Aachen - „Ladies in Black“ schlagen Serienmeister Schwerin mit 3:1

„Ladies in Black“ schlagen Serienmeister Schwerin mit 3:1

Von: Roman Sobierajski
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Es ist vollbracht: Die Mannschaft feiert, Trainer Marek Rojko reißt jubelnd die Arme hoch. Die „Ladies in Black“ schlagen den Schweriner SC. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Szene hatte etwas von einem Gebet, als Trainer Marek Rojko nach dem Ende des dritten Satzes vor seinen Spielerinnen hockte und intensiv auf sie einredete.

Die „Ladies in Black“ hatten gerade in der Volleyball-Bundesliga gegen Meister und Pokalsieger Schweriner SC mit Können, Glück und Nervenstärke zwei Sätze gewonnen – und waren dann im dritten Durchgang fürchterlich verprügelt worden.

Doch der Inhalt der intensiven Ansprache hatte wenig von einem Stoßgebet: „Wir sind intensiv auf die wegweisende Partie vorbereitet worden“, erklärte Aachens Zuspielerin Femke Stoltenborg nach Spielschluss. „Wir sollten sehr aggressiv ins Spiel gehen. Das haben wir in den ersten beiden Sätzen geschafft und hatten es im dritten anscheinend vergessen. Der Trainer hat uns noch einmal auf die aggressive Spielweise eingestimmt.

Ein Vortrag, der unzweifelhaft von Erfolg gekrönt war: Die „Ladies“ schlugen den Serienmeister mit 3:1 (27:25, 25:23, 16:25, 25:20) und haben nun die direkte Teilnahme an den Play-offs sicher in der Tasche. Die Hälfte der Schlacht war bereits im Vorfeld entschieden: Die „Ladies“ waren gut auf die kasachische Angreiferin Tatyana Mydritskaya vorbereitet, Dreh- und Angelpunkt des Schweriner Angriffs, 1,97 Meter groß und mit einer Statur gesegnet, die jedem Anschieber eines Viererbobs zur Ehre gereichen würde. „Aachen hat Mydritskaya bereits zu Spielbeginn mehrfach erfolgreich geblockt“, räumte Schwerins Trainer Felix Koslowski ein. „Dagegen hatten wir keine Lösung.“

Aber die „Ladies“ hatten mit dem Ausschalten der Kasachin den Schlüssel für die entscheidenden Promille in der Hand, die im Volleyball häufig den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten. Beispielhaft die Endphase des ersten Satzes: Bei Stand von 22:22 leisteten sich in Folge Schwerin zwei und Aachen einen Servicefehler. Nach dem Aufschlag durch Aachens Yvon Belien glich der SSC zum 24:24 aus. Jordanne Scott brachte die „Ladies“ vor 1027 Zuschauern erneut in Front, Mydritskaya glich aus, Tatiana Crkonova sorgte für die Siegpunkte.

Das Finale des zweiten Satzes liest sich ähnlich, nur dass Scott knallend den Satzpunkt machte, nachdem Mydritskaya einen Angriffsball ins Nichts gelegt hatte. Danach verbrachte die 29-Jährige fast den gesamten Rest der Partie auf der Bank, der Aachener Matchplan hatte Früchte getragen. „Wir hatten dann zwar noch immer Probleme mit der Außenangreiferin Lousiane Souza Ziegler“, erklärte ein zufriedener Aachener Trainer. „Aber nur mit einer einzigen guten Angreiferin kann man gegen uns nicht gewinnen.“

Doch dann mussten die „Ladies in Black“ erst einmal die Schwächeperiode in Satz drei verdauen, hatten durch die zwei Gewinnsätze aber bereits mindestens einen Punkt in der Tasche. „Wir wollten den begeisterten Zuschauern einfach mehr als nur drei Sätze bieten“, erklärte Jordanne Scott im Anschluss den kollektiven Blackout mit einer Frechheit, die nur der Erfolg erlaubt.

Die US-Amerikanerin, die bei den letzten drei Partien nicht zur Anfangsformation gehörte, zeigte eine starke Partie und war nicht nur in die Startsechs gerückt, weil Romana Stankova im Training einen Ball so heftig an den Kopf bekam, dass der Verdacht auf Gehirnerschütterung aufkam. „Ich habe zwei Wochen intensiv mit Jordanne gearbeitet und sie auf diese Partie vorbereitet“, legte Rojko Teil zwei der Aachener Strategie offen.

Den Rest besorgte eine glänzend aufgelegte Zuspielerin Femke Stoltemborg als Drehscheibe zwischen Annahme und Angriff und eine Libera, die für den exquisiten Geschmack des Aachener Coaches noch nicht einmal einen richtig guten Tag hatte. Nun, ja: Für den Verein, der seit der Wende immerhin zehn Titel einheimste, hat es gereicht.

Aachen: Crkonova, Stoltenborg (Ponte), Weihenmaier (Van den Berghen), Belien (Rejzovic), Scott (Salomäki), Bednarova, Valachova

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