Aachen - Immer noch ein Racer, nur die Seiten gewechselt

Immer noch ein Racer, nur die Seiten gewechselt

Von: Klaus Schmidt
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Die beste Zeit der Karriere: Sascha Maaßen im Porsche RS Spyder, den er mit entwickelte und zu zahlreichen Siegen fuhr. Foto: Porsche

Aachen. Als er am 27. Januar 2013 aus seinem Porsche 911 GT3 Cup stieg, da wusste Sascha Maaßen noch nicht, dass diese 24 Stunden von Daytona das letzte Rennen seiner Karriere sein würden. Der Langstrecken-Klassiker hatte ein paar Fallstricke bereit gehalten, am Ende belegten der Aachener und seine Fahrerkollegen für Snow Racing/Wright Motorsports den elften Platz in der GT-Klasse.

Es war ein unspektakulärer, leiser, vielleicht so nicht angedachter Abschied. Doch Maaßen hat damit nie gehadert. „Ich habe es so genommen, wie es sich entwickelt hat. Ich trauere dem nicht nach.“ Warum auch, der Mann blickt auf eine erfolgreiche Laufbahn zurück. In der er „fast alles“ richtig gemacht habe.

Kart und Formel Ford. Formel 3 mit den Grenzland-Duellen gegen Claudia Hürtgen und Jörg Müller und dem Sieg beim prestigeträchtigen Macau Grand Prix 1994. Eine sportlich eher schwierige, aber lehrreiche Zeit als Nissan-Werkspilot im Super-Tourenwagen-Cup (1995 bis 1997). Starts in der britischen Formel 3000. FIA GT-Meisterschaft. Und dann: der Glückstreffer, der Sprung über den großen Teich, mit einem Porsche-Werksvertrag in der Tasche.

In der American Le Mans Series (ALMS) wurde Sascha Maaßen zu einem der populärsten Fahrer, bekannter als in der Heimat. Drei Mal holte er den Titel (2002 und 2003 in der GT-Klasse, 2006 in der LMP2), der Gewinn dieser letzten Meisterschaft im Team der Motorsport-Legende Roger Penske war zweifellos der Höhepunkt.

„Der RS Spyder war mein Baby“: Maaßen spielte im Entwicklungs- und Einsatzprogramm dieses wunderschönen Prototypen die Hauptrolle, er fuhr das erste und das letzte Rennen. Beim DTM-Finale auf dem Hockenheimring wurde der Bolide noch mal losgelassen. „Acht, neun historische Autos sind über die Strecke gegangen, ich durfte den Spyder fahren.“

Bereits vor drei Jahren, als der Daytona-, Sebring- und Le-Mans-Routinier (GT-Sieger 2004) seine letzte Saison in der ALMS bestritt (Neunter in der GT-Klasse), schlug Maaßen parallel den Weg zum heutigen „Fulltime-Job“ ein. „Zunächst war ich bei Porsche Junior-Coach nur für den nationalen Carrera Cup.

Ab 2013 dann auch für den internationalen Supercup im Rahmen der Formel 1. Das hätte nicht funktioniert, wenn ich selbst weiter Rennen gefahren wäre. Und machte deutlich mehr Sinn.“ Der Hersteller, mit dem er seine größten Erfolge feierte, sicherte sich den Erfahrungsschatz. „Ich habe das dankend angenommen, das ist eine super Aufgabe.“

Unter der Woche bleibt jetzt mehr Zeit, weil die ständigen USA-Flüge entfallen. „Aber ich habe mehr Einsätze an Rennwochenenden.“ Zuletzt war Maaßen, der im belgischen Lontzen lebt, auf dem Lausitzring, neun Kandidaten stritten bei der Sichtung um einen Platz im Supercup, vier um ein Cockpit im Carrera Cup. Über 100 Bewerbungen als Porsche-Junior waren eingegangen, „in nur zwei Monaten. Die Auswahl war nicht ganz einfach.“ Sein gutes Gespür hat Maaßen schon nachgewiesen. „Im letzten Jahr haben meine Junioren beim Supercup in Monza das komplette Podium belegt. Das kam nicht überall gut an... In diesem Jahr haben wir dann die Plätze eins und zwei geholt.“

Eine Rückkehr als Aktiver will Sascha Maaßen nicht kategorisch ausschließen. „Doch die Sinnhaftigkeit wird mit zunehmendem Alter geringer. Die Jungen haben noch Ziele, mir macht die Arbeit mit ihnen Spaß. Ich bin ja immer noch Racer, habe nur die Seiten gewechselt.“

Vor kurzem hat der 46-Jährige seine im Karbon-Business engagierte Firma verkauft. Der siebenjährige Sohn Montego gibt bislang bei Besuchen auf der Kartbahn nicht zu erkennen, dass er auch mal Rennfahrer werden will. „Der ist eher vorsichtig, will keine Unfälle bauen, nicht drängeln. Vielleicht einer für Golf oder Tennis, Präzisionssportarten.“

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