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Kommentiert: Phantomschmerzen aller Orten

Ein Kommentar von Heribert Förster

Leverkusens Trainer Sami Hyypiä plagten „mixed feelings“, und keinem Bayer-Kicker kam ein freudetrunkenes „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hej, hej“ über die Lippen. Stattdessen: Phantomschmerzen aller Orten, nicht nur in Sinsheim. Auch beim DFB wird Kießlings Nicht-Tor den Sportrichtern Kopfschmerzen bereiten.

Der gesunde Menschenverstand sagt, das Spiel muss wiederholt werden, der DFB aber wird dieses Urteil (wahrscheinlich) nicht fällen lassen. Eine Konfrontation mit der Fifa gehört nicht zur Stärke des Verbands. Und so gewinnt Rudi Völlers Idee immer mehr an Charme, nur die letzten 20 Minuten wiederholen zu lassen. In Italien und Spanien gab es solche Urteile schon, nach der DFB-Satzung ist dies indes (noch) nicht möglich.

Oder wird am Ende alles mit der Tatsachenentscheidung begründet? Niemandem, ausgenommen vielleicht ein paar mächtigen Wächtern der Fifa-Regeln, würde jedoch Schaden zugefügt, wenn Brychs geschaffene Tatsache als das eingestuft wird, was sie ist: ein Fehler, und deshalb sollte das Spiel (oder die letzten 20 Minuten) wiederholt werden! Kein Verein würde deswegen auf die Idee kommen, in Zukunft wegen Abseitstoren, falsch gepfiffenen Elfmetern oder irrtümlichen Platzverweisen eine Spielwiederholung zu fordern! Gewonnen haben zunächst einmal nur die Hersteller von Torlinientechnologien. Sie sind die einzigen, die nicht von Phantomschmerzen gequält werden.

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