Mönchengladbach - Elfmeterpfiff bringt Borussia wieder auf Kurs

Elfmeterpfiff bringt Borussia wieder auf Kurs

Von: Heribert Förster
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Mann mit Köpfchen: Borussias Edeltechniker Raffael nach seinem ersten von zwei Toren beim 4:1 gegen Braunschweig. Foto: dpa

Mönchengladbach. Dumm gelaufen: Da feiert die Borussia traditionell beim ersten Heimspiel nach Günter Netzers Geburtstag (14. September) ihren „Jüntertag“, und die Deutsche Fußball Liga legt das Spiel auf einen Freitag. Immerhin war der gestrige der Weltkindertag, und das Spiel stand im Zeichen der Kleinen. Auf den Trikots wurde für die Aktion „save the children“ geworben, der Familienblock vergrößert, rund um den Borussia-Park gab es Aktionen und Attraktionen, so dass trotz der späten Anstoßzeit die Kinder auf ihre Kosten kamen.

Apropos Aktionen und Attraktionen: Die gab es auch auf dem Spielfeld, denn die Mannschaft von Trainer Lucien Favre setzte den Trend fort, mit klaren Heimsiegen auf Auswärtsniederlagen zu reagieren.

Denn nach 90 (nicht immer überzeugenden) Minuten stand im dritten Heimspiel der dritte Sieg auf der Habenseite. 4:1 (2:0) gewann eine Borussia, die jedoch nur 45 Minuten lang dominant agierte, manchmal spritzig – und ab und an auch spektakulär gegen bemühte, aber meist nur biedere Braunschweiger.

Aktion und Attraktion: Besonders zu beobachten beim 2:0, das Granit Xhaka am „Jüntertag“ mit einem „Günter-Netzer-Gedächtnispass“ über 50 Meter einleitete. Juan Arango wusste mit dem perfekt in den Fuß gespielten Ball zunächst nichts anzufangen, doch die Kugel kam zu Max Kruse, der mit einer perfekten Flanke Raffael den Treffer ermöglichte (31.).

Per Kopf! Das ist so ungewöhnlich wie etwa ein Treffer von Oscar Wendt mit dem rechten Fuß. Doch der Schwede, der für den an der Hüfte verletzten Filip Daems in die damit erstmals veränderte Startelf gekommen war, hatte es tatsächlich getan. Von Arango auf der linken Seite angespielt, ließ er Ken Reichel ins Leere laufen und überwand Marjan Petkovic per Flachschuss ins lange Eck (22.).

Zu diesem Zeitpunkt hätte sich Raffael schon als zweifacher Torschütze feiern lassen können, doch einmal schoss er aus vier Metern Petkovic an (6.), zwei Minuten später konnte er einen Abpraller des Torwarts nicht nutzen.

Vergebene Chancen, die zunächst keinen Schaden anrichteten. Sich selbst schadete dagegen Granit Xhaka. Der Schweizer, sehr engagiert, sehr präsent und mit vorzüglichen Pässen einer der auffälligsten Akteure, schluderte einige Male in der eigenen Hälfte.

Einmal auf Kosten eines Fouls, das die fünfte Gelbe Karte am 6. Spieltag zur Folge hatte und dem noch 20-Jährigen an seinem 21. Geburtstag am Freitag in Augsburg eine Zwangspause beschert. Und einmal musste Martin Stranzl mit vollem Körpereinsatz einen Fehler Xhakas im eigenen Strafraum ausbügeln (54.). Denn nach dem Seitenwechsel war von Borussias Dominanz nichts mehr zu sehen.

Überheblich, fehlerhaft und ohne Inspiration holte die Favre-Elf den Aufsteiger ins Spiel zurück, gestattete dem Gast einige Chancen und das 1:2: Mirko Boland rutschte in die Flanke von Bellarabi (58.).

Und dann half ein Mann in Schwarz-Gelb. Wähnten die Borussen in der bisherigen Saison die Unparteiischen nicht immer auf ihrer Seite, kam der Elfmeterpfiff von Peter Gagelmann nach Marco Calligiuris, nun ja, „Attacke“ gegen Arango ziemlich überraschend.

Kruse ließ sich auch nicht von Braunschweiger Psychospielchen beirren, verlud Petkovic (72.). Und als Raffael nach Kruses Schuss zum 4:1 abstaubte (75.), war die Partie entschieden. Die ohne Gagelmanns Pfiff vielleicht als Fazit gehabt hätte: dumm gelaufen...

Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Wendt - Kramer, Xhaka (76. Nordtveit) - Herrmann (80. Hrgota), Arango (89. Younes) - Raffael, Kruse

Braunschweig: Petkovic - Kessel, Bicakcic, Dogan, Reichel - Theuerkauf, Caligiuri - Elabdellaoui (83. Jackson), Boland (83. Kruppke) - Bellarabi, Kumbela (68. Ademi)

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen) Zuschauer: 50064 Tore: 1:0 Wendt (22.), 2:0 Raffael (31.), 2:1 Boland (58.), 3:1 Kruse (72./Foulelfmeter), 4:1 Raffael (75.) Gelbe Karten: Xhaka (5)/Bellarabi

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