Langjähriger Sportchef Max Eckstein stirbt mit 65 Jahren

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Starb im Alter von 65 Jahren: Max Eckstein, langjähriger Leiter der Redaktion. Foto: Jaspers

Aachen. Vor ein paar Tagen kam er noch zu Besuch in die Redaktion. Max Eckstein war in Plauderlaune. Im Laufe der Jahre hat er unzählige Anekdoten gesammelt. Er konnte stundenlang erzählen. An diesem Tag ging es auch ein bisschen um die Zukunft.

Vor zwei Jahren war er in den Vorruhestand gegangen, seit Januar war er auch amtlich ein Rentner. Das stand auf dem Papier, aber er wollte weitermachen, seine Kenntnisse vermitteln.

So war die Zusammenarbeit für die nächsten Jahre schnell besiegelt. Es war der letzte Besuch in der Redaktion. Am Donnerstagabend starb der langjährige Leiter der Sportredaktion im Alter von 65 Jahren. Er hinterlässt seine Frau Marina und seinen Sohn Tobias sowie Tochter Ulrike aus erster Ehe. „Der liebe Gott hat mir acht Jahre geschenkt“, sagt er bei dem letzten Gespräch. Es war eine Anspielung auf den Krebs, den er vor acht Jahren mit seinem unerschütterlichen Optimismus und seiner Lebensfreude besiegt hatte. „Ich lasse mich nicht unterkriegen.“

 An gesundheitlichen Rückschlägen hat es in den letzten Jahren nicht gemangelt, aber aufgeben war nie ein Thema. So exzessiv er gearbeitet hat, so hat er auch gelebt. Max war Sportler, er blieb nie liegen, machte immer das Beste aus seiner Situation. Völlig unerwartet ist der robuste Kerl nun aus dem Leben geschieden. Vor zwei Jahren hatte er sich ein bisschen verabschiedet, aber er blieb ein Mitglied der Redaktion. An turbulenten Sonntagen half er regelmäßig, „seine“ Vereine wie Alemannias Volleyballerinnen betreute er weiterhin.

Er hatte noch viele Pläne, wollte die Welt mit seiner Frau weiter kennenlernen. Er war bei den großen Turnieren dabei, bei Olympischen Spielen. Aber am wohlsten fühlte er sich bei Ereignissen vor der Haustüre. Die Meisterschaft des FC Bayern an diesem Wochenende hätte der gebürtige Münchner freudig zur Kenntnis genommen, aber das Top-Spiel in der Fußball-Landesliga am Sonntagnachmittag wäre für ihn bedeutsamer gewesen. Und wenn sich die Amateure mit den Profis maßen, dann war er in seinem Element. Legendär das Pokalspiel von Jülich 10 bei Bayern München oder als der TuS Langerwehe Hertha BSC aus dem DFB-Pokal warf. Und Max war natürlich dabei. Mittendrin. Er war ein überzeugter Lokalsportler wie kaum ein anderer, er war ein Aushängeschild unserer Zeitung.

Im Laufe der vielen Berufsjahre entstand ein großes Netzwerk, auf das er immer zurückgreifen konnte. Ein unermesslicher Erfahrungsschatz war zusammengekommen. Max kannte(n) sie alle. Er war bestens verdrahtet in vielen Sportarten: Fußball, Handball, Volleyball, Basketball, Hockey, Reiten, Wasserspringen, Schwimmen, Leichtathletik, Tennis, Radfahren, - er war nicht festgelegt auf eine Disziplin, er war mindestens ein Zwölfkämpfer. Manchmal streitbar in seinem Urteil, aber immer hilfsbereit und kollegial. Anruf genügte - zehn Minuten später saß er wieder an seinem alten Arbeitsplatz.

Max Eckstein hat vor fast 30 Jahren die „Sportler des Jahres-Wahl" in der Region erfunden. Vermutlich ist das die beste Plattform, die Athleten hier finden können. Einmal im Jahr werden sie für ihre Leistungen disziplinübergreifend gefeiert. Nun ist die Veranstaltung auch ein Andenken an ihren Erfinder, dessen Herz für die unbekannteren Sportler jenseits der grell ausgeleuchteten Bühnen schlug. Max war „Mr. Spamwo". „Sport am Wochenende" heißt die Rubrik. Jeder schätzt den Service, niemand sieht die stundenlange akribische Arbeit, die dahinter steht. Es ist eine Aufgabe für uneitle Gemüter, keine Autorenzeile, kein Kürzel weist auf den Urheber hin. Fast immer war es Max Eckstein, der die Daten zusammengetragen hat. Ruhm erntet man mit solcher Arbeit nicht, aber sie gehört zu den Grundpfeilern der Redaktionsarbeit. Es geht immer um die Sache, nicht um die eigenen Interessen. Das hat ihn ausgezeichnet.

Als er vor ein paar Jahren offiziell verabschiedet wurde, blieb sein Arbeitsplatz eingerichtet. Ein Zeichen des Respekts. Der Platz blieb Max reserviert, wenn er wieder einmal aushalf. Jetzt bleibt sein Stuhl leer. Wir werden an Max weiter denken.

Die Redaktion

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