Lateinformation der FG Aachen/Düsseldorf sichert sich WM-Ticket

Von: Helga Raue
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Glamourös wie Showstars: Die neu formierte Lateinformation der FG Aachen/Düsseldorf begeisterte bei der DM mit ihrer schnellen Choreographie und gewann Silber. Foto: Jürgen Karl

Bremen. Der schwierigste Moment des Abends: Jetzt war Warten angesagt, zuerst in der „Kiss- and Cry-Corner“, bis das eigene Ergebnis angezeigt wurde. Dann bis das Ergebnis der Konkurrenz erschien.

„Das war einfach Horror, auch weil man ja gar nicht einschätzen konnte, was die eigene Wertung wert war.“ Ines Behrendt, Kapitänin der FG Tanzsportzentrum Aachen/Düsseldorf Rot-Weiß, pustete durch. Zwar stand nach der eigenen Runde fest, dass man Bremen B im DM-Finale hinter sich gelassen hatte, doch die Medaillen waren noch nicht verteilt. 20 lange Minuten später – und die Anspannung löste sich in einem vielstimmigen Schrei: Die Aachener Tänzer holen Silber, reisen im Dezember zur WM nach Wien. Gold und Bronze bei der DM der Lateinformationen in Bremen gingen an das A- bzw. B-Team der Gastgeber.

Der „gejagte Jäger“, wie Torben Bölk formulierte. „Man ist motiviert, wenn man nach vorne schaut, und steht unter Druck, wenn man nach hinten schaut“, sagt der Co-Trainer der FG, der vergangene Saison noch selbst auf der Fläche stand. Da hatte die FG die erste Version von „Showstars“getanzt. Doch die Version 2015 präsentiert sich komplett überarbeitet und weiterentwickelt – und vor allem war das Team runderneuert. Nach der Saison hatte es einen Umbruch gegeben, elf Neue mussten integriert werden.

„Ich bin sehr zufrieden“, freute sich Oliver Seefeldt über die Silbermedaille, die 2014 für den Europameister noch eine kleine Enttäuschung gewesen war. „Einige aus dem Team hatten noch keine DM getanzt. Das war ein gutes Debüt einer jungen Mannschaft“, so der FG-Cheftrainer. „Aber ohne die Weiterentwicklung der Choreographie und die neuen Highlights wäre es eng geworden.“ Denn Bremen B (32,57) und die FG Bochum/Velbert (32,06) haben aufgeholt.

33,36 Punkte hatte es für Aachen/Düsseldorf im neuen Wertungssystem gegeben, bei dem je drei Richter eins von vier Gebieten beurteilten. Eine 9,0 gab es für die technischen Schwierigkeiten. Absolutes Highlight war das neue Roundabout, das je zwei Paare über Kreuz tanzen – eine Weltneuheit, für die maßgeblich Bölk verantwortlich zeichnet und die die Zuschauer begeistert quittierten.

Auch Titelverteidiger Bremen A tanzte ein neues Roundabout, bei dem zwei Paare nebeneinander drehen – längst nicht so spektakulär und schwer wie das Aachener. Was in der Halle aber die Frage aufwarf, wer von wem kopiert hätte. „Bremen hat doch im Gegensatz zu uns seine Choreographie samt Thema absolut unter Verschluss gehalten“, quittierte Bölk derlei Anspielungen lässig.

Bremens Trainer Roberto Albanese hatte ein Geheimnis um sein Thema gemacht. „West Side Story“ wie 2014 oder „Rocky“? „Rocky“, jene Erfolgschoreographie aus der Saison 2006/07, mit der Bremen erstmals Weltmeister geworden war. „Das Beste, was Roberto je gemacht hat, absolute Neuerungen“ ließen die Verantwortlichen des GGC Bremen im Vorfeld der DM nur verlauten – und erst in der Vorrunde wurde das Geheimnis gelüftet: „Rocky15“ wurde getanzt und bis auf einige schnellere Takte die alte Musik übernommen, ebenso wie die Oberhemden der Männer mit dem Tigerkopf. Und auch die Choreographie erinnerte über weite Strecken an die von 2006/07. Wieder wartete Bremen A mit einer tollen tänzerischen Leistung auf, verteidigte verdient mit 37,0 Punkten den Titel, die Wahl des Themas zeugt jedoch von einer gewissen Arroganz des Weltmeisters.

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