Köln - Konstantin Rausch: „Wir sind als Mannschaft stark“

Konstantin Rausch: „Wir sind als Mannschaft stark“

Von: Lukas Weinberger
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Flink, zweikampfstark und ein sehr feiner linker Fuß: Nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn kam Kölns Neuzugang Konstantin Rausch in jeder Partie des FC zum Einsatz. Er bereitete bisher zwei Tore vor. Foto: Imago/mika

Köln. Jörg Schmadtke hat sich nicht groß informieren müssen, bevor er im Frühjahr Kontakt zu Konstantin Rausch aufgenommen hat, was ja durchaus ungewöhnlich ist, wenn ein Manager eines Fußball-Bundesligisten einen Spieler verpflichten will. In diesem Fall war es aber nun mal so, dass der Sportdirektor des 1. FC Köln schon alles über Rausch, 26, wusste, sie hatten ja zuvor schon in Hannover zusammengearbeitet.

Schmadtke wusste um die Stärken Rauschs, die der Deutsch-Russe in der vergangenen Saison für Darmstadt auf den Platz gebracht hat: flink, zweikampfstark, technisch versiert, ein feiner linker Fuß. Und Schmadtke befand, dass so einer dem FC helfen würde. Er hat recht behalten: Wenn Rausch fit war, hat er immer gespielt, 14 Pflichtspiele hat er im ersten Halbjahr gemacht. Im Interview spricht Rausch über die Stimmung im Team, das Derby gegen Leverkusen und darüber, was es bei Schmadtkes zum Frühstück gibt.

Herr Rausch, es gibt diese schöne Geschichte, dass Sportdirektor Jörg Schmadtke Sie im Frühjahr zum Frühstück in sein Haus eingeladen und Sie vom Wechsel zum 1. FC Köln überzeugt hat. Stimmt das?

Konstantin Rausch: Nun ja, er musste mich nicht mehr komplett überzeugen, wir hatten vorher ja schon ein paar Mal miteinander telefoniert. Aber dieses Frühstück hat es gegeben, das stimmt.

Was kam auf den Tisch?

Rausch: Brötchen, viel Aufschnitt. Das hatten Jörg und seine Frau auf jeden Fall gut vorbereitet. Es war sehr lecker.

Können Sie sich genauso gut an das erinnern, über was Sie gesprochen haben?

Rausch (lacht): Ja, schon. Jörg hat mir erzählt, dass Trainer Peter Stöger und er mich gerne im Team hätten, dass ich ihrer Auffassung nach gut in die Mannschaft passen und dem FC weiterhelfen würde. Und darüber, ob es für mich sinnvoll ist, aus Darmstadt nach Köln zu kommen.

Sie haben sich damals dafür entschieden . . .

Rausch: . . . und ich bin damit sehr zufrieden.

Weil Jörg Schmadtke recht mit seiner Einschätzung hatte?

Rausch: Auf jeden Fall. Es ist alles so gekommen, wie es angekündigt worden ist. Ich bin wirklich toll aufgenommen worden, die Jungs haben es mir und den anderen Neuen sehr leicht gemacht. Wir haben eine tolle Mannschaft mit einem tollen Charakter, und auch im Umfeld passt alles. Der Zusammenhalt ist großartig, und deswegen fühle ich mich wohl in Köln.

Und sportlich läuft es auch: 24 Punkte aus 15 Spielen, viele wirklich gute Leistungen, und wenn Sie fit waren, waren Sie auf der linken Seite eigentlich immer dabei . . .

Rausch: Stimmt. Es ist bis auf meine Rückenverletzung zu Saisonbeginn gut für mich gelaufen, dafür bin ich dankbar. Und die Art und Weise, wie wir bislang Fußball gespielt haben, war auch sehr vernünftig und erfolgreich.

Wie wichtig ist der Zusammenhalt im Team für diesen Erfolg?

Rausch: Sehr wichtig. Ich glaube, dass neben der sportlichen Qualität vor allem der Charakter unserer Mannschaft da den Ausschlag gibt. Keiner ist sich zu schade, für den anderen einzustehen, ihm zu helfen, für ihn da zu sein.

Das ist viel wert, wenn man viele Verletzte ersetzen muss.

