Stuttgart - Ginczek trifft, Gladbach mal wieder nicht

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Ginczek trifft, Gladbach mal wieder nicht

Von: Christoph Ruf
Letzte Aktualisierung:
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Gladbachs Kapitän Lars Stindl lässt den Kopf hängen. Foto: Imago/Ruiz, Rudel

Stuttgart. Tony Jantschke kommentierte die vierte Niederlage im fünften Bundesligaspiel in Folge einigermaßen ratlos: „Wir hatten uns vorgenommen, hier mit erhobenem Kopf zu spielen. Und dann kriegen wir wieder so ein schnelles Gegentor. Ich habe auch gerade kein Patentrezept.“

Tatsächlich lag die Borussia bei der 0:1-Niederlage in Stuttgart schon nach fünf Minuten zurück. VfB-Kapitän Christian Gentner hatte auf Mario Gomez gepasst, der clever auf seinen Sturmkollegen Daniel Ginczek durchgesteckt hatte. Tobias Sippel im Gladbacher Tor war chancenlos gegen dessen platzierten Schuss ins kurze Ecke. Sekunden zuvor hatte der VfB eine Kombination über Erik Thommy und Gomez zu verzeichnen gehabt, doch Gentner brachte den Ball nicht im Tor unter (4.).

Nachdem der anfängliche Stuttgarter Angriffsschwung verebbt war, hatte allerdings Gladbach in der Folgezeit viel Spielkontrolle, am Ende standen 62 Prozent Ballbesitz und ein Ecken-Verhältnis von 8:1 zu Buche. Dennoch hatten die Borussen im ersten Durchgang nur eine große Chance zu verzeichnen, als Jonas Hofmann nach Pass von Zakaria abzog und Stuttgarts Keeper Ron-Robert Zieler den Ball nach vorne abklatschen ließ. Doch Thorgan Hazard, dem der Ball dabei vor die Füße fiel, war zu überrascht, um ihn im Tor unterzubringen (26.).

Diagonalbälle als Mittel

Immerhin: Der Versuch, die Stuttgarter Defensive durch Diagonalbälle auf die linke Abwehrseite auseinanderzuspielen, wäre zweimal beinahe geglückt. Jannik Vestergaard und Vincenzo Grifo spielten punktgenaue Flugbälle aus der linken Hälfte heraus, doch Hazard und Nico Elvedi missglückte die Ballannahme. Da waren sie, die „Ungenauigkeiten und technischen Fehler“, die Trainer Dieter Hecking nach der Partie mitverantwortlich machte für die erneute Niederlage bei einem nominell schwächeren Gegner. Elvedi spielte zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem rechten Flügel.

Hecking hatte bereits Mitte der ersten Halbzeit die Positionen der Außenverteidiger getauscht, Jantschke rückte an seiner Stelle nach links. Ansonsten fiel auf, wie oft Borussia im ersten Durchgang über Tobias Sippel und dessen Abschläge das Spiel aufbaute. Wohl eher aus der Not geboren, denn Stuttgart presste in den ersten 25 Minuten konsequent, um sich später weit zurückfallenzulassen.

Raffael bringt Schwung

Sippel ersetzte in Stuttgart erneut den verletzten Yann Sommer. Auch für Raffael reichte es bei Anpfiff nur zu einem Platz auf der Reservebank. Im zweiten Durchgang stürmte dann der Brasilianer, Grifo blieb für ihn in der Kabine. „Eigentlich reicht es bei Raffael noch nicht für eine Halbzeit“, erläuterte Hecking nach der Partie. „Aber man hat selbst heute gesehen, dass er den Unterschied ausmachen kann.“ Ab der 76. Minute und der Einwechslung von Raúl Bobadilla hatte die Borussia dann sogar vier Stürmer auf dem Platz – doch das Tor traf keiner von ihnen. Dabei begann der Gast den zweiten Durchgang so vehement wie Stuttgart es im ersten getan hatte. Einen ersten Warnschuss gab Lars Stindl ab, dessen Schuss allerdings von Ron-Robert Zieler an die Latte gelenkt wurde (46.). Nur eine Minute später wurde der Kapitän prima von Hazard freigespielt, doch sein Schuss aus kurzer Distanz wurde von Emilio Insua noch mit der Fußspitze geblockt (47.). Der VfB verteidigte nach der Einwechslung von Holger Badstuber mit einer Fünfer-Abwehrkette. Doch weder Raffael, der nach einer zu kurz abgewehrten Ecke von Hazard per Volleyschuss Zieler prüfte, (68.) noch Josip Drmic (79.), dessen Schuss ganz knapp am rechten Pfosten vorbeiging, brachten den Ball über die Linie.

„Wir haben in der Schlussphase zu kopflos agiert und zu viele Bälle lang aus der Mitte geschlagen“, monierte Hecking, der die Mannschaft vor dem Dortmund-Spiel wieder aufbauen muss. „Wir werden jetzt daran arbeiten, dass der Kopf nicht die Überhand gewinnt. Wir brauchen da nicht drumherum zu reden: Das ist gerade eine sehr schwierige Phase.“

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