FG Aachen/Düsseldorf kämpft in Wien um eine Medaille

Von: Helga Raue
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Hoch hinaus: Die FG Aachen/Düsseldorf möchte bei der WM der Lateinformationen in die Medaillenränge vorstoßen. Foto: Jürgen Karl

Aachen. 1992 begab sich eine Gruppe Tänzer, begleitet von einigen Enthusiasten, auf den weiten Weg von Aachen nach Wien. Im Gepäck: viel Hoffnung und frisches Selbstbewusstsein nach dem zweiten DM-Titel in Folge.

Silber hatte es bei der Weltmeisterschaft im Jahr zuvor hinter dem Top-Favoriten Bremerhaven gegeben, und mit der mutigen Choreographie „Chess“ wollte der TSC Schwarz-Gelb Aachen in der österreichischen Hauptstadt angreifen. Und es wurde Gold, der erste von vier WM-Titeln, und damals hätten die wenigsten gedacht, dass die Erfolgsgeschichte – wenn auch mit Höhen und Tiefen – bis heute fortgesetzt wird. Freitagmorgen, 6 Uhr, geht der Flug nach Wien, und auch 2015 ist eine WM-Medaille das Ziel der Aachener Lateinformation beim Championat in Wiener Neustadt.

„Ich kenne ,Chess‘ von Videos – natürlich. Eine tolle Choreographie und eine einzigartige Idee“, sagt Oliver Seefeldt, Trainer der FG Tanzsportzentrum Aachen/TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß, wie die Formation heute heißt. Seit 2006 ist der 45-Jährige der Coach, und er ist mehr als nur einer der Nachfolger der großen Aachener Choreographin Petra Heiduk, die die Formation Mitte der 80er Jahre gründete und bis 2004 trainierte. „Wir sind auf einer Wellenlänge, wollen das Gleiche mit einer Choreographie ausdrücken, nämlich eine Geschichte auf dem Parkett erzählen“, sagt Seefeldt. Bei „Chess“ tanzte die Formation im Einmarsch eine berühmte Schachpartie, die Harry Nelson Pillsbury 1900 in nur neun Zügen gewann, die sogenannte Wiener Partie. Die Kleider erinnerten an ein Schachbrett, die Musik kam unter anderem aus dem Musical „Chess“. Seefeldt: „Das war eine komplette Story, ein Spiel in Schwarz und Weiß, grandios umgesetzt.“

Doch Seefeldt geht sogar weiter als Heiduk, er erzählt die Geschichte auf dem Parkett in den einzelnen Tänzen konsequent weiter. „Showstars“ heißt seine emotionale Choreographie, und sie berichtet vom Leben und den Träumen eines Künstlers, vom Aufstieg und Fall, von schönen und traurigen Momenten – untermalt von einfühlsamer Musik wie Shirley Basseys „One day I fly away“. Auch Seefeldt bezieht die Kleidung mit ein, seine Tänzer kommen mondän und elegant wie Stars daher, die Frauen in verführerischem Rot. Silber gab es dafür bei der DM Mitte November, ein bejubelter Erfolg, denn das Team, das 2014 Europameister geworden war, hatte nach der vergangenen Saison altersmäßig einen Umbruch erlebt. Elf neue Tänzer baute Seefeldt ein – der Umbruch gelang.

Vor der WM mussten Seefeldt und seine „Co“ Torben Bölk und Valentin Lusin das Team erneut umstellen, da eine Dame gesundheitlich passen musste, wodurch sich Wechsel auf zwei Positionen unter den acht Paaren ergaben. „Ein ganzes Stück Arbeit, aber jetzt klappt es sehr gut“, so Seefeldt, der die Zeit zwischen den Meisterschaften nutzte, um vor allem an den Details weiter zu feilen.

In Wiener Neustadt gehen 20 Teams aus elf Nationen an den Start. Favorisiert sind die beiden deutschen Formationen, neben Europameister Aachen/Düsseldorf Titelverteidiger Bremen, der „Rocky“ tanzen wird, sowie die beiden russischen Teams Perm und Vera Tyumen, beide mit neuen Choreographien. Vor allem auf das junge Team des Vizeweltmeisters Perm, das 2014 mit seiner frischen Choreographie „Schoolgirls“ begeistert, darf man gespannt sei.

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