Ehrenkodex gegen die „Wilderei“ bei Spielerwechseln

Von: Wilhelm Peters
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Der Ehrenkodex als Programm: die Initiatoren Helmut Brief (von links), Raphael Lamm, Achim Rodtheut, Mike Schleiden und Klaus Degenhardt. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Ein Appell ist es „nur“, allerdings einer, der aller Ehren wert ist. Ob die Vereine im Fußballkreis Aachen mitziehen, muss sich zeigen. Es geht, wie Kreisvorsitzender Raphael Lamm es an die rund 125 Klubs schriftlich formulierte, um „die vielen Ärgernisse bei (fast allen) Vereinen bei Vereinswechsel und Probetraining von Spielerinnen und Spielern“.

Am Ende mehrerer Sitzungen eines Arbeitskreises um Lamm, dem Spielausschuss-Vorsitzender Helmut Brief, Klaus Degenhardt (Verbands-Jugendausschuss), Detlef Knehaus (Kreis-Jugendausschuss), die Kreis-Mitarbeiter Gregor Müller und Mike Schleiden sowie Trainer Achim Rodtheut (SV Eilendorf) angehören, steht ein Schriftstück. Das trägt den Titel „Ehrenkodex“. Dieser Ehrenkodex steht für Offenheit unter den Vereinen und gegen „Wilderei“ hinter dem Rücken der Klubs.

„Verlust des Respekts“

Rodtheut hatte die Idee, ein solches Paper zu entwerfen, erarbeitete Vorschläge, die dem Fußballkreis jedoch im Detail zu weit gingen. „Ich habe die Initiative nicht als Trainer des SV Eilendorf ergriffen, sondern als Wertefanatiker. Was Vereinswechsel oder auch das Probetraining bei anderen Vereinen betrifft, ist im Amateurfußball ein Werteverlust, ein Verlust des Respekts festzustellen, der schwer erträglich ist“, sagt Rodtheut. Vieles, das meint der Mann mit dem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, passiert hinter dem Rücken der Vereine. Eine weit verbreitete Art, sich um Spieler anderer Klubs zu „bemühen“. Der Ehrenkodex soll dem entgegenwirken. Lamm und seine Kollegen sind überzeugt: „Das Dokument ist gut, dem kann sich kein Verein entziehen.“ Helmut Brief sieht „eine gewisse Grundlage geschaffen, offen und ehrlich miteinander umzugehen“.

Dabei war Rodtheut in seinen Überlegungen zunächst viel weiter gegangen, hatte sogar schon einen Maßnahmen-Katalog bei Zuwiderhandlung erstellt. Das ging dem Fußballkreis aber zu weit. So kam inhaltlich eine „weichere Lösung“ zustande, in der sich die Vereine „auf freiwilliger Basis“, wie es nun formuliert ist, verpflichten, diesen Ehrenkodex einzuhalten.

„Vereinswechsel, Spieler scouten und abwerben – das ist alles okay“, sagt Rodtheut, „aber die Vereine sollen informiert werden, miteinander darüber reden.“ Klaus Degenhardt sieht die oft praktizierte „heimliche“ Methode auch als eine Folge „des Söldnertums im Profibereich. Einen Wert wie Vereinstreue gibt es nicht mehr so häufig“, sagt er.

Nun sind die Vereine an der Reihe, sich mit dem Papier, seinem Inhalt, zu identifizieren, es gegenzuzeichnen und damit zu signalisieren: Wir machen mit und reden im Vorfeld mit anderen Klubs, an deren Spielern wir Interesse haben. „Als Einstieg in ein offeneres Miteinander kann jeder Verein mit diesem Ehrenkodex leben“, sagt Mike Schleiden. Denkbar ist, dass die Homepage der Klubs, die sich der Initiative anschließen und den Ehrenkodex unterzeichnen, zum Beispiel ein (noch nicht existierenden) Emblem ziert, das darauf hinweist: Wir machen mit.

PS: Raphael Lamm verrät, wer als erster den unterzeichneten Ehrenkodex zurückschickte: Es war Grenzwacht Pannesheide. Ein Anfang ist gemacht.

Was halten Sie vom Ehrenkodex? Sagen Sie Ihre Meinung auf www.leser-meinung.de/ehrenkodex

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