„Ladies in Black“: Fragezeichen wurden zu Ausrufezeichen

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
6846172.jpg
Momente des Jubels gab es ausreichend in den absolvierten neun Spielen für die Aachener „Ladies in Black“. Am Mittwoch gastiert der USC Münster als erster Gegner des neuen Jahres und als letzter in der Hinrunde der Volleyball-Bundesliga. Foto: Wolfgang Birkenstock
6853582.jpg
„Wir können sportlich mithalten“: Sportkoordinator Reinhard Strauch (vorne). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Kurz bevor sich die Mannschaft – Trainer Marek Rojko inklusive – in alle Winde zu den jeweiligen Nationalmannschaften mit der Aufgabe WM-Qualifikation zerstreute, machte der USC Münster den „Ladies in Black“ Aachen in der Volleyball-Bundesliga noch einen Strich durch das selbstgesteckte Jahresziel: Durch den überraschenden Sieg der Westfälinnen über den Schweriner SC zog Münster an den Aachenerinnen vorbei und verdrängte die „Ladies“ von den direkten Play-off-Plätzen.

Ein Schönheitsfehler vielleicht nur, den die PTSV-Mannschaft schon am Mittwoch korrigieren kann, denn um 19.30 Uhr gastiert ebenjener USC als erster Gegner des neuen Jahres und zugleich der letzte der Hinrunde in der Halle an der Neuköllner Straße. Ein Sieg, und auf halbem Weg wäre das (selbst) vorgegebene Ziel erreicht. „Aber das wird keine leichte Aufgabe werden“, warnt Reinhard Strauch, Sport-Koordinator und zurzeit auch Interimstrainer für alle Spielerinnen, die keine Nationalmannschafts-Berufungen haben. „Dass Münster mit diesem Kader die halbe Liga aufräumt, ist schon aller Ehren wert.“

Das eigene Licht unter den Scheffel stellen müssen die Volleyball-Verantwortlichen angesichts der desaströsen Lage vor Saisonbeginn allerdings auch nicht: Klappt der Wechsel von der Alemannia hin zum PTSV, und halten die Zuschauer und Fans die Treue? Bleiben die sportlich abgestiegenen „Ladies“ erstklassig? Wie funktionieren das fast vollständig neu zusammengestellte Team und der Trainer, der vor seiner ersten Auslandsaufgabe stand?

Fragezeichen standen ausreichend über diesem Team, der Neustart war nach Ansicht von Reinhard Strauch dennoch unabdingbar. „Die vergangene Saison war ein sportlicher Offenbarungseid. Trotz individueller Klasse hat die Mannschaft keine angemessene Leistung gebracht“, findet Strauch klare Worte. Ein radikaler Schnitt war nötig. Dass die „Ladies und Gentlemen“ in die richtige Richtung unterwegs waren, dafür hatte der 53-Jährige sehr schnell zwei handfeste Indizien gefunden. „Der Sieg in Stuttgart zu Saisonbeginn zeigte mir, dass wir sportlich mithalten konnten, die volle Halle beim ersten Heimspiel bewies, dass uns die Fans die Treue gehalten hatten.“

Dass es sportlich stimmte, daran hatte auch Trainer Marek Rojko seinen Anteil. „Wir haben einen guten, jungen Trainer, der brennt“, schätzt Reinhard Strauch ein. Und der aufgrund seiner persönlichen Kontakte einige wichtige Bausteine ins Mannschaftsgefüge setzte. Libera Dominika Valachova zeigt überragende Aktionen in Annahme und Abwehr und übernimmt die Organisation auf dem Feld, Tatiana Crkonova ist mit einer „Kill-Quote“ von fast 40 Prozent die effizienteste Angreiferin im Trikot der „Ladies in Black“.

Generell zeichnen die Mannschaft zwei Qualitäten aus, die sie zu keinem angenehmen Gegner machen: Einsatzwille und Kampfbereitschaft. Zum Beleg dafür lassen sich ebenfalls zwei aufeinander folgende Partien finden: Die in der Art und Weise unerwartete Heimniederlage gegen Suhl und der wohl ebenso wenig vorhersagbare Sieg in Potsdam. „Suhl hat uns auf einer Position die Annahme kaputt gemacht. Das hat gereicht“, erinnert sich Strauch (ungern) an das 0:3 gegen die Thüringerinnen. Dass die Mannschaft nur eine Woche später ein mehr als überzeugendes 3:1 in Potsdam folgen ließ, zeugt von den Nehmerqualitäten der Damen in Schwarz.

Bleibt abschließend noch ein generelles Fazit vor dem zehnten Saisonspiel zwischen dem Tabellendritten (Münster/16 Punkte) und dem -siebten (Aachen/14 Punkte) zu ziehen. „Generell können wir mit der Entwicklung zufrieden sein, auch wenn die Mannschaft es nicht geschafft hat, bei den ganz Großen etwas abzuknabbern“, legt Strauch keineswegs die Hände in den Schoß und nimmt gleichzeitig – nicht ganz ernst gemeint – den Druck von der Mannschaft: „Wir müssen ja nicht schon in dieser Saison Deutscher Meister werden.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert