Aachen - Klaus und Klaus haben für viel Rückenwind gesorgt

Klaus und Klaus haben für viel Rückenwind gesorgt

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Ganz entspannt: Klaus Pavel (links) und Klaus Peters genießen die Turniertage in der Soers.
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CHIO vom 11.-20.07.2014 in Aachen.

Aachen. Den Witz mit Klaus und Klaus haben sie schon häufiger gehört. „Wir können auch was singen“, sagt Klaus Pavel und spielt damit auf das ostfriesische Gesangsduo Klaus und Klaus an. „Besser nicht“, sagt der andere Klaus, Peters mit Nachnamen, und lacht danach.

Dabei hätten Klaus Pavel und Klaus Peters allen Grund zum Singen und Tanzen, wenn sie dieser Tage über das Turniergelände in der Aachener Soers gehen. Sie können den CHIO einfach nur genießen. Die stressigen Tage sind vorbei, in denen Klaus Pavel der Präsident des ALRV war, und Klaus Peters Vize. 1993 haben Klaus und Klaus das Zepter beim ALRV übernommen, in Zeiten, in denen das Turnier zu kämpfen hatte.

Gutes Wetter, schlechtes Wetter

Die neue Doppelspitze führte den Verein in sicheres Fahrwasser und stellte ihn so auf, dass er 2006 die Weltreiterspiele ausrichten konnte. Sie hatten eine einfache Arbeitsteilung: Hand in Hand. Oder, wie Klaus Peters es ausdrückt: „Klaus Pavel war immer für das gute Wetter zuständig, und ich war immer schuld, wenn das Wetter schlecht war.“ Beide lachen.

2008 zog sich Peters zurück, 2010 folgte ihm Pavel in den Funktionärs-Ruhestand. „Jetzt haben wir endlich mal Zeit, das Turnier zu genießen, das wir über so viele Jahre gemeinsam aufgebaut haben“, sagt Klaus Pavel. Große Worte, berechtigte Worte, weil ihnen große Taten vorangegangen sind. Unter Pavel und Peters hat der CHIO sich entwickelt und seinen Ruf, das größte Pferdesport-Spektakel der Welt zu sein, gefestigt und ausgebaut. „Wir haben dafür gesorgt, dass das Turnier Rückenwind bekommen hat“, sagt Pavel.

„Und unsere Nachfolger verstehen es bestens, diesen Rückenwind auszunutzen“, sagt er, während er mit seinem alten Weggefährten Klaus Peters auf der neuen Tribüne im Dressurstadion sitzt, einer der Neuerungen, die nach ihrer Zeit entstanden sind. „Da muss schon sehr viel Seitenwind kommen, damit das Turnier seinen Kurs verliert. So viel Seitenwind gibt es eigentlich gar nicht“, sagt Pavel. Und genau diesen frischen Wind genießen die (Un)Ruheständler. „Wenn wir irgendwo etwas sehen oder wenn uns jemand ruft, dann sind wir natürlich da“, sagt Klaus Peters. Und ansonsten nutzen die beiden die Zeit, um das Turnier zu genießen. „Hier gibt es jeden Tag so viele Höhepunkte, auf die man sich das ganze Jahr über freut“, sagt Peters.

Am Sonntag zum Beispiel den Großen Preis von Aachen und anschließend den Abschied der Nationen.

Auf die Frage, warum sie sich so viele Jahre als Zugpferde vor den ALRV-Karren haben spannen lassen, geben die beiden grauen Eminenzen viele Antworten. Angefangen bei der Reitsport-Leidenschaft. „Wir haben beide im Sattel gesessen“, berichtet Klaus Peters, der Aachener Familien-Großunternehmer. 1955 ist er sogar selbst als 17-Jähriger beim CHIO mitgeritten. Pavel, der Honorarkonsul Brasiliens, macht ein kleines Geständnis. „Früher, als Student, bin ich über den Zaun gesprungen, um den CHIO mitzuerleben. Danach bin ich Mitglied geworden und musste nie mehr über Zäune springen.“

Diese Begeisterung für den Reitsport war und ist die Triebfeder für Pavel und Peters. Mit dieser Begeisterung sind sie nicht alleine. „Hier arbeiten so viele Menschen mit so viel Herz ehrenamtlich für den Reitsport – das ist es, was unser Turnier so einmalig macht“, sagt Peters. Viele der Ordner würden das gesamte Turnier über kein Pferd zu sehen bekommen, weil sie beispielsweise als Parkplatzeinweiser arbeiten. Trotzdem würden sie voller Begeisterung mitarbeiten. Gerade diesen Menschen sei zu verdanken, dass sich Aachen das „Weltfest des Pferdesports“ nennen kann.

Neben dem Herz haben Pavel und Peters auch schon immer ihr Hirn genutzt, um das Turnier zu entwickeln. „Für uns war das eine unternehmerische Aufgabe, den CHIO zur Nummer eins in der Welt zu machen“, erklärt Pavel. Und weil an jedem Turniertag aufs Neue deutlich wird, dass Pavel und Peters die richtigen Entscheidungen getroffen haben, können sie um so mehr genießen.

Vorreiterrolle gegen Doping

Vor allem, weil die Entscheidungen, die ihre Nachfolger getroffen haben, ganz im Sinne des heutigen Ehrenpräsidenten Pavel und des Ehrenmitglieds Peters sind. Beispielsweise die Europameisterschaft im kommenden Jahr. „Ich bin stolz darauf, dass der CHIO eine solche Vorreiterrolle beim Kampf gegen Doping einnimmt“, sagt Peters und Pavel wirft ein: „Aber wir waren immer gedopt. Mit Zuverlässigkeit, Engagement und Herz.“

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