Ex-Alemannia-Coach schmiedet neun Jahre nach Hirninfarkt Pläne

Von: Christoph Pauli
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Erinnerungsfoto aus dem November 1984: Eugen Hach (links) setzt sich energisch gegen Bochums Walter Oswald durch. Alemannia gewann das Pokalspiel 3:0. Foto: imago/Riedel

Aachen/Saarbrücken. An seinem Ziel hat sich nichts geändert: „Ich will wieder auf dem Platz stehen“, sagt Eugen Hach. Der Ehrgeiz war schon immer das Markenzeichen von Eugen Hach. Vor neun Jahren musste er nach einem schweren Hirnschlag notoperiert werden, später haben selbst die Ärzte gestaunt, mit wie viel Energie und Elan der heute 56-Jährige – im Wortsinn – Schritt für Schritt in den Alltag zurücktrippelte.

„Die Ärzte sagen, man brauche nach einem Kleinhirn-Infarkt drei bis vier Jahre, um wieder laufen zu können. Ich habe es in einem Jahr geschafft“, hat er schon damals festgestellt. Sieben Monate saß er im Rollstuhl, dann bewegte er sich langsam mit dem Rollator – man mag das heute fast nicht mehr glauben. Inzwischen fallen die Fortschritte kleiner aus, „die Entwicklung vollzieht sich in kleinen Schritten“, sagt er heute.

Das alte Sprechtempo hat er fast wieder erreicht. Aber die Motorik ist noch nicht komplett wiederhergestellt, die Koordination ist schwierig, die gesamte Motorik war mit dem Infarkt ausgefallen. „Ich muss alles neu aufspielen auf einer anderen Speicherplatte“, sagt Hach. „Kinder lernen es schneller, ich brauche viel mehr Wiederholungen.“ Der Ehrgeiz ist ein zuverlässiger Begleiter, immer noch arbeitet Hach an seiner Reha in einem Sportstudio und beim Ergotherapeuten.

Das Ziel hat er immer noch vor Augen, auch wenn er ihm nur in kleinen Schritten näherkommt. „Ich will motorisch da wieder hinkommen, wo ich mal war.“ Die Geduld hat er sich ganz nebenbei mit antrainiert oder besser: Er hat sie antrainieren müssen. „Es war immer so, dass ich mich reinknien musste. Mir wurde nie etwas geschenkt.“

Als Spieler und auch später als Trainer war Hach ein überzeugter Dickschädel. Der Infarkt hat ihn erkennbar weicher, empfindlicher gemacht. Die Zeiten sind lange vorbei, dass er auf und am Spielfeld mit dem Kopf durch die Wand wollte. Ein bisschen Kontakt hat er noch zu Alemannia Aachen gehalten, wo er erst als Spieler, dann als Trainer Erfolge feierte. Aus der Ferne verfolgt er den Niedergang seines Ex-Klubs. „Da blutet mir schon das Herz. Es ist für mich unvorstellbar, dass dieser stolze Klub ganz von der Bildfläche verschwinden würde.“

Lange Jahre war Hach auch nach seinem Zusammenbruch noch Sportlicher Leiter beim SV Elversberg. Im April 2012 übernahm Hach die Sportliche Leitung beim Verbandsligisten SV Saar 05 Saarbrücken, der wenige Wochen später in die Fußball-Saarlandliga aufstieg. Der Verein kraxelte auch noch in die Regionalliga, dann trennten sich die Wege wieder.

Hach hatte auch hier ehrgeizige Ziele, wollte die nächste Liga angehen, für den Verein war das Tempo zu hoch. Inzwischen sitzt Eugen Hach als Sportlicher Berater im Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken, an seinem Wohnort. Der ehemalige Bundesligist saniert gerade sein Ludwigsparkstadion. Demnächst soll ein Nachwuchsleistungszentrum installiert werden.

Der Fußballer ist wieder viel unterwegs auf den Plätzen der Bundesliga. „Mir fehlt einfach das Profigeschäft. Da noch einmal unterzukommen, ist ein Ziel.“

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