Homrighausens einsame Aufholjagd bei „Rund um Dom und Rathaus“

Von: Wilhelm Peters
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Zurück im Rennen: Nach einer langen Aufholjagd schob sich Zugvogel Heiko Homrighausen (vorne) noch auf den fünften Platz vor. Foto: Martin Ratajczak
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Strahlender Sieger mit Pflasterstein-Trophäe: Alexander Weifenbach. aus Spich. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Alles glatt gegangen, keine Stürze, keine Zwischenfälle, ein verdienter Sieger, ausgezeichnet von Veranstalter RC Zugvogel 09 organisiert und durchgeführt, aber nur eine ungewohnt spärliche Kulisse: Die 41. Auflage des Radklassikers Aachener Bank Rennen Rund um Dom und Rathaus war einmal mehr jenes Kopfsteinpflaster-Spektakel, das den Teilnehmer alles abverlangte.

„Dass weniger Zuschauer den Kurs säumen, liegt natürlich in erster Linie am EM-Viertelfinale Deutschland gegen Italien“, fand Zugvogel-Chef Guido Diefenthal natürlich schnell die Gründe für die großen Lücken hinter den Absperrgittern.

Zwei Rennfahrer prägten am Samstagabend das Kriterium: Sieger Alexander Weifenbach vom RV Blitz Spich hatte sich früh vom Fahrerfeld abgesetzt und fuhr ein einsames Rennen bis ins Ziel. Das erreichte er nach 1:48:24 Stunden um kurz vor 21 Uhr nach 80 Runden und mit 72 Rennkilometern in den Beinen, ehe er die Hände vom Lenker nahm und gen Himmel reckte. Der hatte ein Einsehen und hielt sich geschlossen. Wohl in dem Wissen, dass regennasses Kopfsteinpflaster höchst gefährliche sein kann.

Heiko Homrighausen war der andere Pedalkünstler, der ein so beherztes Rennen fuhr, dass er, zwischenzeitlich abgehängt, am Ende noch auf Platz 5 landete. Sein Vereinskollege Michael Schweizer hielt ihm die verbliebene Konkurrenz vom Leib, fuhr ein taktisch kluges Rennen und „bremste“ das Feld. Nach etwa 40 Runden fiel er zurück, musste das Feld ziehen lassen. „Ich hatte Probleme mit der Schaltung, musste das Rad wechseln“, sagte Homrighausen.

Zwölf Fahrer waren noch unterwegs, um das prestigeträchtige Rennen zu gewinnen. Der spätere Sieger Alexander Weifenbach fuhr dann aus der Gruppe heraus. „Eigentlich nur, um diese eine Runde zu gewinnen, für die es eine Prämie gab“, gestand er hinterher, nicht an ein so langes Solo gedacht zu haben.

Schnell war er unterwegs, während Homrighausen einsam, aber präzise wie ein Uhrwerk seine Runden drehte. Der schnelle Sieger war bald in Sichtweite, Homrighausen hängte sich an dessen Hinterrad, und waren bald wieder bei den Konkurrenten, die Wiefenbach damit überrundete, während Homrighausen zurück war im Feld.

Nun lösten sich die später zweit- und drittplatzierten Alexander Nordhoff (Spich) und Matthias Bertling (Düren) aus der Gruppe, aus der sich kurz vor dem Rennende noch der viertplatzierte Marcel Kalz (Holzkirchen) und Homrighausen lösten. „Ich habe kurz vor dem Radwechsel daran gedacht aufzugeben.

Aber danach lief es besser“, sagte der erst 19-jährige Homrighausen, der im ersten Jahr in der B-Klasse unterwegs ist und bei zwei weiteren Platzierung in die A-Klasse aufsteigt. „Die letzten Runden taten nur noch weh“, gestand er. Die Schmerzen aber haben sich gelohnt: Für seine Leistung wurde der Aachener mit dem Preis als kämpferischster Fahrer geehrt. „Clever gemacht“, fand denn auch Zugvogel-Chef Guido Diefenthal. „Erst abgehängt, dann von Weifenbach überrunden lassen, sich an ihn gehängt und Platz 5 geholt. Ich freue mich für und mit ihm.“

Dazu hatte auch der Mann aus Spich allen Grund. NRW-Landesmeister Alexander Weifenbach, der 2015 vor dem Aachener Rathaus auf den zweiten Platz gesprintet war, hielt auf dem Treppchen die Siegertrophäe, mit einem breiten Lachen in Händen. „Als ich weggefahren bin, um mir die Rundenprämie zu holen, habe ich bald gemerkt, dass ich schön mein eigenes Tempo fahren konnte. Bei diesem Ausscheidungsrennen ist ja sowieso jeder eher für sich unterwegs. Das ist das gute an dem schweren Kurs auf Kopfsteinpflaster, da muss jeder für sich in die Pedale treten. das ist ein einzigartiges, technisch sehr anspruchsvolles Rennen.“

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