Fascher: „Wir werden alles in die Waagschale werfen müssen“

Von: Klaus Schmidt
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RW-Chefcoach Marc Fascher glaubt nicht, dass der Dopingfall sein Team noch belasten wird.

Aachen. „Natürlich“, sagt Marc Fascher, „war das eine sehr unangenehme Geschichte.“ Der „Fall Cebio Soukou“, die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit einem Inhalt, der nicht korrespondiert mit der Dopingliste. Ob sich aus dieser Geschichte eine „Jetzt-erst-recht“-Stimmung speist? Der Chefcoach von Rot-Weiß Essen sagt vor dem „Knaller“ am Tivoli nur so viel: „Ich glaube nicht, dass die Geschichte die Spieler noch in irgendeiner Art und Weise belastet.“

Der 46-Jährige rückt bei aller Vorfreude die Verhältnisse zurecht. Die Vorbereitung in der Winterpause verlief „nicht wirklich“ anders in dem Wissen, dass gleich das erste Spiel den Spitzenreiter und den Tabellenzweiten zusammenführt. „Es ist ja gerade die Kunst, sich von äußeren Umständen so wenig wie möglich beeinflussen zu lassen. Die Vorbereitung wäre genauso gelaufen, würden wir unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen den Tabellenfünften, -sechzehnten oder welche Mannschaft auch immer um drei Meisterschaftspunkte spielen.“ Auch RWE hat in der letzten Transferperiode noch mal nachgelegt, Leon Binder (1. FC Köln II), Björn Kluft (Braunschweig) und Kevin Freiberger (Osnabrück) geholt. „Was die Neuverpflichtungen angeht, bin ich absolut zufrieden“, sagt Fascher. „Aber natürlich reicht die Winterpause für die Spieler nicht aus, um alle Mannschaftsabläufe vollständig zu verinnerlichen, insofern muss man ihnen Zeit geben. Insgesamt schätze ich die Verfassung meiner Mannschaft als sehr ordentlich ein.“

Der Respekt vor der heimstärksten Mannschaft der Liga ist – wenig überraschend – groß. „Was die Alemannia auszeichnet, ist ihre stabile und erfahrene Zentrale. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen. Durch die Neuzugänge haben sie zudem in der Offensive an Qualität gewonnen. Wir werden definitiv alles in die Waagschale werfen müssen, um dort zu bestehen.“ Vor mehr als 30.000 Zuschauern in einem ausverkauften Stadion aufzulaufen, wird für die meisten Spieler ein Höhepunkt in ihrer Karriere sein. „Das Spiel ist natürlich etwas Besonderes für diese Liga“, sagt Marc Fascher. „Wir haben das Glück, regelmäßig vor einer fünfstelligen Kulisse spielen zu dürfen. Dementsprechend haben meine Jungs mit vielen Zuschauern eine gewisse Erfahrung. Daher glaube ich nicht, dass es meine Mannschaft übermäßig beeinflussen wird.“

Im Vorfeld spricht alles von einem Fußballfest zwischen Alemannia und RWE. Könnten die hohen Erwartungen die Partie nicht auch lähmen? Fascher fände es „schlimm, wenn meine Mannschaft bei diesem Spiel das Gefühl hätte, irgendwelche externen Erwartungen erfüllen zu müssen. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel.“ Der Frage, wie bedeutsam der Ausgang der Partie am Samstag (für RWE und für das Rennen um die Meisterschaft) sein wird, weicht der Trainer aus. „Ich will mal so sagen: Unabhängig vom Spielausgang werden wir uns ab Montag genauso intensiv auf den nächsten Gegner vorbereiten.“

Soviel steht fest: Der 4. Liga zu entkommen, „ist brutal schwer, gerade in einer derart starken Regionalliga“. Über die Aufstiegsregelung – der Meister muss noch in die Relegation – will sich Fascher „nicht weiter auslassen, das überlasse ich anderen. Ich konzentriere mich lieber auf Dinge, die ich beeinflussen kann, und die auf dem Platz passieren.“

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