Iron Man: Astrid Ganzow wählt den unbequemen Weg

Von: Christoph Pauli
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Ihre Profi-Karriere nimmt gerade Fahrt auf: Astrid Ganzow. Foto: sport/simon

Aachen. Die Einladung zum Iron Man auf Hawaii hatte sich Astrid Ganzow selbst errackert. Im letzten Jahr siegte sie in ihrer Altersklasse (30 bis 34 Jahre). Als Weltmeisterin ist man natürlich beim wichtigsten Wettbewerb der Triathleten höchst willkommen. Die junge Sportlerin aus Aachen hat die Einladung quasi ausgeschlagen, sie hat den härteren Weg gesucht.

Vielleicht neigen ja Extremsportler dazu, es sich nicht allzu bequem zu machen. Ganzow jedenfalls beantragte Ende letzten Jahres eine Profi-Lizenz – und musste sich neu qualifizieren für das Rennen am Pazifischen Ozean. „Immer gewinnen ist auch langweilig“, sagt die Ärztin. „Es macht auch Spaß, sich mit den Besten der Szene zu messen.“ Für Ganzow ist es eine neue Herausforderung, aber noch ist es ein Kampf mit ungleichen Waffen. Sie nennt sich zwar Profi, aber noch immer arbeitet sie im Schichtdienst am Klinikum. Erst ab 1. Oktober wird sie ihre Stelle nahezu halbieren.

Zeit für mehr Regeneration

Den Trainingsumfang wird sie danach kaum erhöhen, aber es bleibt Zeit für andere schöne Sachen wie „Schlaf oder Regeneration“. Sachen, die zu kurz kamen in den letzten Jahren.

Vor ein paar Tagen startete die „Sportlerin des Jahres 2013“ in Mont Temblant bei der Weltmeisterschaft über die halbe Iron-Man-Distanz. Für den Wettstreit in Kanada werden die 35 besten Profi-Frauen der Welt eingeladen. Dieses Ziel hatte Ganzow im ersten Profi-Jahr knapp verpasst. Eine andere Athletin sagte ab, und so bekam sie kurzfristig die Gelegenheit, sich mit den besten zu messen. „Nie habe ich so ein starkes Feld in einem Rennen erlebt“, sagt sie sichtlich beeindruckt. Nach 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern auf dem Rad und 22 Kilometern Laufen kämpfte sie sich in 4:31:33 in die Top 20 der Profi-Frauen und überquert jubelnd die Ziellinie. Den Sieg sicherte sich die Schweizerin Daniela Ryf vor Jodie Swallow und Heather Wurtele. Mit dem Platz freundete sich die ehrgeizige Sportlerin an, mit der Zeit nicht so. „Ich habe ein tolles, wenn auch nicht perfektes Rennen gemacht und die anderen waren heute einfach schneller“, resümiert die Ausdauersportlerin.

Ihr Sportlerjahr geht langsam zu Ende, Ende des Monats startet sie noch auf Mallorca, dann ist für diese Saison Schluss. Die direkte Qualifikation für Hawaii hat die Weltmeisterin verpasst, nicht alle Wettkämpfe verliefen ideal. Man vergisst es schnell: Die Medizinerin startet erst im dritten Jahr in der elitären Branche der Königs-Athleten. Den Durchbruch hat sie schnell geschafft. 2015 mit den Profis zu starten, ist als das „ganz große Ziel“ bereits formuliert. Beim Rennen auf Hawaii Mitte Oktober ist Astrid Ganzow dann doch dabei. Sie wird ihren Freund anfeuern, denn Christian Decker vom Brander SV hat sich für das Spektakel qualifiziert. So wie er sie 2013 bei ihrem WM-Sieg unterstützt hat.

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