Kurhaus-Titelträume sind schnell geplatzt

Von: Roman Sobierajski
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Frust auf Aachener Seite: Die Kurhaus-Spieler Maximilian Marterer (links) und Florian Mayer verlassen geschlagen den Platz. Foto: Andreas Steindl

Mönchengladbach. Um exakt 15.27 Uhr war er schon ausgeträumt, dieser Traum von der sechsten deutschen Mannschaftsmeisterschaft für Tennisbundesligist TK Kurhaus Aachen.

Daniel Gimeno-Traver hatte für Gladbach gerade im Champions Tiebreak den letzten Ball zum Sieg gegen Matthias Bachinger verwandelt, damit für die uneinholbare 4:0-Führung nach den Einzeln gesorgt und somit den Meistertitel für den HTC Gladbach geholt. „Das war natürlich sehr bitter, wer kein Einzel gewinnt, der kann auch bei den Doppeln nichts mehr holen“, fasste Kurhaus-Teamchef Alex Legsding die Enttäuschung in eine fast fernöstliche Weisheit.

Bereits die ersten beiden Paarungen sorgten vor 2019 Zuschauern für reichlich Ernüchterung beim Aachener Anhang. Während Nils Langer gegen Adrian Menendez zumindest kämpferisch überzeugte, leistete sich Aljaz Bedene gegen den Kasachen Alekssandr Nedovyesov die unnötigste Niederlage der gesamten Saison. Der Slowene erspielte sich allein im ersten Durchgang neun Breakbälle – konnte aber nur einen davon auch ummünzen.

Zu wenig, um den ersten Durchgang für sich zu entscheiden. Noch dicker kam es dann im zweiten Satz: Bedene hatte bereits in der ersten Runde eine Verwarnung wegen Ballwegschlagens erhalten, dies aber wohl nicht mitbekommen. Die Wiederholung des Delikts führte dann zum Strafpunkt für den Gegner und zum 15:40. Der lange Protest brachte zwar keinen Erfolg beim Schiedsrichter, führte aber zum folgenden Doppelfehler und damit zum Break für den Gladbacher.

„Wir hatten auf ein 1:1 gehofft, einfach, um den psychischen Druck auf Gladbach hochzuhalten. Und dann hat uns Blau-Weiss ja auch noch mit dem Remis gegen Düsseldorf die passende Vorlage geliefert“, ärgerte sich Legsding. In den folgenden beiden Begegnungen lief es dann kaum besser für den Titelaspiranten aus Aachen: Florian Mayer war schlicht platt und ausgelaugt: Die Nummer eins des TK Kurhaus hatte noch am späten Samstagabend das Finale des Challengers im slowenischen Portoroz gewonnen und wirkte dann gegen Marton Fucsovics bei der klaren Niederlage schlicht ausgelaugt. Matthias Bachinger zeigte seine gewohnt kämpferische Leistung, gewann gegen den starken Spanier Gimeno-Traver sogar den einzigen Satz für den TK Kurhaus, musste sich am Ende aber dennoch geschlagen geben.

Die Partie war also sportlich entschieden, die Doppelbegegnungen wurden trotzdem gespielt – und läuft es einmal schlecht, dann wird es noch schlimmer: Bachinger/Langer lagen gegen Nedovyesov/Menendez bereits 0:5 zurück, als das Kurhaus-Doppel dann verletzungsbedingt aufgeben mussten. Für den Lichtblick an diesem tag sorgten zum Abschluss Yannik Hanfmann und Maximilian Marterer, die sich im Champions Tiebreak durchsetzten und für den Trostpunkt sorgten.

Die Verärgerung bei Legsding war bei überlegterer Betrachtung der gesamten Spielzeit aber schnell gewichen. „Wir haben eine phantastische Saison gespielt, hatten bis zum letzten Spieltag die Chance auf den Titel“, resümierte Legsding nach den unerwarteten Erfolgen. „Und mit den jungen deutschen Spielern haben wir auch noch eine echte Perspektive für die Zukunft.“

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