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Herrmann rettet der Borussia den Punkt

Von: Maik Rosner
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Und hinein ins Vergnügen: Patrick Herrmann gleicht per Heber über Augsburgs Torwart Mohamed Amsif zum 1:1-Endstand aus. Foto: M.I.S.

Augsburg. Wie ein Überraschungsei sei Borussia Mönchengladbach, hatte Martin Stranzl vor dem Spiel beim FC Augsburg noch gewitzelt, man wisse nie, was drin steckt. Der Vergleich passte am Sonntag recht gut. Denn bis zur Schlussphase sah es eigentlich nicht nach Spiel, Spaß und auch nur bedingt nach Spannung aus.

Doch dann nutzte Patrick Herrmann in der 85. Minute einen verunglückten Abwehrversuch von Gibril Sankoh und hob den Ball über Mohamed Amsif ins Tor.

Heraus kam so ein Punkt für die Borussia, mit dem trotz einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit schon keiner mehr gerechnet hatte. „Wir haben schlecht begonnen. Nachher hat die Mannschaft angefangen, Fußball zu spielen“, sagte Trainer Lucien Favre drei Tage nach dem 2:0 gegen Limassol in der Europa League und lobte: „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt.“

Für den FC Augsburg war es dagegen eher ein faules Ei, das zu dem leistungsgerechten 1:1 (1:0) und zu der Enttäuschung geführt hatte, dass die frühe Führung durch Sascha Mölders (5.) nicht für den zweiten Saisonsieg gereicht hatte. „Schade für die Jungs“, sagte Trainer Markus Weinzierl, der mit seiner Mannschaft mit fünf Punkten Rückstand auf Relegationsrang 16 Tabellenletzter bleibt, aber nach dem Abpfiff Rückendeckung durch Manager Jürgen Rollmann erhielt.

Favre konnte mit seiner Mannschaft lange Zeit nicht zufrieden sein, wozu natürlich in besonderem Mölders Führung beitrug. Eine Flanke von Kevin Vogt nutzte der Angreifer fast von der Strafraumgrenze zu einem kleinen Kunststück, als er Torwart Marc-André ter Stegen mit einem Kopfballheber übertölpelte. Was folgte, war ein Spiel auf mäßigem Niveau. Augsburg agierte dabei, wie man das erwarten durfte. „Wir müssen viel zorniger sein“, hatte Rollmann ja zuletzt gefordert und zudem in Auftrag gegeben, das Spiel des Gegners zu zerstören und selbst keine Fehler zu begehen. All das gelang bis auf Sankohs Fauxpas ordentlich.

Die Gladbacher übernahmen nach der von ihnen verschlafenen Anfangsphase nach und nach die Spielkontrolle, doch gefährlicher blieben zunächst die Augsburger. Bestes Beispiel dafür war der Lattentreffer von Mölders unmittelbar vor dem Pausenpfiff, als er eine Hereingabe von Matthias Ostrzolek sehenswert direkt Richtung Tor lenkte. „Wenn sie da das 2:0 machen, wird es wahrscheinlich eng“, gab Gladbachs Tony Jantschke zu. Denn die bis dahin ziemlich ideenlosen Borussen hatten bis zum Seitenwechsel nicht eine nennenswerte Chance anzubieten.

Das änderte sich in der zweiten Hälfte, als Favre zunächst Peniel Mlapa und später auch Mike Hanke und Granit Xhaka einwechselte. Juan Arango nach einer guten Stunde mit einer Direktabnahme, Mlapa mit einem Rechtsschuss und Jantschke mit einem Kopfball waren zunächst noch erfolglos. Doch dann verschätzte sich Sankoh – und Herrmann brachte dem Überraschungsei Borussia mit seinem Ausgleich nach etwas Spiel und Spannung auch noch Spaß, weshalb sich die Gäste mit dem 1:1 gut arrangieren konnte.

„Viele Chancen kriegt man in Augsburg nicht, die hatte auch Dortmund vor zwei Wochen nicht“, erinnerte Jantschke und erkannte beim Blick auf die Tabelle korrekt, es sei alles „brutal eng zusammen dieses Jahr“. Und weil auch er nicht genau weiß, was bei seiner zu Überraschungen neigenden Borussia herauskommt, sagte er auf die Frage, ob er auch nach unten schaue: „Ich schaue mir immer die ganze Tabelle an, von Platz eins bis 18. Wobei: Platz eins ist utopisch.“

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