Lateinformation Aachen/Düsseldorf nur Zuschauer im Finale

Von: Helga Raue
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Lassen die 20er Jahre auf dem Parkett auferstehen: Die Lateiteinformation der FG Aachen/Düsseldorf. Foto: Jürgen Karl

Bamberg. 1922, Long Island: Die High Society amüsiert sich ausschweifend und dekadent auf den Partys von Jay Gatsby. Es sind die wilden 20er Jahre, die nun auf dem Parkett zu neuem Leben erwachen: Die lebenssprühende, neue Choreographie der Lateinformation FG Tanzsportzentrum Aachen/Boston-Club Düsseldorf „The great Gatsby“ entführte in diese leichtlebige Zeit und verzauberte die Zuschauer – ein Happy End gab es auf dem Parkett diesmal aber nicht.

Platz 5 sprang bei den Deutschen Meisterschaften in Bamberg für den Vorjahreszweiten heraus. Zum zehnten Mal in Folge gewann der GGC Bremen A, der 35,914 Punkte verbuchte, vor der FG Bochum/Velbert (34,0), Buchholz (32,743) und Bremen B (31,671).

Denn hinter Bremen A ist die Liga in Bewegung geraten. Und so musste der letztjährige Vizemeister, die FG Tanzsportzentrum Aachen/Boston-Club Düsseldorf, diesmal im Finale zuschauen: Als Gesamtfünfter war in der Zwischenrunde Schluss. Bremen A, das 35,914 Punkte verbuchte, siegte vor der FG Bochum/Velbert (34,0), Buchholz (32,743) und Bremen B (31,671).

„Ich habe jetzt gemischte Gefühle“, war Torben Bölk, neuer Trainer der Aachener Tänzer, verständlich enttäuscht, wenn auch stolz auf sein Team, denn für einige Tänzer war es der erste Auftritt bei einer DM, was man der nervösen Vorrunde auch anmerkte. Nach dem Abschied der halben Mannschaft Ende vergangener Saison war das Team erst seit sechs Wochen komplett, so dass es sich sichtbar noch nicht gefunden hat.

„Wir müssen uns noch finden, da ist noch viel Luft nach oben - auch weil die Mannschaft konditionell noch nicht im besten Zustand ist und ihr in der Endphase der Choreographie die Kraft ausging, so dass die Highlights wie die Pirouetten nicht klappten“, weiß Bölk, woran es haperte.

Doch mit Blick auf die vergangene Bundesliga relativiert sich der fünfte Rang, der für die im Januar beginnende Saison zumindest anzeigt, das man sich um einen Abstieg keine Sorgen machen muss. Nach dem zweiten DM-Platz 2015 war die FG in der Liga hinter Bremen A und B sowie Bochum/Velbert nur Vierter geworden. „Wir müssen uns nach der Neuformierung von Mannschaft und Trainerteams sowie der neuen Kooperation mit dem Boston-Club erst neu in der Liga positionieren“, weiß Bölk. Von daher ist Platz 5 ein gutes Signal.

Zumal die Choreographie „The great Gatsby“ mit seiner einschmeichelnden Musik gut bei den Zuschauern ankam und viele schönes Elemente enthält, wie etwa das Roundabout, bei dem zuerst vier Paare im Roundabout und die anderen Pirouetten tanzen, ehe alle acht Paare im Roundabout mehrere Bildwechsel zeigen.

Doch vor allem in der Vorrunde merkte man dem Team die Nervosität an, es tanzte verhalten, die Bilder waren nicht wie gewohnt sauber, vor allem in den Pirouetten unterliefen dicke Patzer. Die Zwischenrunde war wesentlich dynamischer, die Fehler blieben die gleichen. Mit einem fehlerfreien Durchgang hätte man Bremen B sicher Paroli bieten können, denn der Bundesliga-Zweite zeigte mit dem vom A-Team übernommenen „Rocky“, die man inzwischen zu oft gesehen hat, eine schwache Vorstellung.

Schon in der Vorrunde hatte dagegen den letztjährige DM-Fünfte Blau-Weiß Buchholz aufhorchen lassen, der sich im Finale steigerte und mit „The Team“ eine schöne Choreographie hat. Bronze war verdient, ebenso wie Silber für Bochum/Velbert, das sich mit dem im zweiten Jahr vertanzten „Herzschlag“ nach einer übepowerten Vorrunde steigerte. Aber klar hinter Bremen A blieb, das mit „Noises, Voices and Melodies“ eine neue Choreo zeigte.

Bekannte Songs werden mit anderen Instrumenten interpretiert, es gibt Mouthpercussion, und die Stimme von Trainer Roberto Albanese ersetzt punktuell einzelne Instrumente. Interessant zu hören, schön anzusehen, doch ganz überzeugend war die neue Choreographie nicht und wurde daher auch heiß und gegensätzlich wegen des russischen Touchs diskutiert.

Bremen A und Bochum/Velbert vertreten die deutschen Farben bei der WM im Dezember in Bremen und dürfen sich schon mal auf die Medaillen freuen, denn die stärkste Konkurrenz, die russischen Teams aus Perm und Tyumen, werden wohl nicht antreten, nachdem der Welttanzsportverband den russischen Verband ausgeschlossen hat.

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