Kelmis/Aachen - Ein Team will in die „erste Liga”

Ein Team will in die „erste Liga”

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
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Rennquartett mit Sportdirektor: Steven Cozza (USA, von links), Kapitän Eric Baumann (Rostock), Jens Heppner, Daniel Schorn (Österreich) und Dimitri Claeys (Belgien). Foto: dapd

Kelmis/Aachen. Bis ans Limit gingen sie am Mittwoch in Aachen auf den Ergometern in den Räumen von XP-Sport, die meisten der 17 Radprofis des in die „zweite Liga” aufgestiegenen Teams NetApp. In Aachen sind Christoph Lörcks und seine Mitarbeiter für die Leistungsdiagnostik, Trainingssteuerung und medizinische Betreuung der „Multi-Kulti-Equipe” zuständig, die für die bevorstehende Saison vom Radsport-Weltverband UCI die Lizenz als ProContinental-Rennstall erhielt.

Diesen Status sieht die Teamleitung aber nur als Zwischenstation. „Ja”, sagt Jens Heppner aus Kelmis, „unser Ziel ist eine Lizenz für die ProTour”, die „erste Liga” also, die gleichzeitig eine Startberechtigung für alle großen Rennen bedeuten würde. Mit Heppner (früher aktiv bei T-Mobile) und Enrico Poitschke (ehemals Team Milram) stehen zwei frühere Profis als Sportliche Leiter an der Spitze eines Teams mit internationalem Flair: Namensgeber ist ein kalifornisches IT-Unternehmen mit 9000 Mitarbeitern, die Mannschaft fährt mit deutscher Lizenz, Haupttrainings- und für einige der Fahrer aus sechs Ländern auch Lebenszentrum ist das belgische Kelmis. Neben Kapitän Eric Baumann (früher T-Mobile) bekam auch der junge Stolberger Radprofi Robert Retschke einen Vertrag.

„Das macht nicht nur deshalb Sinn, weil ich dort lebe”, sagt Heppner. Die Trainingsbedingungen hier in der Region seien auch ausschlaggebend. So gibt es in Kelmis ein Teamhaus und demnächst eine von nur wenigen Höhenkammern der Branche. Das Team beginnt die Saison mit dem Trainingslager ab kommenden Montag auf Mallorca, wo die dortige Rundfahrt erster Renntermin ist. „Wir haben alle Maßnahmen ergriffen, um das Team erfolgreich fahren zu lassen, und haben von Anfang an ein professionelles Umfeld geschaffen”, sagte Teammanager Ralph Denk anlässlich der Präsentation der Mannschaft in Amsterdam, dem europäischen Firmensitz des Hauptsponsors.

Zu diesem professionellen Umfeld zählt auch der erfahrene Lörcks, zu dessen Crew wiederum der Stolberger Mannschaftsarzt Dr. Andreas Bell gehört. Bell spricht Klartext, denn die Branche ist bekanntlich heftig vorbelastet: „Über die ohnehin häufigen UCI- und Wada-Kontrollen hinaus werden wir auch interne Blutkontrollen durchführen.” Eines nämlich hat der Geldgeber klar und unmissverständlich formuliert: „Wenn auch nur ein Fahrer positiv ist, stellen wir unser Engagement ein”, sagt NetApp-Europachef Andreas König. Jens Heppner glaubt: „Es hat jeder begriffen, dass er die komplette Mannschaft gefährden würde. Wir hatten beim Teamtreffen und in Schulungen Leute der Wada und der UCI eingeladen, die die Problematik allen Fahrern sehr deutlich gemacht haben.” Ein Team will in die „erste Liga”...
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