Rausch: So ist es. In den vergangenen beiden Partien gegen Dortmund und in Bremen haben wir ja noch mal sehr viel umstellen müssen, weil einige Spieler gefehlt haben, und dennoch haben wir starke Leistungen abgeliefert. Das zeigt doch, dass sich jeder voll reinwirft, wenn er gebraucht wird – auch die Spieler, die vorher nicht so viele Einsatzzeiten hatten. Wir sind als Mannschaft stark. Und dazu gehören eben immer alle, auch die Verletzten.

Das war eindrucksvoll zu sehen, als Anthony Modeste nach seinem Tor im Pokal gegen Hoffenheim Leonardo Bittencourts Trikot hochgehalten hat . . .

Rausch: Wir vermissen jeden, der nicht spielen kann, da leidet die ganze Mannschaft mit. Und es ist ja leider so gewesen, dass der Großteil der Verletzungen wirklich schwerwiegender ist und dass es einige getroffen hat. Wir haben ja so viele Verletzte, dass wir eigentlich noch viele Trikots mehr hochhalten müssten. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr davon verschont bleiben werden.

Klingt, als müsse Peter Stöger gar nicht so viel tun, oder?

Rausch: Der Trainer hat großen Anteil am Erfolg. Er bringt fachlich unglaublich viel mit, und dazu ist er menschlich ein super Typ. Er weiß, wie er mit uns Spielern umgehen muss, ist in seinen Ansprachen sehr klar. Was er anspricht, trifft immer zu. Er ist sehr wichtig für die Mannschaft. Das gilt auch für Jörg Schmadtke.

Was kann der 1. FC Köln überhaupt noch besser machen?

Rausch: Wir wollen konstant bleiben und alles erreichen, was eben möglich ist. In jedes Spiel gehen und versuchen, das Maximum herauszuholen.

Im Derby gegen Bayer Leverkusen wäre das Maximum ein Heimsieg. Wäre schön, oder?

Rausch: Klar. Wenn das klappt, wäre es perfekt.

Kann die Bewertung der ersten 16 Spiele durch ein Derby noch mal kippen?

Rausch: Es ist doch immer so, dass du das Gefühl aus dem letzten Spiel mit in die Pause nimmst. Und jeder beendet das Jahr natürlich lieber mit einem Sieg und einer guten Leistung. Dass in so ein Derby von außen noch einmal zusätzliche Brisanz hereingebracht wird, damit kann jeder Spieler umgehen – vor allem die, die schon etwas erfahrener sind. Wichtig ist, dass wir noch einmal alles raushauen – und alles geben, was in uns steckt. Wir haben aktuell 24 Punkte: Das ist sehr gut. Aber wir wollen am Mittwochabend noch was draufpacken.

Leverkusen liegt vier Punkte hinter dem FC, Mönchengladbach sogar noch ein bisschen weiter zurück. Spielt es eine Rolle, vor den Rivalen zu liegen?

Rausch: Für die Fans ist das schön, aber wir wollen gar nicht so sehr auf andere schauen, sondern uns auf unsere eigene Leistung konzentrieren. Wir wollen das Jahr im Heimspiel gegen Leverkusen gut abschließen, das ist das, was wir selbst in der Hand haben.

Von den Verletzten kommen Leonardo Bittencourt, Matthias Lehmann und Dominic Maroh in der Winterpause zurück. Wird Köln im kommenden Jahr noch stärker sein?

Rausch: Natürlich können uns die Spieler weiterhelfen, die von ihren Verletzungen zurückkommen, das ist keine Frage. Sie haben große Qualität.

Für welchen Tabellenplatz reicht diese Qualität?

Rausch: Das kann ich nicht sagen. Es hat schon viele Teams gegeben, die eine gute Hinrunde gespielt haben. Das sagt noch nichts darüber aus, wohin die Reise am Ende geht. Eine Mannschaft muss über die ganze Saison stabil bleiben. Das haben wir vor. Und wo wir am Ende stehen, sehen wir dann.

Haben Sie denn mit Jörg Schmadtke abgemacht, dass Sie es sind, der zum Frühstück einlädt, wenn der FC einen bestimmten Platz erreicht?

Rausch (lacht): Nein, so eine Abmachung gibt es nicht. Ich hätte aber nichts dagegen, kein Problem.

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