Für die Lateinformation wird es in Bremen ernst

Von: Helga Raue
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2014/15: Torben Bölk und Nicole Güttler. Foto: Jürgen Karl

Aachen. Eben noch formte Oliver Seefeldt bei der TV-Tanzshow „Stepping Out“ aus Tanzlaien in kürzester Zeit das umjubelte Siegerpaar, jetzt konzentriert sich der 45-Jährige wieder ganz auf seine Lateinformation. Für die FG Tanzsportzentrum Aachen/TD TSC Düsseldorf Rot/Weiß wird es in zweieinhalb Wochen ernst.

Mit der Deutschen Meisterschaft in Bremen wird die Saison eingeläutet. Und dort werden nicht nur Titel und Medaillen, sondern auch die Tickets zur Weltmeisterschaft in Wien verteilt. Und die ist für den amtierenden Europameister natürlich erneut das Ziel.

„Stepping Out“ bescherte Seefeldt viel Arbeit – doch die erwartete ihn in Düsseldorf, wo seine Schützlinge, Ex-Bachelorette Anna Christina Hofbauer und Marvin Albrecht, leben. Und so war er auch gleich für das Training seiner Formation vor Ort, die daher schwerpunktmäßig in der Landeshauptstadt trainierte.

Neben Valentin Lusin wird Seefeldt dabei von einem neuen Co-Trainer unterstützt, denn Rico Grein muss seiner erfolgreichen Tanzschule in Aachen Tribut zollen, kann die Doppelbelastung nicht mehr stemmen. Wie Grein, der jahrelang im Aachener A-Team getanzt hatte, ist auch der neue Co-Trainer ein alter Bekannter: Torben Bölk, zuletzt Kapitän der erfolgreichen Formation, ist vom Parkett an den Rand gewechselt.

„Torben ist super als Trainer. Er hat viel Weitblick und ist sehr kreativ“, lobt Seefeldt seine neue rechte Hand und fügt grinsend hinzu: „Ich glaube, als Trainer ist er schärfer als ich.“ Noch vermisst Bölk es nicht, selbst zu tanzen: „Es ist toll und macht Spaß, mein Wissen weiterzugeben“, ist Bölk der Wechsel nicht schwer gefallen. Es ist super, mit Oli zusammenzuarbeiten, zumal wir sehr ähnlich ticken und ich nach neun Jahren, in denen ich bei ihm getanzt habe, verstehe, wie er denkt und was er will.“

Nicht nur der „Co“ ist neu, auch in der Formation hat ein Umbruch stattgefunden. Doch auch hier sind altbekannte Gesichter „neu“, wie etwa Thomas Strauchen oder Magdalena Misura, die nach einer Auszeit zurückgekehrt ist. Oder der Aachener Heiko Samlowski, der schon mit der Formation des Aachener TSC Blau-Silber (jetzt unter dem Namen Schwarz-Gelb Aachen in der Oberliga) Bundesliga-Luft schnupperte. Nicht zu vergessen auch Erik Soeterboek, der Ende der Saison seine Karriere beendet hatte – eigentlich –, aber mit nun 36 Jahren nach kurzer Pause gleich sein Comeback feierte.

„Wir haben insgesamt elf ,Neue‘ im Team. Und mit elf Männern und zehn Frauen sind wir personell erstmals richtig gut ausgestattet“, freut sich Oliver Seefeldt über viele Neuzugänge. Die können sich nur positiv auswirken, denn erstmals herrscht richtig Konkurrenzdruck unter den Paaren, denn nur jeweils acht werden bei den Turnieren auf dem Parkett stehen. „Daher haben wir die ersten Acht auch ausdrücklich nur für die DM festgelegt“, verrät Bölk. Aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

Mit „Showstars“ gehen die FG-Tänzer in dieser Saison in den Wettkampf. „Wir haben unsere vorherige Choreographie nicht nur komplett überarbeitet und neu gestaltet, sondern auch weiterentwickelt“, verdeutlicht Seefeldt. In „Showstars – Rise and Shine“ hatte die FG 2014/15 auf dem Parkett den harten Kampf mit allen Höhe und Tiefen in diesem Business lebendig werden lassen – eine wunderbare Choreographie mit vielen Gimmicks und dem schwersten Round-about, das im vergangenen Jahr bei der WM getanzt wurde.

