Oberbruch/Aachen - Jetzt ist es offiziell: Die Schwarz-Gelben sind nicht zu unterschätzen

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Jetzt ist es offiziell: Die Schwarz-Gelben sind nicht zu unterschätzen

Von: Helga Raue
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Am Ende war der Jubel riesengroß: Die Mädels des Kohlscheider BC, damals noch in der Landesliga unterwegs, gewannen den Sparkassen-Hallencup 2015 dank einer fairen Geste von Alemannia Aachen. Foto: M. Ratajczak

Oberbruch/Aachen. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt und gleich darauf wieder himmelhoch jauchzend: Für die Fußballerinnen des Kohlscheider BC war das Finale um den Sparkassen-Hallencup 2015 ein extremes Wechselbad der Gefühle.

Dass sie sich am Ende als Siegerinnen feiern lassen durften, hatten sie auch ihren Kolleginnen des Zweitligisten Alemannia Aachen zu verdanken, die sich sportlich überaus fair verhalten hatten. Anno 2016 könnten sich die beiden Teams wieder gegenüberstehen, denn Alemannia und der Mittelrheinligist aus Kohlscheid bilden bei der Endrunde um den Sparkassen-Hallencup am kommenden Samstag, 30. Januar, in Oberbruch die beiden Gruppenköpfe.

Die Aachenerinnen allerdings werden mit ihrer zweiten Mannschaft aus der Mittelrheinliga die Finalrunde bestreiten, da das Zweitligateam gleichzeitig ein Testspiel beim MSV Duisburg absolviert, dem Tabellenführer der 2. Bundesliga Nord. Der Anpfiff in der Oberbrucher Don-Bosco-Halle erfolgt um 13 Uhr.

Anno 2015: Zwei Mal hatte der KBC jeweils die Führung der Alemannia ausgeglichen, 2:2 hatte es nach der regulären Spielzeit im Finale zwischen der favorisierten Alemannia und dem damaligen Landesligisten gestanden. Und nach dem 4:2 im Neunmeterschießen war der Jubel der KBC-Akteurinnen grenzenlos gewesen – bis der Schiedsrichter eingestand, dass das Neunmeterschießen nicht regelkonform angelaufen war und wiederholt werden musste. Die Alemannia-Frauen strahlten, warfen einen Blick auf die weinenden KBC-Frauen, steckten die Köpfe zusammen – und verzichteten. Der Weg für den KBC war frei.

„Fair geht vor. Uns haben die KBC-Mädels leid getan. Ich denke, am Ende waren wir alle Siegerinnen“, begründete die damalige Kapitänin Susanne Kasperczyk die Entscheidung, die ihrem Team die Fair-Play-Trophäe des Fußballverbandes Mittelrhein (FVM) einbrachte. Vorgeschlagen hatte das Team Gustav Zysk, damals kurz Trainer beim KBC. Inzwischen betreut Frank Kouchen den Aufsteiger.

„Wir sind Titelverteidiger und trotzdem Außenseiter“, sagt Kouchen, für den es der erste Hallencup mit dem KBC ist. Der KBC trifft in der Gruppe B auf Mittelrheinliga-Spitzenreiter Sportfreunde Uevekoven sowie Landesliga-Spitzenreiter TV Konzen und Bezirksligist Germania Dürwiß, die sich in der Vorrunde das Ticket noch gesichert hatten.

„Wir haben die schwere Gruppe erwischt. Der TV Konzen könnte überraschen, und gegen Dürwiß haben wir schon zwei Mal in der Halle 0:0 gespielt. Platz 2 ist möglich, aber es wird schwierig“, stuft Kouchen Uevekoven als Favorit in der Gruppe B ein. In der Liga hatte Neuling KBC bei der 1:3-Niederlage gegen Uevekoven ganz gut gegengehalten, aber „diese Saison ist ja noch eine Lernphase für uns“. Das Ziel ist der Klassenerhalt, der nach dem vorzeitigen Rückzug von drei Teams aus der Mittelrheinliga greifbar ist. Nur wenn ein Regionalligist aus dem Mittelrhein absteigt, würde es noch eine vierte Mannschaft „erwischen“.

„Wir werden erstmals bei einem Hallenturnier in diesem Winter mit der bestmöglichen Mannschaft antreten“, nimmt Marcel Herzog die Favoritenrolle an, auch wenn er beim Ziel nur vielsagend lächelt. „Wir finden immer schwer in so ein Turnier hinein, daher ist das erste Spiel gegen den KBC gleich das schwerste“, relativiert Uevekovens Trainer. „Ich habe bewusst relativ viele Hallenturniere angenommen, da ich die Mädels angesichts der vielen Pausen in der Liga ja auch bei Laune halten muss. Außerdem habe ich schon immer selbst gerne in der Halle gespielt“, freut sich der 36-Jährige auf den Hallencup.

Ebenfalls als Qualifikanten sicherten sich Landesligist TuS Jüngersdorf/Stütgerloch und Bezirksligist SC Stetternich einen Platz in der Gruppe A, die Landesligist Eintracht Kornelimünster und Ale-mannia Aachen komplettieren. Allerdings wird der Zweitligist – wie erwähnt – nicht mit seiner Erstbesetzung antreten. „Das Spiel in Duisburg war schon vereinbart, als wir noch nicht wussten, dass die Finalrunde des Hallencups am 30. Januar stattfindet“, bedauert Aachens Trainer Dietmar Bozek die Terminkollision.

Zu unterschätzen sind die Schwarz-Gelben aber dennoch nicht, denn auch die Reservemannschaft von Trainer Bernd Aufderheide spielt in der Mittelrheinliga. Der Coach sagt: „Ich erwarte, dass meine Mannschaft alles gibt, sich reinhängt. Der Kampf um die Stammplätze ist in vollem Gang.“

Im vergangenen Jahr war Aachen mit einem 3:1 gegen Waldenrath-Straeten, dem 10:0 gegen Hörn sowie einem 1:1 gegen den KBC ins Halbfinale eingezogen, in dem man sich in einer Neuauflage des Finales von 2014 mit 5:0 von Jüngersdorf/Stütgerloch trennte. Die Gruppe B hatte Uevekoven gewonnen, nach dem Beinbruch ihrer Spielerin Michelle Gaden beim Stand von 1:2 gegen den KBC auf eine Fortsetzung der Partie verzichtet.

Und ein weiteres Beispiel für Fairness: Jüngersdorf/Stütgerloch hatte auf das Neunmeterschießen um Platz 3 verzichtet und den Bronzerang kampflos mit Uevekoven geteilt. „Michelle hat sich gut erholt, spielte drei Monate später schon wieder Fußball. Sie wird in Oberbruch dabei sein, aber nur als Zuschauerin“, erläutert Herzog.

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