Aachen - Etat und Transfers: Fuat Kilic und die offenen Fragen bei der Alemannia

Etat und Transfers: Fuat Kilic und die offenen Fragen bei der Alemannia

Von: Christoph Pauli
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Viele Fragezeichen: Fuat Kilic. Foto: Revierfoto

Aachen. 25 Scouts haben nach einer Arbeitskarte für das Regionalliga-Duell zwischen Alemannia Aachen und Borussia Dortmund II am vergangenen Wochenende gefragt – Saisonrekord. Als Perlentaucher schaut man sich gerne Dortmunds Talenteschuppen an. Und längst hat sich herumgesprochen, dass sich auch im Aachener Kader ziemlich viele Spieler außerordentlich entwickelt haben.

Viele Profis spielen die beste Saison ihrer Karriere. Die Mannschaft ist der Überraschungskandidat in der Spitzengruppe, und es nicht ausgeschlossen, dass sich sogar noch die Luke zur 3. Liga öffnet. Längst hat es sich in der Szene herumgesprochen, dass fast alle Verträge bei der Alemannia auslaufen und das eine oder andere Schnäppchen gemacht werden könnte.

Kaderplaner Fuat Kilic hängt erneut mit seinen Planungen in der Luft. Der finanzielle Spielraum ist früher als zuletzt abgesteckt, das ist die gute Nachricht. Die schlechte folgt sogleich: Der Trainer hat bislang den gleichen Etat zur Verfügung wie auch schon in der aktuellen Saison, die unter erschwerten Bedingungen gespielt wird. Für die meisten Spieler ist das eine unerfreuliche Entwicklung, zuletzt wurden die Profis und ihre Berater mit dem Hinweis auf die laufende Insolvenz von Abstrichen überzeugt. Der Insolvenzverwalter soll möglichst schon im Sommer vom Hof sein, aber der Sportetat wird damit nicht automatisch aufgestockt. Der Aufsichtsrat plant konservativ, sagt Präsident Martin Fröhlich. Die Zeiten von finanziellen Risikopässen sind vorbei.

Aktuell beträgt der Sportetat etwa eine Million Euro, davon gehen 300.000 Euro für Beiträge an die Verbände und vor allem die Berufsgenossenschaft ab. Ursprünglich war der Plan, nach der laufenden Saison der Konsolidierung das Budget wieder zu erhöhen. Der nächste Gesamtetat soll aber wieder bei 2,8 Millionen Euro liegen. „Sobald es Indikatoren gibt, dass wir mehr Möglichkeiten haben, wird der Sportetat angepasst“, sagt der Präsident. Kurzfristig ist damit nicht zu rechnen.

„Jeder will bei Alemannia spielen, so einen Verein gibt man nicht so schnell auf“, sagt zwar Kapitän Nils Winter. Dennoch ist die Zeit der Beraterideen angebrochen, die die alternativen Angebote einsammeln in diesen Tagen. Wieder droht ein Neuanfang. „Es würde mir wehtun, meine Spieler zu verlieren“, sagt Kilic. „Da ist in den letzten Monaten etwas zusammengewachsen.“ Der 44-Jährige hat mit fast allen Spielern gesprochen, Körbe hat er noch nicht bekommen, sagt er. Erklärtermaßen will er mit den meisten Profis neue Verträge über zwei Spielzeiten abschließen, aber das setzt mindestens stabile finanzielle Verhältnisse voraus.

Indes: Die Profis, die schon im Sommer „finanzielle Kompromisse teilweise bis zum Limit“ eingegangen sind, warten erst einmal ab. „Ich verstehe, dass sich der ein oder andere Spieler, der für wenig Geld angestellt ist, auch andere Gedanken hat“, sagt Kilic. Der Chefplaner kann die abwartende Haltung seiner Spieler nachvollziehen, auf der anderen Seite will er möglichst frühzeitig die Weichen stellen. „Ich will nicht wieder bis zum Sommer warten und erneut hoffen, dass wir die richtigen Typen erwischen.“

 

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