext zu Medikation gesetzt. Ich wollte damit auf keinen Fall sagen, dass ich gedopt habe.” Trotzdem ist der 44-Jährige im Nachhinein froh, dass nun das Thema Medikation und Doping umfassend diskutiert werden muss. „Es muss etwas geschehen, denn so wie bisher kann es nicht weitergehen.”

Medikation bedeutet im Pferdesport, dass man nach vorheriger Anmeldung beim Turnierarzt gewisse therapeutische Substanzen zur Behandlung des Pferdes einsetzen darf. Bleibt die Anmeldung aus, handelt es sich um eine unerlaubte Medikation. In den Bereich Doping fallen Stoffe wie Anabolika oder Psychopharmaka.

Als Folge des Beerbaum-Interiews wurden die Kader in den Disziplinen Springen, Dressur und Vielseitigkeit aufgelöst und eine unabhängige Untersuchungs-Kommission einberufen, vor der die Reiter ab Mitte Juli aussagen müssen.

Am heutigen Tag findet auch noch die Anhörung vor dem Sportgericht des Weltverbandes (FEI) mit Dressur-Weltmeisterin Isabell Werth statt, deren Pferd Whisper positiv auf Psychopharmaka getestet wurde.
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