Aachen - Erst hoch springen, dann kräftig feiern

Erst hoch springen, dann kräftig feiern

Von: Heribert Förster
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Der in der Luft steht: Renaud
Der in der Luft steht: Renaud Lavillenie ist 2011 der überragende Stabhochspringer, auch wenn er bei der WM „nur” Dritter wurde. Foto: dpa

Aachen. Da fragt man sich: Wieso ist Renaud Lavillenie eigentlich noch nie bei einem „NetAachen-Domspringen” in die Luft gegangen? Ein Sportler, dessen Verein Cognac AC heißt, muss doch Stammgast in Aachen sein!

Zum einen wegen des AC im Namen, zum anderen dürfen Stabhochspringer nach getaner Arbeit ungestraft als „Feierbiester” bezeichnet werden, die sich auch mal ein Schlückchen gönnen.

Frag nach bei Malte Mohr, der am Tag nach dem Domspringen 2010 ein bisschen verkatert war. Aus gutem Grund: mit übersprungenen 5,90 Metern sorgte der gebürtige Bochumer für den bislang höchsten Sprung der Geschichte der Domspringen. Zur Freude von Michael Leers und der vielen fleißigen Helfer bei der ausrichtenden Aachener Alemannia. Denn neben dem Lob für die stets hervorragende Organisation und den Ort des Geschehens haben die Aachener Macher nun auch sportlich eine Marke gesetzt.

Richtung Krämergasse

Der Katschhof-Rekord wird in diesem Jahr nicht fallen, denn wegen der Bauarbeiten an der hinteren Rathaustreppe ziehen die Stabhochspringer um. Erstmals werden die Athleten am Mittwoch ab 17.30 Uhr auf dem Markt springen. Der Anlaufsteg wird zwischen Karlsbrunnen und Rathaustreppe Richtung Krämergasse aufgebaut. Über diesen Steg wird mit Lavillenie der überragende Springer dieses Jahres anlaufen. Von den zehn höchsten Sprüngen absolvierte der Franzose alleine fünf, und natürlich hält der mit nur 176 Zentimetern Körpergröße kleinste Stabhochspringer, der bislang jemals die magische Sechsmetermarke überquert hat, die Weltjahresbestleistung. Beim Meeting in Monaco im Juli überquerte er 5,90 Meter.

5,85 Meter reichten dem Leichtgewicht (69 Kilogramm) bei der WM in Daegu „nur” zu Bronze hinter dem neuen Weltmeister Pawel Wojciechowski aus Polen und dem Kubaner Lázaro Borges, die beide 5,90 Meter überquerten.

Neben Lavillenie ist natürlich Malte Mohr wieder ein heißer Kandidat auf den Sieg. Bis auf das Alter, beide sind 24 Jahre alt, haben sie nur wenige Gemeinsamkeiten. Mohr ist 16 Zentimeter länger und zehn Kilogramm schwerer und fasste die Unterscheide einmal so zusammen: „Mein Vorteil ist: Ich bin größer und springe dadurch technisch sauberer, während er jedes Mal irrsinnig schnell anrennt und versucht, da seine Energie herauszuziehen. Von allen Stabhochspringern läuft er am schnellsten.”

Neben Lavillenie sorgen sein Landsmann Jerome Clavier (Vize-Halleneuropameister) und der WM-Neunte Jeremy Scott (USA) sowie die beiden Niederländer Robert-Jan Jansen und Wout van Wengerden für internationales Flair, die deutsche Elite mit Ausnahme des verletzten Leverkusener WM-Teilnehmers Karsten Dilla ist - natürlich - auch am Start. Das Domspringen ist längst die Nr.1 unter den Marktplatzspringen. Sportlich sowieso, aber auch wegen der Feier danach. Renaud Lavillenie vom Cognac Athletique Club wirds am Mittwoch erleben.

Die 13 Starter und ihre Bestleistungen 2011

Renaud Lavillenie (Frankreich, 5,90); Malte Mohr (München, 5,85); Jeremy Scott (USA, 5,72); Raphael Holzdeppe (Zweibrücken, 5,72); Björn Otto (Uerdingen/Dormagen, 5,72); Jerome Clavier (Frankreich, 5,63); Tim Lobinger (München, 5,62); Fabian Schulze (München, 5,62); Alexander Straub (Filztal, 5,60); Robert-Jan Jansen (Niederlande, 5,53); Danny Ecker (Leverkusen, 5,52); Michel Frauen (Leverkusen, 5,50); Wout van Wengerden (Niederlande, 5,45).

Was die Vorfreude ein bisschen trübt, sind die Wetteraussichten mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 70 Prozent. „Wir haben aber in den letzten sechs Jahren eigentlich immer Glück gehabt”, sagt Michael Leers, Abteilungsleiter Leichtathletik bei der Alemannia.

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