Dramatisches Finale: Roda Kerkrade steigt ab

Von: sch
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Und Ausmarsch: Torhüter Filip Kurto (von links), Kapitän Mark-Jan Fledderus und Stürmer Berry Powel nach Rodas nutzlosem Sieg in Deventer. Foto: sport/VI Images

Deventer/Kerkrade. Sogar ein Pastor hatte vergangene Woche noch beim Training vorbeigeschaut, Trainer Jon Dahl Tomasson fuhr am Freitag nach Eindhoven, um beim Duell FC – Sparta Rotterdam den möglichen Gegner in den Play-offs zu beobachten. Der letzte Spieltag nahm dann einen dramatischen, unerwarteten Verlauf – mit dem erwarteten Ende.

Trotz eines 1:0 bei den Go Ahead Eagles Deventer, dem ersten Auswärtssieg seit Mitte Oktober letzten Jahres, steigt Roda Kerkrade nach 41 Jahren zum ersten Mal aus der niederländischen Fußball-Ehrendivision ab. Das überraschende 2:2 des Konkurrenten NEC Nijmegen bei Meister Ajax Amsterdam raubte den Gelb-Schwarzen die letzte Hoffnung. „Das ist ein schreckliches Gefühl“, sagte Tomasson am Ende eines nervenaufreibenden Samstagabends.

Als der Ex-Aachener Jeffrey Leiwakabessy, 2007 mit Alemannia aus der Bundesliga und vor einem Jahr mit VVV-Venlo aus der Ehrendivision abgestiegen, Ajax in der 9. Minute mit einem Eigentor in Führung gebracht hatte und sieben Minuten später Davy De Beule für Roda traf, schien das Wunder seinen Lauf zu nehmen. Bis zur 74. Minute: Der erst eine Viertelstunde zuvor eingewechselte iranische Nationalspieler Alireza Jahanbakhsh glich für Nijmegen aus.

Als Bojan Krkic (83.) das 2:1 für Ajax erzielte, war Roda wieder für die Relegation qualifiziert. Die Hoffnung platzte zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit: Erneut traf Jahanbakhsh in der Amsterdam Arena. „Ich bin nicht böse auf Ajax“, sagte Tomasson, denn darüber herrschte Einigkeit: Kerkrade hatte die Klasse nicht in dieser einen Partie verspielt.

Der Kapitän sprach von „zu vielen verkehrten Dingen, die bei Roda geschehen sind“. Vor allem kritisierte Mark-Jan Fledderus die Trennung von Ruud Brood vor der Winterpause: „Wenn du 14. bist, nur einen Sieg hinter Platz 9, dann ist die Frage, ob man den Trainer wegschicken muss.“

Nicht auszuschließen, dass mit dem Abstieg die Tage von Marcel van den Bunder im Parkstad Limburg Stadion gezählt sind. Der Hauptgeschäftsführer, der zu Jahresbeginn einen Personalaufstand überstanden hatte, gilt als Hauptverantwortlicher für Rodas Niedergang. „Natürlich muss nach einem Abstieg auch die Klubführung in den Spiegel schauen. Ich persönlich tue das.“

Das Ziel für die kommende Saison ist klar formuliert. Jon Dahl Tomasson: „Wir müssen diesem Klub so schnell wie möglich zurück in die Ehrendivision helfen.“ Sollte VVV-Venlo in den Play-offs scheitern, wäre zum ersten Mal seit Einführung der Eliteklasse 1956 in der nächsten Saison kein limburgischer Klub vertreten.

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