In Köln soll es vor allem um Fußball gehen

Von: Lukas Weinberger
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Das Team im Blick: Für Kölns Trainer Peter Stöger steht gegen Mainz 05 der Sport im Vordergrund. Foto: sport/Eduard Bopp

Köln. Bei den sogenannten Spieltagspressekonferenzen des 1. FC Köln im Geißbockheim ist ja eigentlich Peter Stöger der meistgefragte Mann, er ist schließlich der Trainer der Mannschaft, und die Fragen der Presse vor einem Spieltag kann er am besten beantworten.

Zum Kader, zur Taktik, zum Gegner, zum Fußball allgemein. Das hat Stöger auch am Donnerstag getan, wie immer, er saß auf dem Podium, er sprach über seine Spieler und die von Mainz 05, gegen die seine Mannschaft am Samstag (15.30 Uhr) antreten wird.

Dass am Donnerstag aber nicht alles wie immer war, wurde spätestens klar, als Stöger die letzte Frage beantwortet und den Konferenzraum verlassen hatte, da verlangten ein paar Journalisten nämlich noch nach Tobias Kaufmann, und das war dann der endgültige Beweis dafür, dass der nächste Bundesliga-Spieltag auch in Köln kein normaler sein wird.

Das Stadion öffnet früher

Kaufmann ist Leiter der Abteilung für Medien und Kommunikation, er steht trotzdem nicht oft vor Mikrofonen, Kameras und Notizblöcken, viel seltener als Stöger jedenfalls, aber am Donnerstag sollte auch er etwas zum Spieltag sagen. Kaufmann erklärte also, dass der FC im engen Austausch mit der Polizei stehe und dass es demnach „keine konkrete Bedrohungslage für Köln“ gebe, er sagte auch: „Ich denke, dass jeder Verständnis dafür haben wird, dass an den Sta­dioneingängen gewissenhaft kon­trolliert werden wird.“ Er riet den Fans deshalb, am Samstag etwas früher zu kommen, das Rhein-Energie-Stadion öffne bereits um 13 Uhr.

Am ersten Bundesligaspieltag nach den Terrorangriffen von Paris und der Länderspielabsage von Hannover ist vieles anders, und das fing ja schon mit der Pressekonferenz an. In der ersten Frage an Stöger ging es nicht um Sport, sondern um Gefühle, die seiner Spieler, seine eigenen, weshalb der Trainer direkt mal sagte: „Ich bin eigentlich dafür da, sportliche Fragen zu beantworten.“

Auf die anderen Fragen ging er dennoch ein; „die Jungs wirken stabil“ und „mir geht es gut“, sagte er, auch wenn die schrecklichen Ereignisse natürlich Thema in der Mannschaft gewesen seien. „Wenn jemand ein Problem mit der Situation hat, wird er das in seinem Bereich besprechen, und es gibt logischerweise auch das Angebot, bei uns Rat zu holen.“ Das Wichtigste sei aber etwas anderes, Stöger sagte: „Wir freuen uns auf das Spiel am Wochenende, und diese Freude lassen wir uns auch nicht nehmen“

Und irgendwann ging es dann ja auch in der Pressekonferenz um den Sport, über den wollte Stöger auch viel lieber sprechen, er sagte: „Das ist ein wichtiges Spiel.“ Köln ist Siebter, Mainz Neunter, in den bisherigen 22 Aufeinandertreffen ging jede Mannschaft je neun Mal als Sieger vom Platz. Und auch sonst gebe es zwischen den Gästen und seiner Mannschaft viele Parallelen, findet Stöger. Beide Teams hätten in dieser Saison schon gute Phasen erlebt, aber auch schwere, beide hätten starke Gegner geschlagen, gegen schwächere verloren. Und das lässt den Trainer zu einem wenig überraschenden Schluss kommen: „Wir sind auf Augenhöhe mit Mainz.“

Am Samstag sollte der FC dennoch ein bisschen überlegen sein, will er Stögers Zielsetzung denn erfüllen: Der Trainer möchte drei Punkte. Helfen könnte es da, dass alle zuletzt Verletzten wieder an Bord sind, das gilt auch für Jonas Hector, der seine Oberschenkelprellung aus dem Länderspiel in Paris auskuriert hat und den lange verletzten Innenverteidiger Mergim Mavraj. Wenn nichts mehr passiert, wären alle Kölner Spieler einsatzfähig, Stöger sagt: „Das ist eine schöne Situation.“

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