Lateinformation Aachen/Düsseldorf verpasst WM-Medaille

Von: Helga Raue
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Elegant wie „Showstars“: Die Lateinformation der FG Aachen/Düsseldorf zeigte bei der WM eine tolle Finalrunde. Foto: László Szinek

Wiener Neustadt. Grelle Pfiffe und Buhrufe gellten durch die Halle. Soeben war die Wertung für das russische Duet Perm auf der Anzeigetafel erschienen – und mit der war das Publikum in der Arena Nova in Wiener Neustadt gar nicht einverstanden.

Schon in der Zwischenrunde hatten die Zuschauer ihren Sieger bei der Weltmeisterschaft der Lateinformationen mit Standing Ovations gekürt – die jungen Russen. Doch 38,41 Punkte waren nicht genug, um Titelverteidiger Grün-Gold-Club Bremen (39,01) vom Thron zu stürzen.

Enttäuscht verließen gar die ersten Zuschauer die Tribüne – erschwerte Bedingungen für das letzte Team. Doch die FG Tanzsportzentrum Aachen/Düsseldorf zeigte sich unbeeindruckt von der unruhigen Kulisse und zauberte einen makellosen Durchgang aufs Parkett. Doch für die „beeindruckend gute Leistung“, wie es der Deutsche Tanzsportverband (DTV) formulierte, blieb mit 36,16 Punkten nur Platz 4 hinter den Russen von Vera Tyumen (37,50).

„Wir haben ein sehr tolles Turnier getanzt, stark begonnen und uns von Runde zu Runde noch gesteigert. Und das Finale war die beste Runde, die ich von meinem Team bisher gesehen habe“, war FG-Cheftrainer Oliver Seefeldt stolz auf seine 16 Tänzer, auch wenn der neuformierte Europameister diesmal Edelmetall verpasste. „Es war aber auch eine hammerharte Konkurrenz. Die ersten vier Teams waren deutlich vor dem restlichen Feld.“ Das umfasste 20 Teams aus elf Nationen, darunter auch die Mongolei.

Die Top 4 zeigten völlig unterschiedliche Choreographien und Philosophien, wobei die Russen mehr auf Show, die beiden deutschen Teams auf klassisches Lateintanzen setzten. Das junge Team aus Perm hatte die Zuschauer mit der topmodernen, rasend schnellen Choreographie „Race“ begeistert. Absoluter Höhepunkt waren die Bodenpirouetten, die zum Geräusch eines aufheulenden Motors immer schneller wurden – so unfassbar schnell, dass es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen hielt. Allerdings kam bei all der Show mit zahlreichen Gimmicks das reine Lateintanzen etwas zu kurz.

Das zeigten die Bremer, die mit „Rocky“ die tänzerisch beste Leistung des Turniers abriefen und nach drei starken Runden mit einem überragenden Finale verdient siegten. Roberto Albanese hatte seine Erfolgsmusik von 2006/07 herausgekramt, doch nur 0,6 Punkte Abstand zu Perm dürften auch für den Erfogscoach ein Warnschuss gewesen sein. Zum vierten Mal in Folge und zum dritten Mal mit „Rocky“ – aber erst zum ersten Mal bei einer WM, die nicht in Bremen stattfand – stand das GGC-Team vorne.

Nach der Zwischenrunde schien der Kampf um Platz 3 entschieden, zu stark war Vera Tyumen mit „Venus und Mars“, wobei vor allem die sehr martialisch auftretenden Männer, wohl unbestritten die besten Tänzer aller Teams, begeisterten. Doch zwei dicke Patzer im Finale verhinderten einen Sprung weiter nach vorne. Die FG Aachen/Düsseldorf konterte sehr stark mit ihrer gefühlvollen Choreographie „Showstars“. Schöne klare Bilder, top gemeisterte Schwierigkeiten, alles passte.

Doch wie 2014, als Tyumen ebenfalls im Finale mehrfach patzte und man über Bronze trefflich streiten konnte, ging Seefeldts Team auch diesmal leer aus.

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