Frank Schuttert siegt: „Ich habe einfach alles gegeben“

Von: Lukas Weinberger
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Ein Sprung ins Glück: Der Niederländer Frank Schuttert gewinnt den Preis der AachenMünchener. Foto: Wolfgang Birkenstock
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Siegerehrung mit Promifaktor: Schauspieler Mario Adorf gratuliert Frank Schuttert. Foto: T. Rubel

Frank Schuttert kam mit einem breiten Grinsen. Vier Bier, drei Limos und ein Wasser bestellte der Niederländer an der Theke, prostete Freunden und Verwandten zu. „Ich bin sehr glücklich“, sagte er dann, und das Grinsen in seinem Gesicht wurde noch ein bisschen breiter. Schuttert, 20, hatte allen Grund zur Freude, ein paar Minuten zuvor hatte er auf Epleaser den Preis der AachenMünchener gewonnen – bei seinem ersten CHIO. In 49,39 Sekunden verwies er Pieter Devos (Belgien) auf Dylano und Maikel van der Vleuthen (Niederlande) auf Verdi auf die Plätze. Markus Ahlmann war auf Cornado als Vierter bester Deutscher.

Schuttert war im ersten Umlauf auf seinem zehnjährigen Hengst Epleaser noch der langsamste der fehlerfreien Starter gewesen. „Taktik war das nicht“, sagte er später. Er sei kontrolliert geritten, wollte unbedingt ohne Fehlerpunkt bleiben. Und das in einem „sehr schwierigen Kurs“. Parcoursbauer Frank Rothenberger, Reiter und Trainer hatten das von Anfang an gewusst, auch der letzte Zuschauer sah es, als die ersten drei Starter weder ohne Abwurf noch in der Zeit ins Ziel kamen. Die Jury reagierte, hob die erlaubte Zeit von 89 auf 91 Sekunden an. Am Ende waren es Schuttert und elf andere fehlerfreie Reiter, die das Ticket für die Finalrunde lösten, darunter mit Ahlmann und Katrin Eckermann zwei Deutsche.

Leichter wurde der Parcours auch im Finale nicht, viele lange Linien mussten geritten werden. Schuttert jedenfalls, und vielleicht war das auch ein bisschen seinem jugendlichen Leichtsinn geschuldet, zeigte sich unbeeindruckt: ein Ritt auf Angriff, kein Abwurf, 49,39 Sekunden – eine fabelhafte Leistung, wie sich später zeigte. „Ich habe einfach alles gegeben“, sagte Schuttert und lächelte alle Vergleiche mit der berühmten Sage vom fliegenden Holländer einfach weg.

In der Folge gab’s massenweise Abwürfe, einzig van der Vleuthen und Ahlmann blieben fehlerfrei und reihten sich hinter Schuttert auf den Plätzen zwei und drei ein. Und plötzlich waren es nur noch zwei Starter, die Schuttert den Sieg hätten streitig machen können: Der Belgier Pieter Devos ging hohes Risiko, blieb fehlerfrei, schrammte aber mit 48,89 Sekunden knapp an Schutterts Zeit vorbei. Die Letzte im Parcours war Eckermann, am Freitag siegreich beim Preis von Nordrhein-Westfalen, am Samstag auf Nabab de Revel die Schnellste im ersten Umlauf beim AachenMünchener-Preis. Doch in der Finalrunde zahlte sich der Mut, den die 24-jährige Deutsche erneut an den Tag legte, nicht aus: zwei Abwürfe, Eckermann ritt als Elfte ins Ziel.

Ein Fohlen für Nielsen

Das am frühen Nachmittag ausgetragene Finale im Sparkassen-Youngsters-Cup hatte der Ire Darragh Kenny auf Chin Quidam vor Eric Lamaze (Kanada) auf Check Picobello und Pénélope Leprevost (Frankreich) auf Sultane des Ibis gewonnen. Das beste deutsche Ergebnis fuhr Eckermann auf Que Sera als Vierte ein. Denis Nielsen, auch ein junger Deutscher, gewann mit Special One den Preis für die beste Pferd-Reiter-Kombination in den drei Durchgängen des Cups – ein Hengstfohlen.

Am Abend gewannen die Männer das Springen „Best of Champions“ – einen Teamwettbewerb zwischen den besten sechs Reiterinnen und den besten sechs Reitern der Welt. Die Männer lagen schon nach der ersten Runde quasi uneinholbar vorn: Steve Guerdat (Schweiz), Kent Farrington (USA), Marcus Ehning, Ludger Beerbaum (beide Deutschland), Ben Maher und Scott Brash (beide Großbritannien) blieben allesamt ohne Fehlerpunkt, während sich die Frauen – bei denen im ersten Durchgang nur Eckermann und Katharina Offel (Ukraine) fehlerfrei blieben – 26 Strafsekunden einhandelten. Mit dieser Zeitverzögerung gingen sie in Runde 2, in der beide Teams parallel einen identischen Parcours bewältigen mussten. Die Frauen konnten den Rückstand zwar noch verkürzen, die Männer siegten dennoch klar.

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