Eilendorfs Trainer Rodtheut: „Alles ist möglich”

Von: Klaus Schmidt
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Einstimmen auf das Spiel des J
Einstimmen auf das Spiel des Jahres: Eilendorfs Trainer Achim Rodtheut (hinten Mitte) erklärt seiner Mannschaft seine taktischen Ideen für die Pokalpartie gegen Alemannia Aachen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Der 17. September 1991 war kein guter Tag in der Vereinsgeschichte, um genau zu sein: An jenem Dienstagabend kam es zur größten Blamage, die sich eine Fußballmannschaft von Alemannia Aachen in einem Pokal-Wettbewerb je leistete, und ein Stürmer namens Ramdane Saghiri brachte es zu regionaler Bekanntheit.

Mit seinem Tor für den Bezirksligisten Rhenania Alsdorf warf der Amateur die Schwarz-Gelben unter Trainer Wilfried Hannes in der 2. Runde aus dem Kreispokal. Seit der Auslosung der 1. Runde im FVM-Pokal hat vielleicht der eine oder andere Spieler des SV Eilendorf davon geträumt, zum Saghiri zu werden.

„Im Fußball ist alles möglich”, sagt Achim Rodtheut, der Coach des Landesligisten. „Beide Mannschaften haben elf Leute, wir sind immer noch Sportler, und wenn wir in der 90. Minute 1:0 führen sollten, werden wir uns sicher nicht den Ball ins eigene Tor schießen.” Heute Nachmittag, 15.30 Uhr: Wieder liegen drei Klassen zwischen David und Goliath, und etwas zu verlieren hat nur der haushohe Favorit.

Der SVE ist Gastgeber im fremden Stadion, „sportlich ein großer Nachteil”, sagt Rodtheut, nachdem die Partie aus Sicherheitsgründen an den Tivoli verlegt wurde. Die dichte Atmosphäre an der Halfenstraße, der gewohnte Rasen, „auf dem Alemannia sicher nicht mit Begeisterung gespielt hätte. Aber wir jammern nicht. Die Jungs sollen alles rund um dieses Spiel aufsaugen.

Als kleiner Fußballer wirst du es nie wieder erleben, mit der eigenen Tasche in die Kabine dieses Stadions zu gehen”, auch vor einer Kulisse von rund 4000 erwarteten Zuschauern wird wohl kaum jemand mehr spielen. Jede Sekunde genießen, das Beste geben: „Jedes achtbare Ergebnis ist ein Erfolg für uns”, wobei Rodt-heut nicht im Vorfeld definieren möchte, was „achtbar” wäre.

Es läuft beim SV Eilendorf, der Klub hat sich zur Nummer drei im Stadtgebiet hinter Alemannia und Hertha Walheim vorgearbeitet, und seine persönliche Erfolgsphase setzte Achim Rodtheut als Gewinner des Tivoli-Tippspiels vor einer Woche (1:1 gegen Darmstadt) fort. Nun muss er „vielen weh tun, am liebsten würde ich alle spielen lassen”. Schmerzhaft ist der Ausfall von Ali Gitimu: Der „Sechser” ist am Knie verletzt.

„Aber für Alemannia ist das nicht von Belang, wer bei uns ausfällt und wer nicht”, sagt Rodtheut. Der wiederum wird „weder ein Stärken- und Schwächen-Profil” des Drittligisten aufhängen noch „brutale taktische Gedanken” entwickeln. Unwahrscheinlich also, dass Alemannia heute so überrascht wird wie vor 21 Jahren in Alsdorf-Schaufenberg. Da hatte Rhenania-Trainer Willi Grotenrath die Pokal-Sensation mit einem Doppel-Libero eingeleitet.
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