Aachen - In Aachen wird Daegu abgehakt

In Aachen wird Daegu abgehakt

Von: Mischa Wyboris
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Aachen. Jeremy Scott kann sich an die Höhe bei seiner bislang einzigen Teilnahme am „NetAachen-Domspringen” aus dem Jahr 2009 schon gar nicht mehr erinnern. „Und das ist meist kein gutes Zeichen”, erklärt der US-Amerikaner. 5,35 Meter warens, Platz sechs.

„There you go”, sagt der 30-Jährige mit einem abfälligen Lachen - was so viel heißt wie: „Sag ichs doch.” 45 Zentimeter mehr mögen es heute bit­te schon sein, orakelt der WM-Neun­te, der in Daegu immerhin 5,65 Meter überquert hat und desssen persönliche Bestmarke in diesem Jahr bei besagten 5,80 Metern liegt.

20 Stunden Rückflug aus Südkorea nach einer mäßigen WM, dann kaum drei Tage zu Hause und noch einmal einen Reisetag nach Aachen: Jeremy Scott hat einige Strapazen hinter sich. Doch Müdigkeit ist für den US-Vizemeister kein Thema. „Sobald du in Aachen an den Start gehst, kannst du gar nicht anders, als dich von der Begeisterung der Leute tragen zu lassen”, sagt Scott, der mit seinen 2,06 Metern Körpergröße fast so wirkt, als könne er das heutige Meeting getrost auch ohne Stab in Angriff nehmen.

Sportlich hat der US-Hallenmeister aus dem Jahr 2009 an der Entscheidung von Daegu noch zu knabbern. „Natürlich bin ich enttäuscht”, sagt Scott, der bei seinem unglücklichen WM-Aus zweimal erst im Herunterfallen knapp die Latte riss. „Eigentlich habe ich mich gut gefühlt und eher damit gerechnet, einen neuen persönlichen Rekord aufzustellen. Ich spü­re, dass ich die Höhe habe - vielleicht jetzt in Aachen.”

Der Meeting-Rekord gehört bekanntermaßen dem WM-Fünften Malte Mohr: 5,90 Meter in Aachen 2010, 5,85 Meter in Daegu 2011. „Bei der WM hat man gesehen, was die 5,90 Meter wert sind”, sagt Michael Leers, Abteilungsleiter Leichtathletik von Ausrichter Alemannia Aachen, und fügt hinzu: „Um die zu knacken, hat jeder sein eigenes Ritual, seinen eigenen Standard in der Vorbereitung.”

Jeremy Scott ist nicht abergläubisch, er hält nichts von Ritualen vor dem Sprung. „Ich opfere keine Hühnchen”, sagt der Hüne und lacht. „Ich lasse mich einfach von der Menschenmenge berauschen.” Das sollte bei 5000 Zuschauern erhebend genug sein.
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