„Hammer-Serie“: Nur Betancur ist schneller als Dumoulin

Von: Wilhelm Peters
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Fuhren in Vaals ein starkes Bergrennen und sammelten für ihre Team viele Punkt: Giro-Sieger Tom Dumoulin aus Maastricht (Mitte) und der Italiener Iuri Filosi. Foto: Andreas Steindl

Vaals. Welch ein Radrennen, welch eine Atmosphäre auf dem Dreiländereck in Vaals! Das Bergrennen der zwölf WorldTour- und vier „Zweitliga“-Teams als erster von drei Wettbewerben an diesem Wochenende geriet zum sehenswerten Spektakel und könnte Zukunft haben.

Der wohl kleinste Radprofi im Peloton war am Ende dieser Weltpremiere der größte: Der 167 Zentimeter große Kletterer Carlos Betancur aus Kolumbien sammelte am Freitag in Vaals für sein Movi-star-Team die mit Abstand meisten Punkte des neuen Wettbewerbs „Hammer Series“. Er verwies mit seinen vier Mannschaftskollegen das deutsche Team Sunweb um den niederländischen Giro-Sieger Tom Dumoulin aus Maastricht auf den zweiten Platz. Dritter wurde am Dreiländereck das Team Sky.

„Ich habe sehr hart trainiert in den letzten Monaten“, sagte Betancur im Ziel. Und fügte stolz an: „Eine Mannschaft wie unsere hier verdient diese Form, die ich habe. Aber es war eine großartige Vorstellung des gesamten Teams in einem tollen Rennen.“

Betancur gehörte am Vaalserberg zu einem Sextett, das sich in der dritten von elf Runden vom Feld aus insgesamt 80 Fahren abgesetzt und einen Vorsprung von bis zu 1:32 Minuten herausgefahren hatte. Dieses halbe Dutzend Profis aus sechs verschiedenen Mannschaften, darunter auch der gerade zum Ritter von Oranje-Naussau ernannte Giro-Gewinner Tom Dumoulin aus Maastricht vom deutschen Team Sunweb, bestimmte das Geschehen fast über die gesamte Renndistanz (77 Kilometer). Dumoulin, der zu Beginn den Anschluss an die Ausreißer verpasst hatte, aber schnell aufschließen konnte, gestand: „Es war hart, aber ich bin glücklich, dass ich zurückgekommen bin.“

Neidlos erkannte er den Sieg der Movistar-Mannschaft an: „Betancurt war defintiv der stärkste Fahrer, seine Mannschaft und er haben verdient gewonnen. Samstag in Sittard im Sprint bilden sich sicher größere Gruppen. Da haben wir die Chance, mehr Punkte zu sammeln“, kündigte der neue niederländische Top-Star an.

Elfmal musste der Zielstrich auf dem Dreiländereck passiert werden, und nur die ersten zehn Fahrer wurden mit Punkten (zehn für den ersten, einer für den zehnten Profi) belohnt. Und fast immer hatte der „Kletterer“ Betancur auf der 100 Meter langen Zielgeraden die schnelleren Beine als die Konkurrenz und bewies damit auch seine Sprinterqualitäten. Dumoulin blieb die Rolle des undankbaren Zweiten, er bekam aber immerhin jeweils neun Zähler für seine Mannschaft gutgeschrieben.

Der Vorteil des Kolumbianers: Zwei seiner Teamgefährten fuhren in der zweiten Gruppe und holten weitere Punkte für die Gesamtwertung. Am Ende dieses ersten Tages betrug der Vorsprung der Movi-star-Mannschaft rund 46 Punkte. Ein ordentliches Polster vor dem zweiten Wettbewerb der „Hammer Series“ am heutigen Samstag in Sittard, wo ab 15 Uhr in der Sportzone Limburg (am Stadion des Zweitligisten Fortuna Sittard) auf einem weiteren Rundkurs der Sprint auf dem Programm steht.

„Da wollen wir natürlich auch gewinnen. Es wird schwerer, weil der Kurs flacher ist, aber wir werden alles versuchen“, versprach Betancurs Mannschaftskollege Nelson Oliveira. „Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen“, rief er den applaudierenden Menschen bei der Siegerehrung auf dem Julianaplein in Vaals zu. „Es ist ein ganz anderes Rennen als wir gewohnt sind, aber es hat Spaß gemacht“, sagt Oliveira.

Dem heutigen Sprint in Sittard folgt am Sonntag zum Abschluss der „Hammer Series“ an gleicher Stelle in Sittard ab 14.50 Uhr (Teams auf den Plätzen neun bis 16, anschließend die acht bestplatzierten Mannschaften) die Mannschaftsverfolgung.

Ergebnisse Hammer Series, 1. Team-Wettbewerb, Bergrennen in Vaals: 1. Team Movistar (144,8 Punkte/15 Bonus-Sekunden), 2. Team Sunweb (98,9/12), 3. Team Sky (84,7/10, 4. Orica Scott (83,3/8), 5. BMC Racing (75,2/6), 6. Nippo Vini Fantini (53,6/5).

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