Aachen - Hallencup: Protest, ein neuer Finalist und eine Verlängerung

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Hallencup: Protest, ein neuer Finalist und eine Verlängerung

Von: Helga Raue
Letzte Aktualisierung:
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Begegnung beim Hallencup: Vichttal (in Dunkelblau) traf auf Mariadorf. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Enttäuscht schlichen die Spieler wieder vom Platz: Statt im Vorrundenfinale gegen den VfL Vichttal zu spielen, kam für den FC Inde Hahn überraschend nachträglich doch noch das vorzeitige Aus. Mit 7:4 hatte der Landesligist Alemannia Aachen II geschlagen und war dank des um einen Treffer besseren Torverhältnisses ins Vorrundenfinale eingezogen.

Doch ein Protest von Alemannia Mariadorf änderte alles: Da Aachen II einen nicht spielberechtigten A-Jugendlichen eingesetzt hatte, wurde der 7:3-Erfolg von Alemannias U 21 annuliert – und Mariadorf stand mit sechs Punkten im Finale.

Der Protest drückte auf die Stimmung, doch was Mariadorf und Vichttal im Finale boten, ließ sie schnell wieder steigen. 4:4 stand es nach den regulären 20 Minuten, da der VfL die Mariadorfer Führungen immer wieder ausglich, so auch in der Verlängerung: 17 Sekunden vor Schluss hieß es 6:6, bis Kevin Thörner mit seinem dritten Treffer alles klarmachte und den VfL-Erfolg besiegelte.

„Es war ein sehr hektisches und auch emotionales Spiel. Obwohl wir ständig in Rückstand geraten sind, haben wir die Ruhe bewahrt“, freute sich Vichttals Trainer Andi Avramovic über das Endrundenticket. „Mariadorf gehörte sportlich nicht in dieses Finale. Für den Kopf meiner Spieler war es nicht ideal, darauf zu warten, dass sich unser Gegner noch einmal umziehen musste. Meine Jungs haben gut gekämpft, und wir sind der verdiente Sieger, weil wir immer Antworten parat gehabt haben.“

Alemannia Mariadorf darf aber noch hoffen, als bester Zweiter den beiden Aachener Vorrunden am Montag mit dabei zu sein. „Das wäre natürlich schön“, so Co-Trainer Harald Juntersdorf, der mit einer „gemischten Gefühlslage“ ins Finale gegangen war. „So ein Protest ist für den Gegner natürlich eine bittere Sache, es fühlt sich komisch an.“ Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war Juntersdorf zufrieden: „In unserer Gruppe hat jeder jeden geschlagen. Und im Finale haben wir gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen.“

Bitter war die Situation auch für Alemannia Aachen II: „Marco war der einzige Torwart, den wir momentan zur Verfügung haben. Von daher hatten wir uns gar keine Gedanken gemacht“, bedauerte Alemannias U 21-Trainer Marc Gillessen die Verwicklungen. Der 17-jährige Marco Kirschall spielt in Aachens A-Jugend und wäre erst 2016 spielberechtigt gewesen. So war der 7:3-Erfolg zum Turnierauftakt schnell vergessen. Alemannias Youngster – Shpend Hasani hatte sich vorzeitig aus dem Urlaub zurückgemeldet, um in der Halle dabei zu sein – begannen stark: Schöne überlegte Spielzüge und eine 5:0-Führung nach wenigen Minuten. Erst nach der Pause kam Mariadorf auf und verkürzte.

Ganz anders das zweite Spiel gegen Inde Hahn: Aachen agierte hektisch, lief auf einmal vogelwild übers Parkett und schloss viel zu überhastet ab. 4:7 endete die Partie. „Wir haben sehr stark begonnen und das erste Spiel verdient gewonnen, aber nach dem Seitenwechsel nicht weiterhin genug Druck gemacht“, analysierte Gillessen. „Gegen Hahn haben wir dann all das vermissen lassen, was uns vorher stark gemacht hat.“

Ähnlich war es für Hahn gelaufen. Gegen Mariadorf fand das Team von Oliver Heinrichs zuerst gar nicht in die Partie, die immer heißer wurde und in der die Zuschauer nach dem Platzverweis des  Mariadorfer Keepers Alex Lovric enthusiastisch mitgingen – gegen Hahn, das  3:4 unterlag. „Im ersten Spiel haben wir schlecht agiert, viele einfache Dinge, die man in der Halle machen muss, nicht gemacht“, bemängelte Heinrichs, der seine Mannschaft in der zweiten Partie gegen Alemannia II wie ausgewechselt erlebte. „Alles, was im ersten Spiel schlecht war, war im zweiten Spiel gut.“

Die Enttäuschung über das Turnier-Aus stand Heinrichs verständlich ins Gesicht geschrieben. „Ich möchte mich eigentlich auf die sportlichen Dinge konzentrieren, jeder kann sich ja selbst seine Meinung bilden“, so Hahns Trainer, der aber nachschob, „ich frage mich, ob man einen nicht spielberechtigten A-Jugendlichen mitbringen muss, aber ich frage mich vor allem, ob man daraus bei einem solchen Hallenturnier seinen Nutzen ziehen muss...“

Weniger aufregend ging es in der zweiten Gruppe zu, die der VfL Vichttal dominierte. Auch wenn Bezirksligist Germania Eicherscheid dem Landesligisten einen guten Kampf bot und nur knapp mit 2:3 unterlag. Der 6:3-Erfolg gegen den Liga-Kollegen Arminia Eilendorf versöhnte den Eifel-Klub. „Gegen Vichttal haben wir zu viele Chancen liegen gelassen“, bedauerte Germania-Co-Trainer Wolfgang Zimmer.

„Aber im zweiten Spiel haben wir gut agiert und gezeigt, dass wir Qualität haben. Insgesamt bin ich zufrieden, wir haben unser Ziel erreicht, Zweiter in unserer Gruppe zu werden.“ Und Eilendorfs Coach Jürgen Lipka zeigte sich als guter Verlierer: „Das Turnier war schön und hat trotz der beiden Niederlagen Spaß gemacht. Wir sind als Letzter in das Feld gerutscht und wollen im nächsten Jahr wiederkommen.“

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