Ist auch Dieter Hecking ein guter Zocker?

Von: Bernd Schneiders
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Heckings Wackel-Duo: Lars Stindl (r.) und Raffael. Foto: imago/MIS

Mönchengladbach. Im Sommer 2015 hat Max Kruse Borussia Mönchengladbach in Richtung Wolfsburg verlassen. Dennoch sagt Julian Nagelsmann vor dem Besuch der Elf vom Niederrhein in Sinsheim: „Das ist eine Mannschaft, die einfach gerne und gut zockt.“ Verblüffend, diese Einschätzung des Hoffenheimer Trainers.

Hat Borussia unter Dieter Hecking doch nicht den Eindruck hinterlassen, dass ihre imponierende Punktesammelei auf Glücksspielen basierte. Aber Nagelsmann ist 29 Jahre, und der derzeit jüngste Coach der Bundesliga spricht natürlich auch eine junge Sprache.

Der Schwerpunkt seiner benutzten Vokabel liegt also wohl auf dem Spielerischen, weniger auf dem Glücksaspekt. Indiz dafür ist das Geständnis: „Gladbach ist eine der Mannschaften, die ich in der Bundesliga sehr gerne anschaue.“ Damit steht Nagelsmann nicht allein, speziell in der Region rings um Sinsheim. Das verblüffte bereits Jonas Hofmann, als er von Dortmund zur anderen Borussia, für viele die wahre Borussia, kam. Seine jetzige Ehefrau Lena kommt aus Sinsheim, und dort „entstand ein kleiner Hype, als ich wechselte. Es gibt dort unglaublich viele Gladbach-Anhänger. Ich weiß nicht, wieso.“

Na, wegen der Zockerei eben. Und dass die gut funktioniert, dafür sind nicht zuletzt Raffael und Kapitän Lars Stindl zuständig. Dummerweise sind das auch die beiden Spieler, die für das Spiel gegen Hoffenheim auszufallen drohen. Der Brasilianer hat sich zuletzt in Köln eine Innenbanddehnung im Knie zugezogen, Stindl plagt sich mit muskulären Problemen herum, die Aussichten bei ihm erscheinen aber weitaus besser als bei Raffael.

Wie immer auch die Arbeit der medizinischen Abteilung ausgehen mag, Hecking zeigt wieder einmal, was sich atmosphärisch am Niederrhein in den letzten Monaten getan hat: Gelassenheit ist eingezogen. „Du darfst dich nicht verrückt machen lassen, sondern musst von deiner Qualität überzeugt sein“, so die Gebrauchsanweisung des 52-jährigen Fußballlehrers.

Das ist Thorgan Hazard eh, der neben Josip Drmic den Top-Kandidat für die Sturmzentrale darstellt. Der Belgier ist mit seiner guten Mischung von Schnelligkeit und Abschlussqualitäten Stammspieler. Anders als Drmic, der auch unter Hecking nur sporadisch zum Einsatz kommt. Wenn Hazard ein Neuneinhalber ist, ist der Schweizer immerhin eher ein Neundreivierteler: Im Gladbacher Kader ist Drmic der Offensivspieler mit der höchsten Strafraumpräsenz. Und gemäß Hecking muss der 24-Jährige auch nicht bar jeden Selbstvertrauens sein: Zuletzt traf er in der „Nati“ und in Köln bereitete er als Einwechselspieler mit einem Pfostenschuss Stindls Siegtreffer vor.

Ob aber Mönchengladbachs erfolgreichstes Sturm-Duo überhaupt komplett ersetzt werden muss, ist nach wie vor fraglich. Schließlich könnte auch das sportliche Oberhaupt der laut Nagelsmann so spielfreudigen Profis, Dieter Hecking, ein guter Zocker sein.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Elvedi, Christensen, Vestergaard, Wendt - Herrmann, Strobl, Dahoud, Hofmann - Stindl , Hazard (Drmic).

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