Aachen - „Jeanne d‘Arc“ greift nach den Sternen

„Jeanne d‘Arc“ greift nach den Sternen

Von: Ute Steinbusch
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Ausdrucksstark: Corinna Knauf peilt eine Medaille an. Foto: Daniel Kaiser

Aachen. Man sagt ihr nach, sie sei „eine Kampfsau“. Corinna Knauf wird im Wettkampf immer besser. Dabei kommt ihr zupass, dass die Pflicht ihre Stärke ist. Diese steht traditionell am Anfang von insgesamt vier Tests, die die Einzel-Wettbewerbe im Voltigieren umfassen. Gut in der Pflicht gestartet, hat sie einen optimalen Einstieg ins Championat.

Corinna Knauf gehört zu den drei deutschen Starterinnen, von denen sich die Bundestrainerin Ursula Ramge vor der EM im Gegensatz zu Team, Pas de Deux und den Männern nicht ganz sicher gewesen war, ob Medaillen erreichbar wären. Doch Knauf legte den Turbo ein: Nach der Pflicht auf Platz eins, ließ sie sich in der Kür am Freitag die Führung nicht streitig machen. Dabei hatte die Entwicklung der Kür zu Beginn der Saison etwas gehakt: Erst war ihre elfjährige Stute Fabiola nicht topfit, dann lief es bei Knauf selbst nicht rund. Doch das Thema ihrer Kür passt zum Naturell der 22-Jährigen. Sie interpretiert Jeanne d’Arc, die französische Nationalheldin. „Das kam eher zufällig. Erst wollten wir eine Oper zum Thema machen, aber damit war ich nicht so glücklich. Dann sind wir bei den Musicals fündig geworden.“

Jeder Handgriff unter der Lupe

Mit einer professionellen Choreographin entwickelte Knauf ihre Kür. „Wir haben wirklich jeden Handgriff unter die Lupe genommen, zum Beispiel, wie ich den Pfeilschuss relativ zu Beginn der Musik am besten interpretiere.“ Nun hat Jeanne d’Arc gesiegt. Doch Knauf gibt sich zurückhaltend: „Ein paar Sachen hätten noch besser sein können, aber das ist ja immer so. Immerhin hatte ich keine groben Fehler.“

Als sie das Pferd in Köln in den Hänger geladen hat, lautete das Ziel des Knauf-Teams, eine Medaille zu gewinnen. Mit Bronze wären sie schon sehr zufrieden gewesen. Das „Knauf-Team“ umfasst neben ihr und der Stute Fabiola ihre Schwester Alexandra, seit Jahren ihre Longenführerin. Aktuell sieht die Lage etwas anders aus: „Ich bin happy, aber ich will am Boden bleiben. Wenn es bis Sonntag weiter so gut läuft, kann man sehen, ob ich in der Kür einen ordentlichen Lauf anpeile oder nochmal richtig auf Risiko gehe.“ Ein Prozess, der nur im Kopf der jungen Athletin ablaufen wird, denn den Ablauf ihrer Kür wird Corinna Knauf nicht verändern. Je mehr Hype um sie herum stattfindet, desto mehr genießt Fabiola ihren Auftritt. „Bei so einer Atmosphäre läuft sie umso lieber ein“, beschreibt Knauf ihr Pferd, auf dem sie seit drei Jahren voltigiert.

Neben der Führenden liegen die weiteren beiden deutschen Starterinnen Christine Kuhirt und Kristina Boe nach Pflicht und Kür auf den Plätzen vier und elf. Im Pas de Deux liegen nach der Kür Torben Jacobs und Pia Engelberty auf Platz 2, das weitere deutsche Paar Gera-Marie Grün und Justin van Gerven auf Rang 4. Die deutschen Herren tauschten ihre Plätze. Thomas Brüsewitz führt nun das Feld an, dicht gefolgt von Jannis Drewell. Viktor Brüsewitz folgt auf Rang 4. Das Team Neuss brach mit seiner Kür nicht nur thematisch zu den Sternen auf: Es distanzierte die Konkurrenz deutlich und führt nun mit einer Traumwertung von 9,226.

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