Judo-DM: Fehlende Griffkraft ist Entgens‘ Problem

Von: Heribert Förster
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Ob er auch heute bei der DM seine Gegner so gut im Griff hat? Der Walheimer Lars Entgens, hier im Liga-Kampf gegen den Bochumer Florian Wehmann, ist noch nicht hundertprozentig fit. Foto: Wolfgang Birkenstock

Walheim/Bonn. Verdächtig oft sagt Patrick Haas: „Kein Problem“. Der Trainer des Judo-Zweitligisten TSV Hertha Walheim blickt dabei auf die Starterliste der Klasse bis 100 Kilogramm für die Deutschen Meisterschaften in Bonn und sagt bei den potenziellen Gegnern seines Schützlings Lars Entgens verdächtig oft: „Kein Problem“.

Und er sagt: „Eine Medaille wäre das Ziel, wenn Lars fit wäre. Aber er ist noch nicht wieder bei hundert Prozent.“

Seit ziemlich genau 103 Tagen ist Lars Entgens nicht mehr bei hundert Prozent, denn seit seinem Sieg beim Bundesranglistenturnier in Bottrop am 13. Oktober 2014 plagt den 22-Jährigen eine Blutvergiftung im Ringfinger der rechten Hand. „Von der Kraft und Ausdauer bin ich wieder bei hundert Prozent, aber nicht von der Griffkraft – und da kommt es beim Judo drauf an.“ Der Finger ist immer noch dick, schmerzt ein wenig, aber ein Judoka kennt keinen leichten Schmerz, und deshalb geht Lars erstmals nach 103 Tagen wieder in einem Wettkampf auf die Matte.

2014 beendete er die DM unglücklich als Fünfter, heute ab 10 Uhr scheint nur der Leverkusener WM- und Weltranglisten-Dritte Karl-Richard Frey (Leverkusen) unbezwingbar. Danach schätzen Entgens und Haas den Niendorfer Robin Wendt undden Karlsruher Dino Pfeiffer hoch ein. Und dann den Walheimer? Beide sind vorsichtig mit Prognosen, zu vage war die Ausgangslage vor dem Gang auf die Waage.

Gestern Abend fuhr Entgens mit dem zweiten Hertha-Starter, Neuzugang Erich Klinspon (-66 kg), in die Hardtberghalle zum Wiegen, danach ging es zurück in die Heimat und heute wieder nach Bonn. „Dann werde ich wohl auch etwas nervös“, sagt Entgens, der erst seit Weihnachten wieder judospezifisch trainiert und gestern noch entspannt wirkte. Eines steht fest: „Ich mache mir keinen Druck“, während Haas findet: „Lars ist jetzt in einem Alter angekommen, in dem er Leistung bringen muss.“ Wenn nicht das kleine Problem der mangelnden Griffkraft wäre.

Graue Haare wird Patrick Haas schon eher bei den Auftritten des erst 19-jährigen Klinspon. Der Zugang aus Osnabrück ist einer jener Kämpfer, der gegen jeden gewinnen kann – aber auch gegen jeden verlieren. Klinspon kämpfe unorthodox, „aber damit muss ich als Trainer klarkommen“, sagt Haas, „für Erich ist allein schon die Qualifikation für die DM etwas Besonderes.

Aus unserer Region starten auch zwei Kämpferinnen: Die für den JC Mönchengladbach kämpfende Stolbergerin Stephanie Manfrahs und Isabel Schuldt (beide -63 kg/JC Sakura Herzogenrath).

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