Würselen - Junge Handball-Talente: „Sie haben alle einen tollen Charakter“

Junge Handball-Talente: „Sie haben alle einen tollen Charakter“

Von: Heribert Förster
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Gruppenbild mit Trainern: Die Weidener Auswahlspielerinnen Alina Welter (von vorne), Elisa Gilliam, Silke Mallmann, Nina Xhonneux und Andreas „Mini“ Havenith. Foto: Wolfgang Birkenstock

Würselen. Josef Maaßen ist ein erfahrener Mann, ein echter Haudegen. Er hat Sterne aufsteigen sehen, die schnell zu Sternchen wurden, handballerische Überflieger, die sich nicht lange in der Luft hielten.

Für den 74-Jährigen, seit gut 20 Jahren beim WTV in der Handballabteilung aktiv, ist es deshalb ein ganz besonderes Anliegen, das Engagement der drei Mädels zu loben, die Teilnahme am Vereinsleben, die Verbundenheit, den Einsatz beim Handball-Camp, den Handball-Tagen, und, und, und. „Sie haben alle einen tollen Charakter, Elisa und Nina geben zudem das beim Auswahl-Training Erlernte als Jugend-Trainer an die Mini-Mannschaften weiter.“

Trainer-Duo hat richtig Spaß

Und sie können richtig gut Handballspielen. Sie, das sind: Elisa Gilliam, 15 Jahre jung, auf halblinks oder Linksaußen am Ball. Und Nina Xhonneux, 14, auf der halbrechten und Mittel-Position zu Hause. Und Alina Welter, 14, die als Linksaußen oder aus der Mitte ihre Tore wirft. Bevor die Trainer Andreas „Mini“ Havenith und Silke Mallmann, beide in den ersten Mannschaften der Weidener aktiv, die Stirn runzeln: Im Vordergrund steht natürlich der Teamgedanke bei der weiblichen B-Jugend des WTV, alleine könnten die drei Auswahl- und Ausnahme-Spielerinnen wahrscheinlich kein Spiel in der Oberliga gewinnen.

Havenith und Mallmann („Mini ist für das Handballerische zuständig, ich für das Seelenheil...“) haben richtig Spaß, ihre Mädels zu trainieren. Auch wenn die jungen Damen altersgemäß gerne einmal ein bisschen über die Strenge schlagen, sie sind alle sehr lernwillig. Und, vor allem, mit ganz viel Spaß bei der Sache.

Fragt man Elisa Gilliam, ob sie schon mal an die Zukunft denke, an eine Karriere, die sie vielleicht in die Bundesliga führt, erntet man einen ungläubigen Blick. Nein, nein, das ist doch noch alles weit weg, „da denke ich überhaupt nicht dran“. Dabei ist die Rechtshänderin auf einem durchaus guten Weg. In der Mittelrhein-Auswahl ist sie eine feste Größe, jeden Montag kutschieren sie die Eltern, Omas oder Opas zum Stützpunkttraining nach Leverkusen. Anfang des Jahres war Elisa bei einem Sichtungslehrgang des Deutschen Handball-Bundes in Stuttgart („Frauen-Bundestrainer Heine Jensen war auch da“), Anfang November hat sie in Hannover mit der HVM-Auswahl ein Turnier gespielt, kurz vor Weihnachten sollte sie mit den Mädels vom Mittelrhein nach Frankreich zu einem Turnier, musste aber absagen; sie hatte sich den Daumen gebrochen.

Das Engagement lässt sich trotz G8 und mehreren langen Schultagen noch ganz gut mit „dem Ernst des Lebens“ vereinbaren (Elisa und Nina gehen auf das Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen, die Langerweherin Alina besucht das Rurtal-Gymnasium in Düren). „Der Sport ist eine Abwechslung“, sagt Nina für alle drei, die nicht nur auf dem Platz ein bestens harmonierendes Trio und mit den anderen Spielerinnen einen verschworenen Haufen bilden.

Und was reizt Euch am Handball? Nina Xhonneux ist für klare Worte, „dass man auch mal aggressiv sein darf“. Handball, kein Sport für Zartbesaitete, aber wichtig ist, „dass man sich viel bewegt“. Handball, das ist der Sport für die drei Mädels, Handball bestimmt den Großteil ihre Lebens abseits der Schule. „Ich hab fast alles mal ausprobiert“, erzählt Nina, „Reiten, Turnen, Fußball, und auch Ballett – auf Wunsch der Oma.“ Wieder ein Grund, herzhaft zu lachen...

Ein Spagat

Doch natürlich steht nicht nur der Spaß im Vordergrund, „sie haben alle Ehrgeiz“, sagt Silke Mallmann, die Torfrau der Ersten, die sich prima mit Andreas Havenith, dem Torjäger der Ersten, ergänzt. Der Schlaks lässt keine Zweifel, dass die drei Auswahl-Spielerinnen zwar wichtig sind, „aber es funktioniert nur als Team. Und wir versuchen das auf jeden Fall umzusetzen.“ Aber klar, bei Spielen, die auf der Kippe stehen, übernehmen Elisa, Nina und Alina mehr Verantwortung und diktieren das Geschehen. Der Teamgeist leidet nicht, der Rest der Mannschaft trägt das, „das haben wir vorher so kommuniziert, das wissen alle“, sagt Silke Mallmann. „Aber manchmal ist es ein Spagat.“

Nina Xhonneux und Lina Welter könnten sogar noch in der C-Jugend spielen – und haben in der Vorbereitung bei den Frauen mitgemischt. Können sie bei den Erwachsenen mithalten? „Keine Frage“, sagt Silke Mallmann, und meint das handballspezifische, körperlich sind die drei natürlich noch nicht soweit.

Hallen-Wischerinnen mit Charme

In der B-Jugend-Oberliga war das Ziel vor der Saison der vierte Platz, nach drei Siegen und fünf Niederlagen (Andreas Havenith: „Es gab zu oft zu viele technische Fehler“) liegt der WTV auf Platz fünf, das Ziel ist bei vier Punkten Rückstand noch nicht ganz aus den Augen der Trainer und der 14 Spielerinnen.

Das Schlusswort hat aber noch einmal Josef Maaßen: „Eines muss unbedingt gesagt werden: Nina und Elisa sind die charmantesten Hallen-Wischerinnen samstags bei den Meisterschaftsspielen der ersten Herren-Mannschaft.“

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