Mönchengladbach - Gladbach gegen Leverkusen: Wie immer geht es um die Details

Gladbach gegen Leverkusen: Wie immer geht es um die Details

Von: Heribert Förster
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Gemeinsam sind sie stark: Mönchengladbachs in dieser Saison vorzügliches Mittelfeld-Duo Granit Xhaka und Christoph Kramer wird nur noch dreimal zusammenspielen. Dann wird Kramer Teamkollege von Tin Jedvaj, der im Hinspiel in dieser Szene keine Schnitte gegen die Borussen bekam. Foto: sport/DeFodi

Mönchengladbach. Fünf Mal noch, dann ist die, nun ja, Qual vorbei für Lucien Favre. Fünf Mal noch muss er Stellung nehmen vor und nach den Spielen von Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga. Dann steht fest, ob die Borussia die Saison als herausragender und sensationeller Vizemeister abgeschlossen hat, als nicht minder sensationeller Tabellendritter oder als hervorragender Tabellenvierter.

Letzteres wäre in den Augen vieler allerdings schon eine Enttäuschung. So weit hat Lucien Favre die Borussia gebracht. Enttäuschung über Platz vier!

Wieder mit Dominguez?

Platz zwei, drei oder vier, und noch fünf Mal soll Fußball-Lehrer Favre seine Gedanken offenlegen, wie das Spiel wird, wie das Spiel war. Es gibt schönere Momente im Leben des Schweizers, das wurde bei seinem sechstletzten Auftritt vor dem heutigen Spiel gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr) im Borussia-Park wieder einmal deutlich. Neun Fernsehkameras waren aufgebaut, zu senden gab es – nicht viel Erhellendes. Weder zur Aufstellung (der „mit Rücken“ malade Alvaro Dominguez kehrt möglicherweise zurück) noch zur Taktik. So intensiv und gut der Coach die Spieler anlernt, formt und verbessert, so belanglos sind seine öffentlichen Aussagen.

Es nimmt ihm aber natürlich niemand übel, denn die so akribische wie erfolgreiche Arbeit des 57-Jährigen ist über jeden Zweifel erhaben. Christoph Kramer, der Noch-Borusse und Bald-Leverkusener, hatte unter der Woche vermutet, Details würden das Duell zwischen den beiden aktuell erfolgreichsten Teams entscheiden. Für Favre eine Banalität. Denn: „Es geht immer um Details!“

Doch nicht nur die Feinheiten versprechen am Samstag einen großen Fußball-Nachmittag im zum sechsten Mal in dieser Saison ausverkauften Borussia-Park. Die Mönchengladbacher, in den letzten acht Heimspielen siegreich (und dabei fünf Mal ohne Gegentor), müssen die richtige Balance finden, denn kaum eine Mannschaft (neben der Borussia) beherrscht es so gut, mit schnell vorgetragenen Gegenstößen Gefahr heraufzubeschwören.

Und Bayer-Trainer Roger Schmidt ist so selbstbewusst genug, auch am Samstag nicht auf sein geliebtes, extrem hohes Pressing, „immer und überall“, wie Favre weiß, zu verzichten. Dass Mittelfeldspieler Gonzalo Castro (verletzt), der gesperrte pfeilschnelle Stürmer Karim Bellarabi und eventuell auch Lars Bender (Oberschenkelprobleme) zuschauen müssen, nimmt der seit zehn Spielen unbesiegten Werkself ein bisschen individuelle Klasse. Das Fehlen der beiden bedeutet aber speziell durch den hoch veranlagten Bellarabi-Ersatz Julian Brandt kaum eine Schwächung für das Leverkusener Team.

Dieses „kleine Endspiel“ um Platz drei bietet der Borussia die Möglichkeit, den ersten Heimsieg gegen Leverkusen nach 22 Partien ohne Erfolgserlebnis zu feiern. Im Februar 1989 war‘s, als Christian Hochstätter und Christoph Budde trafen. Die Trainer hießen übrigens Wolf Werner und Rinus Michels. Für Favre sind solche Statistiken kein Thema, viel wichtiger wären die dann fünf Punkte Vorsprung auf Bayer. Wie es dazu kommen konnte oder nicht, wird (muss) Favre erklären. Samstag gegen halb sechs. Zum fünftletzten Mal.

Mögliche Aufstellung: Sommer - Jantschke (Korb), Brouwers, Dominguez (Jantschke), Wendt - Kramer, Xhaka - Herrmann, Johnson - Raffael, Kruse

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