Aachen/Bremen - Happy End nach langem Rechnen: Aachener Tänzer holen WM-Bronze

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Happy End nach langem Rechnen: Aachener Tänzer holen WM-Bronze

Von: Helga Raue
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Der Moment, in dem es doch noch die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft gibt: Die Aachen-Düsseldorfer Lateinformation kann es nicht fassen. Foto: Jürgen Karl

Aachen/Bremen. 4-5-3-2-6-3-3 – die Wertungsrichter hielten ihre Tafeln unerbittlich hoch. Keine Majorität, der Traum von einer WM-Medaille schien geplatzt. Benommen verfolgten die Aachener die Wertung für Europameister Klaipeda Zuverdra, der über 1-4-4-5-3-5-2 ebenfalls nicht jubeln konnte. Fieberhaft wurde gerechnet, Hoffnung keimte auf, niemand traute seinen Rechenkünsten. Der Computer ratterte, die Anzeigetafel flackerte auf – und der Jubel war grenzenlos.

Bronze für die Lateinformation der FG Tanzsportzentrum Aachen/TD TSC Düsseldorf Rot Weiß – der Abend in Bremen hatte doch noch ein unverhofftes Happy End genommen.

Denn gerechnet hatte nach dem Finale niemand mehr mit der Medaille. Gold gab es für Titelverteidiger Grün-Gold-Club Bremen, vor dessen Leistung man an diesem Abend nur den Hut ziehen konnte – Chapeau! Nur die Wertungsrichter aus Litauen und Russland, die „politisch“ stimmten und ihre eigenen Teams auf Position eins sahen, versagten Bremen die Top-Note. Mit 3-2-2-3-2-1-2 wurde der vorjährige WM-Dritte Vera Tyumen aus Russland verdient Zweiter, auch wenn die Bilder nicht ganz sauber getanzt wurden. Europameister Litauen zeigte mit seinem – ebenso wie die FG – verjüngten Team gute Durchgänge, war aber längst nicht so synchron wie gewohnt. Und Aachen/Düsseldorf patzte. In jeder Runde!

In allen drei Runden drehte die Fronttänzerin die Pirouette auf zwei Füßen, in der Vorrunde und im Finale machte es ihr eine Kollegin bei der zweiten Pirouette nach. „Ich war so enttäuscht“, versuchte FG-Cheftrainer Oliver Seefeldt seine Gefühlslage zu beschreiben. „Wir hatten im Training nie Schwierigkeiten, und hier in allen drei Durchgängen. Das ist eine Kopfsache.“

Vor dem Finale ließ Co-Trainer Bernd Waldschmidt noch einmal antreten – alles klappte. Doch im Finale – wieder auf zwei Füßen. Davon abgesehen zahlte sich das verschärfte Training – fünf Mal in der Woche mit unzählbaren Durchgängen der Choreographie „Persia – the new experience“ – aus: Tänzerisch sehr gut, die Reihen standen, ebenso die Bilder, das schwere Roundabout erntete stürmischen Szenenapplaus.

„Schön, dass die Richter ihr Urteil nicht nur an einer nicht ganz gelungenen Schwierigkeit festgemacht haben, sondern das Tänzerische in den Vordergrund gestellt haben“, freute sich der Trainer umso mehr über das Edelmetall. Anders als bei der EM im Mai in Litauen, wo das FG-Team eine Majorität auf Platz 3 hatte, aber trotzdem nur knapp Vierter wurde – „diesmal sind wir der lachende Dritte. Aber die Mannschaft wird bei den nächsten Trainingseinheiten 40 Pirouetten am Stück drehen“, versprach Seefeldt augenzwinkernd.

Für Litauen blieb nur Rang vier vor dem jungen russischen Team aus Perm, das schon in der Vorrunde mit seiner Choreographie „Highschool“ die Herzen der Zuschauer eroberte – jung, frisch, gut getanzt und mit schönen Einfällen. Insgesamt wurde aber deutlich, dass die Schere zwischen der absoluten Weltspitze und den anderen Nationen weit auseinandergeht. Das nächste internationale Aufeinandertreffen folgt am 3. Mai – bei der EM in der Arena Kreis Düren.

FG-Team: Torben Bölk/Nicole Güttler, Noel Borchardt/Sabrina Letzel, Julian Bruns/Nadine Frings, Niklas Freche/Ines Behrendt, Marc Horvath/Jennifer Greve, Christian Marx/Julia Franken, Felix Meurer/Nicoel Rosendahl, Erik Soeterboek/Madita Danek

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