Ein 17-Jähriger sorgt bei Borussia für Aufsehen

Von: Marc Basten
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Überzeugt mit großem Spielverständnis: Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre ist begeistert vom ganz jungen Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud. Foto: Olaf Kozany
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Erfahrung sammeln im Trainingslager und hart arbeiten: Borussias Youngster Nico Brandenburger (links) und Joel Mero. Foto: sport/Gepa pictures

Rottach-Egern. Trainingslager gehören für Fußballprofis nicht unbedingt zu den Höhepunkten ihres Berufes. Es stehen oft quälend lange Einheiten an, dazu muss gerade in der Sommervorbereitung Kondition „gebolzt“ werden.

Bei Borussia Mönchengladbach ist dies nicht anders, obwohl Trainer Lucien Favre in diesen Tagen in Rottach-Egern die Arbeit mit dem Ball in den Vordergrund stellt. Schweißtreibend sind Mammuteinheiten von zweieinhalb Stunden allemal.

Für drei Spieler ist die Woche am Tegernsee dennoch ein Highlight. Die Nachwuchsspieler Joel Mero, Nico Brandenburger, beide 18, und Mahmoud Dahoud, 17, dürfen sich bei der täglichen Arbeit mit den Profis beweisen.

Für Brandenburger ist das fast schon Routine, es ist bereits sein drittes Trainingslager mit den Profis. Der gebürtige Berliner wechselte im Sommer 2010 von Hertha BSC an den Niederrhein und gilt als hoffnungsvolles Talent im defensiven Mittelfeld. Schon in der vergangenen Saison stand er bei Pflichtspielen im Kader der Profis, zu einem Einsatz reichte es bislang noch nicht. „Seine Entwicklung ist bislang sehr gut verlaufen, wir sind sehr zufrieden“, sagt Sportdirektor Max Eberl. Der nächste Schritt für Nico Brandenburger scheint in der neuen Saison möglich.

Praktische Erfahrungen in der ersten Mannschaft konnte Joel Mero bereits sammeln – in der finnischen Liga. Dort absolvierte er als 17-Jähriger bereits eine stattliche Anzahl von Pflichtspielen für den FC Lahti, von wo aus er im Sommer nach Mönchengladbach wechselte. Der 1,91-Hüne erinnert nicht nur vom Aussehen her an seinen berühmten Landsmann Sami Hyypiä, sondern spielt wie dieser früher auch auf der Position des Innenverteidigers.

„Es ist eine perspektivische Verpflichtung“, erklärt Eberl. Im eigenen Nachwuchs gibt es keinen geeigneten Innenverteidiger, so dass eine externe Lösung gesucht und mit Joel Mero gefunden wurde. Der junge Finne wird allerdings zuvorderst für die zweite Mannschaft eingeplant und soll über diese an mögliche höhere Aufgaben herangeführt werden. In Rottach-Egern hängt sich Mero ordentlich rein und weiß mit körperlicher Präsenz und durchaus ordentlichen fußballerischen Anlagen zu gefallen.

Den nachhaltigsten Eindruck in der bisherigen Vorbereitung hinterlässt derweil ein junger Kerl, den zuvor niemand auf dem Zettel hatte: Mahmoud Dahoud. Erst zarte 17 ist der gebürtige Syrer, der im ersten Lebensjahr mit seinen Eltern nach Deutschland kam. Zwei Jahre könnte er noch in Borussias U19 spielen, doch möglicherweise sorgt er für die Überraschung, von der Trainer Lucien Favre in Bezug auf die vielen Talente im „Fohlenstall“ gerne spricht.

Der Coach ist hellauf begeistert von Dahoud, der auf der Position des „Sechsers“ im defensiven Mittelfeld heraus sticht. „Er macht seine Sache hervorragend“, sagt Favre. Mit einem großen Selbstverständnis spielt der Youngster, der intuitiv viele Dinge richtig macht. Die Ballbehandlung ist stark, sein Spielverständnis und der Blick für Raum und Mitspieler ebenfalls.

Medialer „Welpenschutz“

Und auch wenn „Mo“, wie die Kollegen ihn rufen, auf den ersten Blick etwas schmächtig wirkt, weiß er seinen Körper durchaus einzusetzen. Exemplarisch ein Zweikampf im Training, als er im Laufduell mit dem wuchtigen Peniel Mlapa nicht nur dagegenhielt, sondern den Stürmer sogar abdrängte und den Ball eroberte.

Bei aller Begeisterung um das augenscheinlich große Talent wissen sie bei Borussia, dass die Bäume nicht ungebremst in den Himmel wachsen. Und so ließ Favre den Youngster beim Testspiel in Ingolstadt (0:1) zunächst draußen und erst in der letzten Viertelstunde mitwirken. Um andere Varianten zu testen, aber auch um Dahoud nicht zu überfordern. Die extrem langen und anstrengenden Trainingseinheiten der letzten Tage sind am 17-Jährigen nicht spurlos vorüber gegangen.

Der behutsame Aufbau steht im Vordergrund, deshalb wird Mahmoud Dahoud auch medial zunächst einmal unter eine Art „Welpenschutz“ gestellt. Schließlich muss der Teenager in den letzten Tagen eine ganze Menge verarbeiten. Die Eindrücke, die er, Nico Brandenburger und Joel Mero sammeln, sind schon gewaltig. Nicht nur wegen der höchst intensiven Arbeit auf dem Trainingsplatz.

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