Kölner Haien droht Aus: 500.000 Euro fehlen

Von: dpa
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Kölner Haie
Der Traditions-Eishockeyclub Kölner Haie kämpft erneut um sein finanzielles Überleben und muss um die Teilnahme am Spielbetrieb in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bangen. Foto: ddp

Köln. Der Traditions-Eishockeyclub Kölner Haie kämpft erneut um sein finanzielles Überleben und muss um die Teilnahme am Spielbetrieb in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bangen.

Sollte der achtmalige deutsche Meister nicht kurzfristig rund 500.000 Euro aufzutreiben, drohe „im schlimmsten Fall ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens”, sagte ein Haie-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. „Die Lage ist sehr angespannt. Es geht um die Liquidität. Momentan suchen alle Beteiligten nach Lösungen.”

Zahlreiche Kölner Medien berichteten am Montag vom drohenden finanziellen Kollaps der Haie. „Wir müssen so schnell wie möglich Geld auftreiben, wenn das in den nächsten Tagen nicht klappt, muss ich einen Insolvenzantrag stellen”, sagte KEC-Geschäftsführer Thomas Eichin der „Kölnischen Rundschau”. Er bestätigte, dass kurzfristig eine halbe Million Euro benötigt würde, um den laufenden Spielbetrieb nach der Olympia-Pause fortzuführen.

Insgesamt sollen bei dem Club Verbindlichkeiten von rund 1,5 Millionen Euro aufgelaufen und die Gehälter nicht mehr pünktlich überwiesen worden sein. „Wir arbeiten an Lösungen. Ich laufe von Pontius nach Pilatus, um das Loch noch zu stopfen”, sagte Eichin. Der frühere Fußball-Profi von Borussia Mönchengladbach will möglichst bald ein Gespräch mit dem Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters führen, um auszuloten, ob und in welcher Form die Stadt dem Verein helfen könne.

Nach der Beinahe-Pleite im Dezember 2008 und dem Rückzug des einstigen Mäzens Heinz Hermann Göttsch sollte die 2009 gegründete Sport Holding Cologne (SHC) durch zehn Gesellschafter mit einer Einlage von je 200.000 Euro zur Finanzierung der Saison beitragen. Angeblich beträgt die Gesamt-Einlage 1,6 Millionen Euro.

Laut Eichin führten die hohen Kosten für Lanxess-Arena und das Trainingszentrum, Einbrüche beim Fanartikel-Verkauf und der Logenvermarktung sowie den Zuwendungen durch Sponsoren zu der dramatischen Verschärfung der Lage. Auch der Zuschauerschwund habe starke Einnahme-Rückgänge zur Folge.

Die Fans quittierten die sportliche Talfahrt der Haie, bei denen der fünfte Trainer in zwei Jahren auf der Bank sitzt und denen zum zweiten Mal nacheinander das Verpassen der Playoffs droht, mit Fernbleiben: In der laufenden Saison ist der Zuschauerschnitt auf deutlich unter 10.000 Besucher pro Heimspiel zurückgegangen. Auch die Folgen der Wirtschaftskrise seien deutlich zu spüren. „Die Leute haben einfach kein Geld mehr”, klagte Eichin.

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