„Ladies in Black“: Laura Weihenmaier schlägt bei der EM auf

Von: Roman Sobierajski
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Noch drei Tage bis zum ersten deutschen Vorrundenspiel bei den Europameisterschaften: Die Aachenerin Laura Weihenmaier (Mitte) mit Nationalmannschafts-Kapitänin Margareta Kozuch (links) und Mittelblockerin Wiebke Silge. Foto: sport/Conny Kurth

Aachen. Das Zusammenspiel mit den neuen Teamkolleginnen klappt schon ganz gut – zumindest wenn es darum geht, Aufstellung für das neue Mannschaftsfoto für die anstehende Saison zu nehmen. „Ich habe die neuen Spielerinnen und die, die ich bereits von früher kannte, genau einmal gesehen“, räumt Laura Weihenmaier, neue Kapitänin der Bundesliga-Volleyballerinnen der „Ladies in Black“ Aachen ein.

„Das war, als wir uns zum Fototermin getroffen haben.“

Davor und danach ist Laura Weihenmaier, die bereits bis zur Saison 2013/14 für die „Ladies in Black“ auflief und nun als Führungsspielerin vom Schweriner SC zurückkehrt, so etwas wie Millionärin geworden – wenn auch nur auf dem „Miles & More“-Konto. Denn ab kommenden Samstag tritt die einzige Aachener Nationalspielerin mit den deutschen Volleyballerinnen und Chefcoach Luciano Pedullà bei den Europameisterschaften in den Niederlanden an, und der Weg dahin war weit und, nun ja, reichlich gewunden. „Los ging es mit den Mon-treux Masters Ende Mai“, zählt die Außenangreiferin die erste Station quasi vor der Haustür auf. Was folgte, war die erste Runde des World Grand Prix in China, die zweite Rund in Brasilien, die dritte Runde in Stuttgart.

„Dann hatten wir zwei Wochen lang am Stück frei“, bringt die 24-Jährige den gesamten Sommerurlaub in neun Worten unter, denn bald darauf ging es wieder Richtung Brasilien zum vorolympischen Turnier, Lehrgänge rahmten die Weltreisen ein – und momentan holen sich die Schmetterlinge in Testspielen in Italien (0:3- und 1:3-Niederlagen) und gegen die Niederlande den letzten Schliff für die Euro. Bei den letzten beiden Kontinentalturnieren standen die deutschen „Schmetterlinge“ jeweils im Endspiel, doch zum einen macht das Nationalteam gerade einen Generationswechsel durch, zum anderen gilt es, zunächst einmal die Gruppenphase möglichst erfolgreich zu gestalten.

„Serbien gleich zum Auftakt dürfte der schwerste Vorrundengegner sein“, schätzt Weihenmaier ein, wobei durchaus die Möglichkeit besteht, dass das Team nur mit einer „B-Mannschaft“ zur Europameisterschaft anreist, da Serbien aufgrund des guten Abschneidens beim World Cup für die Olympischen Spiele in Brasilien bereits qualifiziert ist.

Die Vorbereitung beim deutschen Team krankt ein wenig daran, dass nur noch die wenigsten Spielerinnen in der Bundesliga aktiv sind, sondern über die halbe Welt verstreut. Von Shanghai bis Cannes, von Baku bis Montichiari reicht die Spanne, und während viele mittlerweile in den finanzkräftigen Auslandsligen ihr Geld verdienen, ist für Weihenmaier der Weg zurück vom zehnfachen Deutschen Meister Schwerin zu den „Ladies in Black“ kein Rückschritt: „Da ich in Aachen als Kapitänin vorgesehen bin, bringt mich das in meiner eigenen Entwicklung enorm nach vorn.“

Enorm nach vorn gebracht haben Weihenmaier die Rücktritte solcher Größen wie der Mittelblockerinnen Christiane Fürst (342 Länderspiele) oder Corina Sschuschke-Voigt allerdings in der Hierarchie des Nationalkaders allerdings noch nicht. „Auf meiner eigentlichen Position ist nichts frei geworden“, bedauert die frühere U 20-Weltmeisterin. So dürfte ihr Einsatzgebiet eher das der zweiten Diagonalangreiferin hinter der Nationalmannschafts-Kapitänin Margareta Kozuch sein. Einsatzzeiten bekommen, zur Stelle sein, wenn es darauf ankommt, als Aufschlagjoker aufs Feld kommen, ein möglichst erfolgreiches Turnier spielen.

An den Start der Bundesliga im kommenden Monat verschwendet die 24-Jährige momentan noch nicht allzu viele Gedanken, auch wenn das Zusammenspiel mit der neuen Zuspielerin der „Ladies“, der Niederländerin Britt Bongaerts noch eingeschliffen und automatisiert werden muss. „Ehrlich gesagt hoffe ich, dass ich nach der Europameisterschaft noch ein paar Tage für mich allein habe“, gesteht Weihenmaier ein. „Nur, um den Kopf dann wieder frei zu kriegen.“ Und vielleicht auch, um den EM-Titel ausgiebig zu feiern.

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