Letzteres hat Seefeldt wieder mit einer innovativen Neuerung umgestaltet – die allerdings bis zur DM noch ein Geheimnis bleiben soll. „Die Choreographie ist deutlich schneller geworden“, verrät der FG-Cheftrainer, und Bölk ergänzt: „Es wird viel mehr gepowert. Das Team bringt das richtig gut rüber.“

Passend zur weiterentwickelten Choreographie wurde auch die Musik überarbeitet. So fiel das Musikstück aus der Muppet-Show, zu dem Seefeldts Tänzer alle mit einigen Takten Charleston überrascht hatten, „der Schere“ zum Opfer. Neu sind „Cabaret“ und „Rise like a Phoenix“, Siegersong von Conchita Wurst. „Die beiden Stücke passen hervorragend in die Choreographie“, so Seefeldt, der aber auch weiter auf Erfolgsstücke wie „One day I fly away“ oder „It‘s my life“ setzt. Und natürlich werden die Tänzer auch in neuen Kostümen glänzen, wobei über den Kleidern der Frauen – vergangene Saison in elegantem Schwarz und ganz viel buntem Strass – noch der „Mantel des Schweigens“ liegt. „Schlichter Schnitt, sehr elegant und viel Glitzer“, verrät Seefeldt.

Zweieinhalb harte Trainingswochen bleiben dem letztjährigen Vizemeister Aachen/Düsseldorf bis zur DM noch, für die das Ziel lautet: „Angriff! Natürlich wollen wir Bremen schlagen. Und ich denke, dass das auch in Bremen selbst möglich sein muss. Das wird sehr schwer, ist aber niemals unmöglich“, so Seefeldt, der anfügt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Der von Roberto Albanese trainierte Grün-Gold-Club Bremen ist seit einigen Jahren der ärgste Konkurrent – national und international – der Aachener. Die Bremer sind Titelverteidiger und Weltmeister, die FG-Formation verwies sie aber bei der EM auf den zweiten Rang.

Bei der DM 2015 besonders interessant: Erstmals wird national das neue Wertungssystem eingesetzt. Nicht mehr sieben Richter sagen die Wertungen mit absoluten Platzierungstafeln an, stattdessen beurteilen nun zwölf Richter rund ums Parkett nur noch einzelne Aufgabengebiete.

Bei der WM 2014 war es erstmals bei den Lateinformationen getestet worden, da noch mit durchschnittlichem Erfolg. Bundestrainer Horst Beer bemängelte seinerzeit, dass die Richter viel zu sehr das große Ganze gesehen hätten, statt sich auf ihr Wertungsgebiet zu beschränken. „Bei der DM erhoffe ich mir von dem neuen System noch nicht so viel, ich denke, die Wertungsrichter müssen sich erst einmal daran gewöhnen“, erwartet Bölk national eine ähnliche Entwicklung.

Erstmals hat die FG die neue Choreographie bereits beim Wirtschaftsball in Baden-Baden gezeigt und viele Komplimente geerntet. „Es lief ganz gut, gab aber auch noch viele Punkte, an denen wir noch gearbeitet haben und arbeiten“, sah Seefeldt gewohnt kritisch noch Verbesserungspotenzial.

„Der Einbau der Rückkehrer und Neuzugänge ist schon eine Herausforderung. Aber alle sind richtig heiß und gewillt, alles zu geben“, weiß Bölk nur zu gut, was die Tänzer so kurz vor den Titelkämpfen fühlen. Und Seefeldt gibt vor: „Wir wollen bei der DM Gas geben – auch wenn einige unserer Leute noch nicht so weit oben getanzt habe. Aber ich sage ihnen immer, man muss sich unmögliche Ziele setzen, um sie zu erreichen.“

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